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Schluss der Problemerörterung

Überblick


Der Schluss soll, als eigenständiger Teil gestaltet, die Problemerörterung beenden. Er besitzt ein eigenes Gewicht und darf bei der Niederschrift nicht als formales Anhängsel an den Hauptteil angehen werden. Wenn der Schluss formuliert wird, ist die Auseinandersetzung mit einzelnen Gesichtspunkten der Problematik abgeschlossen. Im Schlussteil werden keine neuen Argumente formuliert. Auch wenn dies z. T. etwas unterschiedlich gesehen wird, so gilt allgemein: Der Schluss soll die Problemerörterung abrunden und die Ergebnisse der Auseinandersetzung mit dem Thema zusammenfassen. Mit dem Schluss werden also die zuvor gemachten Äußerungen zu einem sinnvollen, vielleicht auch nur vorläufigen, Ende gebracht.
FAQ: Wie soll ich den Schluss gestalten?

Um den Aufsatz sinnvoll abrunden zu können, muss man zunächst seine eigenen Ausführungen zum Thema noch einmal überblicken. Verlangt ist also ein Vorgehen, das den eigenen Gedankengang noch einmal betrachtet und reflektiert. Diese Reflexion mündet in die Zusammenfassung der Ergebnisse bzw. des Hauptergebnisses der Erörterung. Selbstverständlich stellt der Schluss auch keine bloße Wiederholung dessen dar, was schon im Hauptteil dargestellt worden ist, auch wenn der Rückgriff auf bereits Gesagtes durchaus nötig und gewünscht ist. Statt bloßer Wiederholung liegt der Akzent bei diesem Rückgriff auf der abschließenden Bewertung und Beurteilung einzelner Gesichtspunkte im Rahmen des Ganzen und damit ihrer Gewichtung. Zugleich werden die Ergebnisse in den weiteren Problemhorizont gestellt.

An dem folgenden Beispielthema lässt sich dieser Gedanke verdeutlichen:

Das Internet ist heute nicht mehr wegzudenken.
Worin sehen Sie die Vor- und Nachteile der neuen Kommunikationstechnik.

Mit dem nachfolgenden Schluss wird die Problemerörterung zu diesem Thema abgerundet:

Die Vorteile des Internets überwiegen, das steht für mich nach allem fest, ganz eindeutig die Nachteile des Internets. Neben dem globalen Informationsaustausch und der Geschwindigkeit des Zugriffs auf Informationen jedweder Art spricht vor allem die Tatsache, dass Millionen von Menschen sowohl als Informationsrezipienten als auch als Informationsproduzenten tätig werden können, für diese vergleichsweise neue Art der Kommunikationstechnik. Und doch, das hat meine Analyse gezeigt, zeigen sich dahinter auch Gefahren, bieten sich Menschen und Gruppen von Menschen Möglichkeiten, diesen ungehemmten Informationsfluss für Ziele zu missbrauchen, die mit Menschenrechten und Menschenwürde nicht in Einklang zu bringen sind. So wird auch der Ruf nach Kontrolle nicht verstummen. Nur: Wer kontrolliert wann, wo und mit welchen Mitteln dieses Netz der Netze? Ganz zu schweigen davon, ob dies nach reiflicher Überlegung wirklich wünschenswert wäre.

Schluss und Schlussgedanke

Bei der Niederschrift kann es leicht passieren, dass man am Ende in Zeitnöte gerät. Dies geht dann meistens auf Kosten eines vernünftigen Schlusses. Daher muss der eigentliche Schlussgedanke schon bei der Erstellung der Arbeitsgliederung feststehen und in diese eingefügt werden. Wenn die Zeit also knapp wird, kann man entweder noch wenigstens darauf zurückgreifen oder aber mit dessen Hilfe abschätzen, wie viel Zeit man noch zur Niederschrift eines ausgestalteten Schlussgedankens benötigt. In jedem Fall hilft es, reine Schlussfloskel wie: "Zusammenfassend ist zu sagen, dass jeder selbst entscheiden muss, was für ihn richtig ist." zu vermeiden.

 

[ Überblick ] Inhaltliche Gestaltung ]

              

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