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Dialektische Erörterung

Zitatthema


Wenn eine dialektische Erörterung verlangt wird, findet man oft auch ein Zitat, das einer Arbeitsanweisung vorangestellt ist.
Eine Themenstellung dieser Art wird auch als "Zitatthema" bezeichnet. Dieser Begriff kann aber auch ein Thema in Zitatform ohne Arbeitsanweisung umfassen, das Impulsthema genannt wird.

Im Allgemeinen ist ein Zitatthema als Entscheidungsfrage aufzufassen. Diese Entscheidungsfrage lautet in ihrer einfachsten Form: Stimmt das oder stimmt das nicht?

Der verlangte Erörterungstyp wird in der Themafrage, die die Aussage des Zitats auf den Punkt bringt, deutlich herausgearbeitet. Allerdings verlangt dies bei der Betrachtung und Erschließung des Themas besondere Aufmerksamkeit.

So lohnt es sich fast immer das Zitat genau zu erfassen und sich Gedanken zu den Schlüsselbegriffen zu machen.

Im vorliegenden Beispiel sollte man sich daher über den Inhalt der folgenden Begriffe Klarheit verschaffen:
 
Schlüsselbegriffe Erschließungsfragen  
Unfug
  • Was versteht Kästner unter Unfug?

  • Was verstehe ich unter Unfug?

  • ...

politischer, privater Unfug, Unsinn, Unbrauchbares, Absurdes, völlig Unmögliches, Schabernack,
die Unfug tun
  • Welche Menschen tun Unfug?

  • Welche Institutionen tun Unfug?

  • ...

Kinder, Erwachsene, Regierungen, Institutionen
die Unfug nicht verhindern
  • Welche Menschen und Institutionen verhindern Unfug nicht?

  • Warum tun sie das nicht?

  • ...

Erwachsene und auf- und abgeklärte Personen greifen nicht ein, keine Zivilcourage, Ignoranz, Gaffer ...

Bei der Betrachtung und Erschließung des Zitats muss natürlich berücksichtigt werden, dass dem Bearbeiter der Schriftsteller Erich Kästner vielleicht namentlich bekannt ist, er aber über sein Leben und Werk, seine politischen Überzeugungen u. ä. keine näheren Informationen hat.

Beispiele für weitere Zitatthemen:

  • "Irgendwie hat sich die Gesellschaft mit der Krankheit AIDS arrangiert. Sie hat sie langsam verdrängt: erst aus den Schlagzeilen der Presse, dann aus dem allgemeinen Bewusstsein." (Detlev Grumbach, 1997)
    Wie erklärt sich diese Entwicklung? Was könnte man dagegen tun?

  • "Als ich 14 war, ärgerte ich mich über die Dummheit meines Vaters. Als ich 21 war, wunderte ich mich, wie viel der alte Mann in sieben Jahren dazugelernt hatte."
    Erläutern Sie, was diese Aussage des Schriftstellers Mark Twain bedeutet und nehmen Sie dazu auch auf Grund eigener Erfahrungen Stellung.

  • "Problematisch am Fernsehen ist nicht, dass es uns unterhaltsame Themen präsentiert, problematisch ist, dass es jedes Thema als Unterhaltung präsentiert." - Nehmen Sie zu dieser Äußerung des amerikanischen Medienwissenschaftler und Medienkritikers Neil Postman (1931-2003) Stellung.

  • "Durch Pay-TV erhält die Kultur - oder was man dafür halten mag - Menücharakter. Wir wählen von der menschlichen Speisekarte."
    (Ingo Richter, Prof. für Verfassungsrecht in einem Vortrag über "Informationstechnologie und Gesellschaft", 1997).
    Erläutern Sie die Aussage von Ingo Richter und setzen Sie sich damit kritisch auseinander.

  • "In Schlagertexten wird weiterhin das Lied von der ewigen Liebe gesungen. Aber gleichzeitig hat das Bild von der heilen Welt der Familie schon tiefe Risse bekommen. Das Geschäft der Eheberater floriert, die Familienrichter haben Hochkonjunktur, die Scheidungsziffern sind hoch." (Elisabeth Beck-Gernsheim)
    Stellen Sie mögliche Ursachen und Folgen der gegenwärtigen Veränderungen im Bereich der Lebensformen dar.
    Zeigen Sie die Vor- und Nachteile verschiedener moderner Lebensformen auf.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 11.01.2017

   
    
   Arbeitsanregungen:
  1. Formulieren Sie auf der Grundlage der oben dargestellten Betrachtung und Erschließung der Schlüsselbegriffe eine bzw. mehrere Themafragen zum Thema bzw. der Themenstellung.

  2. Erschließen Sie die Themen mit weiteren Fragen, die sich dabei stellen.

     

 
      

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