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Typen der Problemerörterung

Überblick


Die Bestimmung des Erörterungstyps ist ein wichtiger Bestandteil des Arbeitschrittes Betrachtung und Erschließung des Themas. Man unterscheidet zwei Typen der Problemerörterung voneinander: die lineare und die dialektische Erörterung. Jeder der beiden Erörterungstypen verlangt eine etwas andere Bearbeitungsart.

1. Lineare Erörterung

Die →lineare Erörterung verlangt die Erarbeitung und Abgabe begründeter Sachurteile zu einem Problem, Ereignis oder Sachverhalt. Dieser Erörterungstyp beantwortet eine Ergänzungsfrage. Dabei muss meistens eine begründete Beurteilung von Bedeutung, Tragweite und Stellenwert eines Problems vorgenommen werden. Dieses Problem wird daher meist unter den Aspekten seiner Ursachen, Folgen und Konsequenzen analysiert.
Bei einer linearen Erörterung hat man - sofern man nicht bewusst "gegen den Strich schreibt" - davon auszugehen, dass der im Thema formulierte Sachverhalt - grundsätzlich betrachtet - unstrittig ist. Dies bringt den Verfasser oder die Verfasserin einer linearen Erörterung in eine bestimmte Schreibrolle. Kennzeichen dieser Rolle ist eine sachbezogene und kooperative Einstellung zum Thema, dessen prinzipielle Sichtweise auf ein Problem geteilt wird.

Bearbeitungsarten

Ergänzungsfrage Sachurteil
Entscheidungsfrage Werturteil

2. Dialektische Erörterung

Die dialektische Erörterung  verlangt die Erarbeitung und Darstellung kontroverser Ansichten zu einem bestimmten Problem, Ereignis oder Sachverhalt. Sie stellt mit der linearen Erörterung die wichtigsten Grundtypen der Problemerörterung dar. Die Bezeichnung dialektisch bedeutet in diesem Zusammenhang etwas vereinfacht ausgedrückt: Einer These (Behauptung) wird eine Antithese entgegengestellt. Am Ende werden die dabei vorgebrachten Gesichtspunke gegeneinander abgewogen und für eine Entscheidung herangezogen.
Bei einer dialektischen Erörterung ist der im Thema formulierte Sachverhalt - grundsätzlich betrachtet - strittig. Die einzunehmende  Schreibrolle verlangt demnach nicht Kooperation mit, sondern in konstruktivem Sinn Streit um das Thema. Kennzeichen dieser Rolle ist eine wertbezogene und kritische Einstellung zum Thema.
Lindenhahn (2011) nutzt zur Herausarbeitung der besonderen Kommunikationssituation bei der dialektischen Erörterung den Vergleich mit einem Rollenspiel oder Gerichtsverfahren: "Einer leitet in die Thematik ein und führt das Verfahren, indem er den gegnerischen Parteien jeweils das Wort erteilt, sprich: die Übergänge formuliert. Dann haben wir eine Pro- und eine Kontra-Seite, die zwar aufeinander Bezug nehmen, aber jeweils mit unterschiedlicher Akzentuierung und immer neuen Aspekten. Und schließlich haben wir den zuhörenden Dritten, der letztlich einer der beiden Parteien den Zuschlag erteilt oder zu einem Kompromiss findet. Dieser kann mit dem einführenden Gesprächsleiter identisch sein, es kann sich aber (eben zum Beispiel in einem Rollenspiel) auch um die Zuhörerschaft oder die Presse u. Ä. handeln. "

Gert Egle, zuletzt behandelt am: 16.01.2017
 

   

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