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Mit einem Leserbrief äußert sich ein Leser oder eine Leserin einer Zeitung/Zeitschrift in schriftlicher Form zu einem Artikel oder sonstigen Beitrag einer Zeitung. Der kommentierende Leserbrief ist eine besondere Form der Erörterung. Im Bereich der Problemerörterung geht er von einer durch den Leserbrief vorgestellten Kommunikationssituation aus und nimmt zu einem Problem pointiert Stellung. Dieses Problem kann auf den unterschiedlichsten Sachverhalten etc. beruhen (z.B. Leserbrief zu einer bestimmten Zeiterscheinung, zu einer Fernsehsendung, zu einem Konzert usw.). Als Vorstufe der Texterörterung wird in der durch den Leserbrief vorgestellten Kommunikationssituation pointiert auf die Gesamtaussage oder einzelne Aussagen eines Textes Bezug genommen. Es gibt also verschiedene Gründe, weshalb man den kommentierenden Leserbrief unter dem Aspekt der schulischen Schreibformen in die Nähe der Texterörterung oder der Problemerörterung rückt. Als ein kommentierender Text dient er neben der eigenen Meinungsäußerung zur Meinungsbildung der anderen Leser und Leserinnen (Information). Sie sollen sich der Meinung des Verfassers anschließen oder sich in der von diesem gewünschten Art und Weise verhalten (Appell). Die Redaktion einer Zeitung muss eine Leserzuschrift aber nicht veröffentlichen und behält sich - in der Regel mit dem Einverständnis des jeweiligen Verfassers - vor, Leserbriefe nach eigenem Ermessen zu kürzen.
Je nach Art des Ausgangstextes bzw. der Primäräußerung lassen sich zwei verschiedene Formen von Leserbriefen unterscheiden:
Der freie kommentierende Leserbrief setzt an einem Problem, einer Zeiterscheinung oder einem beliebigen Sachverhalt an und nimmt dazu Stellung. Dabei muss er sich nicht auf einen bestimmten Text oder eine bestimmte Primäräußerung beziehen. Der textbezogene kommentierende Leserbrief orientiert sich dagegen eindeutig an Aussagen, die in textlicher – mündlicher oder schriftlicher – Form vorliegen und bezieht sich mit seiner Stellungnahme ausdrücklich auf den Inhalt, die Form oder die Bedeutung dieser Primäräußerung. |
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