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Arbeitsgliederung

Überblick


Der vierte Arbeitsschritt bei der Erarbeitung einer Problemerörterung kann die Erstellung einer Arbeitsgliederung sein. Sie wird zwar beim Erörterungsaufsatz selbst nicht benotet, stellt aber für viele SchreiberInnen gewissermaßen den Argumentationsfahrplan der schriftlichen Ausarbeitung, der Niederschrift, dar. Zugleich muss man aber auch berücksichtigen, dass das Gliedern "manchen Schülern nicht liegt und dass sie es vorziehen, ihr Konzept erst während des Schreibens zu entwickeln. Lehrer, die in solchen Fällen darauf bestehen, dass Gliederungen vorab gemacht werden, bürden den Schülern unnötige Schwierigkeiten auf." (Keseling 2004, S.307) So empfiehlt sich, wie Keseling (2004, S.307) unter schreibdidaktischem Aspekt weiter vorschlägt, gerade beim Umgang mit der Arbeitsgliederung ein unterschiedliches Umgehen mit den so genannten Vorab-Planern und den Im-Nachhinein-Planern.
  • Die Vorarb-Planer sollten demzufolge vor allem in dem Bewusstsein gliedern, "dass Konzepte nicht nur aus einer Folge von Überschriften bestehen, sondern dass sie dazu dienen, den anschließenden →Schreibprozess zu erleichtern, und dass es darauf ankommt, in Abhängigkeit vom Thema, von der Textsorte und vom vorhandenen bzw. verfügbaren Wissen Prinzipien der Gestaltung herauszuarbeiten und diese so zu gestalten, dass dadurch ein halbwegs flüssiger Schreibprozess ermöglicht wird." (ebd.)
  • Die Im-Nachhinein-Planer, die sich mit Gliederungen schwer tun und lieber drauflosschreiben, müssen, sofern sie nach ihrer anfänglichen Schreibeuphorie nicht in Schreibschwierigkeiten bis hin zu →Schreibblockaden geraten wollen, versuchen, während des Schreibens ein konsistentes und kohärentes Schreibkonzept zu entwickeln. Um sich nicht zu verrennen, können Planungspausen eingelegt werden, dabei auch kleinere Gliederungen oder Entwürfe angefertigt werden. Wenn es die Schreibsituation zulässt, sollten sie ihre Vorstellungen über ihre Leitidee und ihr weiteres Vorgehen in einem schrittweise kooperativen Schreibprozess ihren Zuhörern darlegen und sich dabei entsprechendes Feedback einholen.

Kommt es bei den so genannten →Frühstartern aber immer nach anfänglicher Schreibeuphorie zu Blackouts, die die Fortsetzung des Schreibprozesses ernsthaft gefährden, oder entsteht eine quälende Unzufriedenheit mit dem Text, der einem irgendwie unzusammenhängend vorkommt, dann sollten die Im-Nachhinein-Planer ernsthaft daran gehen "vor Schreibbeginn über ein Konzept nachzudenken und den Schreibbeginn entsprechend hinauszuzögern." (ebd., S.65)

Vereinfacht gesagt, gibt die die Arbeitsgliederung also an,

  • wohin der "Erörterungszug" gehen soll,

  • welche Strecke befahren wird und 

  • mit welchem zeitlichen Rahmen man rechnen muss.

Verspätungen auf dieser Reise - genauer gesagt: der immer wieder beklagte Zeitdruck - können nur durch ein umsichtiges Umgehen mit den Weichenstellungen einer Arbeitsgliederung wieder hereingeholt werden.

Bei der Erstellung der Arbeitsgliederung wird über die Reihenfolge der Gedanken, die Form einer Arbeitsgliederung und die Gliederungskonzeption entschieden. Welche Form von Arbeitsgliederung man wählt, hängt vom Erörterungstyp und der Gliederungskonzeption ab.

Bei der Gliederungskonzeption kann man sich

orientieren. In beiden Fällen aber müssen, beim einen Begriffe, beim anderen Thesen und Argumente einander über- bzw. zugeordnet werden. Dabei kann man sich natürlich auf seine Ergebnisse bei der Stoffordnung stützen.

Die Arbeitsgliederung wird bei der Niederschrift der Erörterung u. a. in die Absatzgliederung des Aufsatzes umgesetzt. Ohne eine gut erarbeitete Arbeitsgliederung lassen sich kaum vernünftige Kriterien für das Einfügen von Absätzen finden. (FAQ)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 08.01.2017

  
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