Home
Nach oben
Weiter
 

 

Überleitungen im Hauptteil

Überblick


Bei der Niederschrift der Problemerörterung werden die in der Arbeitsgliederung noch klar voneinander abgetrennten Gliederungspunkte ausgearbeitet und in eine zusammenhängende Textform gebracht. 
Damit dieser Textzusammenhang entsteht, müssen die Sätze und Gedanken so in Verbindung zueinander gebracht werden, dass Inhalt und Aussagen verständlich sind. Dies kann durch verschiedene Möglichkeiten erreicht werden. Bei der Problemerörterung spricht man dabei kurz von Überleitungen. (FAQ: Was bringen eigentlich Überleitungen?)

Überleitungen

  • verbinden bei der Niederschrift verschiedene Gliederungspunkte miteinander.

  • stehen meistens am Beginn eines neuen Absatzes (vgl. Absatzgliederung).

  • können inhaltlich und sprachlich auf unterschiedliche Art und Weise gestaltet werden (z.B. ein Wort, ein Satzteil oder ein ganzer Satz)

Die Überleitungen im Rahmen der Grobgliederung (Einleitung, Hauptteil, Schluss) zwischen der Einleitung und dem Hauptteil und zwischen dem Hauptteil und dem Schluss folgen im Prinzip dem gleichen Muster wie die Überleitungen im Hauptteil selbst. Allerdings gibt es auch Besonderheiten.

Von der Einleitung zum Hauptteil

Die Überleitung zwischen der Einleitung und dem Hauptteil der Problemerörterung kann sprachlich-stilistisch wie alle anderen Überleitungen auch in vielfältiger Weise gestaltet werden. (»Formulierungshilfen) Hinzu kommt jedoch die besondere Funktion dieser Überleitung. Wenn die Einleitung zum inhaltlich zum Thema hinführen soll, dann ist stellt die Überleitung zwischen Einleitung und Hauptteil quasi die Schnittstelle dar, der beides auch inhaltlich verbinden kann (Kohärenz). Die Einleitung mündet an dieser Schnittstelle im Idealfalle in die Themafrage.

FAQ: Wie leitet man von der Einleitung zum Hauptteil über?

Die Überleitung von der Einleitung zum Hauptteil kann an folgendem Beispielthema veranschaulicht werden:

Was kann man gegen den Hunger in der Dritten Welt tun?

Es ist schon eine Weile her, dass Europa - sieht man einmal von kriegsbedingten Problemen ab - Hungersnöte heimgesucht haben. Und doch ist es so lange nicht. Noch vor 200 Jahren mussten auch bei uns viele tausend Menschen einen qualvollen Hungertod sterben. Aber ausgerottet ist der Hunger deshalb nicht. Nur wer das Glück hat, in den reichen Industriestaaten aufzuwachsen, ist im Allgemeinen dagegen gefeit. Wehe aber denen, die das Licht der Welt in den armen Ländern der Welt erblicken. Unterernährung ist dort Alltag und der Hungertod tägliche Bedrohung für viele.
Was können der Einzelne, die Gesellschaft und der Staat bei uns und in den Ländern der Dritten Welt tun, um Hunger und Unternährung zu beseitigen?

Überleitungen: Die textlinguistische Sicht

Bei den Überleitungen in der Problemerörterung stehen die so genannten Satzverknüpfungen (Kohäsionsmittel) im Vordergrund, die auf der Textoberflächenstruktur wirken. Dies sind vor allem Formen der expliziten Textverknüpfung und Konnektive (Verknüpfungswörter wie Konjunktionen u. ä.). 
Darüber hinaus gilt natürlich, dass auch andere Gesichtspunkte eine Rolle spielen können, die eben nicht direkt ausgedrückt auf der Textoberfläche liegen, sondern auf andere Weise zur Kohärenz eines Textes beitragen. Daneben gilt es auch zu berücksichtigen, dass die Art der thematischen Entfaltung (Themenentfaltungen: deskriptiv, argumentativ, explikativ) die Herstellung von Kohäsion und Kohärenz von Texten beeinflusst. 

Überleitungen: Die kommunikationspsychologische Sicht

Für die kommunikationspsychologisch fundierte Verständlichkeit von Texten ist die Herstellung von Gliederung und Ordnung im Text eine wichtige Bedingung. Danach soll der Hörer/Leser die Übersicht behalten durch äußere Übersichtlichkeit (Gliederung), durch Vorwegnahme des Textaufbaus, Absätze, Überschriften, strukturierende Bemerkungen, Hervorhebung wichtiger Textstellen, durch innere Folgerichtigkeit durch logischen Aufbau, eins nach dem anderen, gedankliche Beziehungen (Verwendung von Verknüpfungswörtern) und Hinweisen auf Querverbindungen.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 16.01.2017

     

[ Überblick ] Formulierungen ]

     

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de