Die
Bestimmung des Erörterungstyps ist ein wichtiger Bestandteil des
Arbeitschrittes
Betrachtung und
Erschließung des Themas. Man unterscheidet zwei
Typen der
Problemerörterung voneinander: die
lineare und
die dialektische
Erörterung. Jeder der beiden Erörterungstypen verlangt eine etwas
andere Bearbeitungsart.

Die lineare Erörterung verlangt die Erarbeitung und Abgabe
begründeter Sachurteile zu einem Problem, Ereignis oder Sachverhalt. Dabei
muss meistens eine begründete Beurteilung von Bedeutung, Tragweite und
Stellenwert eines Problems vorgenommen werden. Dieses Problem wird daher
meist unter den Aspekten seiner Ursachen, Folgen und Konsequenzen
analysiert.
Bei einer linearen Erörterung hat man - sofern man nicht bewusst "gegen den
Strich schreibt" - davon auszugehen, dass der im Thema formulierte
Sachverhalt - grundsätzlich betrachtet - unstrittig ist. Dies
bringt den Verfasser oder die Verfasserin einer linearen Erörterung in eine
bestimmte Schreibrolle. Kennzeichen dieser Rolle ist eine sachbezogene
und kooperative Einstellung zum Thema, dessen prinzipielle Sichtweise
auf ein Problem geteilt wird.
Die
dialektische Erörterung verlangt in ihrer reinen Form die Erarbeitung
und Darstellung kontroverser Ansichten zu einem bestimmten Problem, Ereignis
oder Sachverhalt. Darüber hinaus muss der Verfasser oder die Verfasserin
eine eigenständige kritische Stellungnahme auf der Grundlage eigener
Überzeugungen und / oder allgemeiner Wertvorstellungen abgeben. Kernpunkt
dieses Erörterungstyps ist der subjektive Wertungshorizont des Verfassers.
Bei einer dialektischen Erörterung ist der im Thema formulierte
Sachverhalt - grundsätzlich betrachtet - strittig. Die
einzunehmende Schreibrolle ist verlangt demnach nicht Kooperation mit,
sondern in konstruktivem Sinn Streit um das Thema. Kennzeichen dieser
Rolle ist eine wertbezogene und kritische Einstellung zum Thema.
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