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Betrachtung und Erschließung des Themas

Überblick


Bei dem ersten Arbeitsschritt zur Problemerörterung, der Erschließung des Themas muss man:
  1. den geforderten Erörterungstyp bestimmen und die von ihm geforderte Bearbeitungsart erkennen

  2. den Inhalt und Reichweite der Problematik des Themas erfassen (z.B. mit Hilfe von Erschließungsfragen) und

  3. die Themafrage(n) aus der Themenstellung entwickeln und formulieren

1. Den Erörterungstyp bestimmen

Ehe man sich auf ein Thema einlässt, sollte man sich im ersten Arbeitsschritt zur Problemerörterung Klarheit darüber verschaffen, um welchen Erörterungstyp es sich handelt. Dazu muss das Thema bzw. die Themenstellung bei der Betrachtung und Erschließung analysiert werden. Von dem jeweiligen Erörterungstyp hängt die Bearbeitungsart des Themas ab, die vom Verfasser die Einnahme einer bestimmten Schreibrolle verlangt.

Die Erörterungstypen, um die es dabei geht, sind:

Das Kriterium, mit dem man die Erörterungstypen grundsätzlich unterscheiden und damit eine teilweise oder vollständige Themaverfehlung verhindern kann, ist die Art der Frage, die vom Thema bzw. der Themenstellung bzw. mit dem Thema aufgeworfen wird.
In diesem Zusammenhang werden zwei verschiedene Arten von Fragen unterschieden: Ergänzungsfragen und Entscheidungsfragen.

Während Ergänzungsfragen in die lineare Erörterung münden, werden Entscheidungsfragen dialektisch erörtert. Einen Sonderfall der Entscheidungsfrage stellt dabei die Alternativfrage dar, bei der ebenfalls eine Entscheidung verlangt wird. Eine dialektische Erörterung in Form einer Alternativfrage wird z. B. bei folgenden Themen verlangt:

Kennzeichen dieser dialektischen Erörterungsthemen ist die Verwendung der Konjunktion »oder« und im Allgemeinen die Verwendung des Fragezeichens am Ende. Sie unterscheiden sich damit von den antithetisch-linear angelegten Themen, die ihre Gegensätze gewöhnlich mit der Konjunktion »und« verbinden (z. B. Möglichkeiten und Grenzen der Gentechnologie) und entweder mit einem Punkt oder ohne ein Satzzeichen abschließen.

2. Die Themenstellung

Das Aufsatzthema stellt in der Form, wie es zur Bearbeitung angeboten wird, die Themenstellung dar. Diese Themenstellung muss im Hinblick auf das Thema während des Arbeitsschrittes "Betrachtung und Erschließung des Themas" erschlossen, d.h. unter dem Blickwinkel von Inhalt und Reichweite beurteilt werden.
Die Themenstellung sagt aber noch nicht endgültig aus, worum es bei der schriftlichen Bearbeitung des Problems/Themas wirklich geht. In vielen Fällen muss man zunächst einmal herausfinden, welche Fragen von einem Thema aufgeworfen werden. Man kann diese Fragen als Erschließungsfragen bezeichnen. Sie stellen die Grundlage für die Erarbeitung der Themafrage(n) dar, mit der der erste Arbeitsschritt endet.

Selbst "einfache" Ergänzungsfragen wie: "Welche Ursachen hat die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland? " müssen unter diesem Blickwinkel betrachtet werden.
Die drei Schlüsselbegriffe des Themas, auch Themabegriffe genannt, "Ursachen", "Ausländerfeindlichkeit" und "Deutschland" werfen nämlich selbst wieder Fragen auf.

Weitere Erörterungsbeispiele mit Arbeitsmaterialien zu Themabegriffen und Erschließungsfragen

3, Die Themafrage(n)

Die Betrachtung und Erschließung des Themas mündet in die Formulierung der Themafrage. Dies wird im Allgemeinen eine einzelne Frage sein, es kann aber auch vorkommen, dass man mehrere, allerdings wenige Themafragen formuliert. Die Themafragen präzisieren und konkretisieren das Thema bzw. die Themenstellung und weichen damit sprachlich und inhaltlich von der Frage, wie sie die Themenstellung formuliert mehr oder weniger deutlich ab. Themafragen grenzen, wenn die Themenstellung dies zulässt, das Thema auf den Themenbereich ein, den man im Zuge der folgenden Erörterung untersuchen will.

Um die Themafrage entwickeln zu können, muss man Schlüssel- bzw. Themabegriffe vollständig erfassen und mit geeigneten Erschließungsfragen genauer unter die Lupe nehmen, was darunter im Zusammenhang mit dem gestellten Problem zu verstehen ist. in einem weiteren Arbeitsschritt jene Fragen ausgewählt bzw. erarbeitet werden, die für die Bearbeitung des Themas am wichtigsten und genauesten erscheinen. Diese Fragen werden als Themafragen bezeichnet.

Die Themafrage(n)

  • geben Auskunft darüber, worauf die nachfolgende Erörterung zu antworten versucht
  • stehen  - vom Aufbau des Aufsatzes her gesehen - an der Schnittstelle zwischen Einleitung und Hauptteil
  • schließen den Einleitungsteil ab
  • leiten  zum Hauptteil des Aufsatzes über

Beispiele

Die folgenden Beispiele zeigen, wie Themafragen im Vergleich zur Themenstellung aussehen können:

Thema/Themenstellung Themafrage(n)
Was kann man gegen den Hunger in der Dritten Welt tun? Mit welchen Maßnahmen und Aktivitäten können der Einzelne, Gruppen,  Institutionen und der Staat in den Industriestaaten und in den betroffenen Ländern selbst zur Verringerung von Hunger und Unternährung in den Ländern der Dritten Welt beitragen? 
"Hau ab, du Aids-Krüppel!" bekommen manche HIV-infizierte Kinder in öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen zu hören, wenn bekannt wird, dass sie an der Immunschwächekrankheit leiden. 
Zeigen Sie Ursachen für dieses Verhalten auf und stellen Sie dar, wie man Abhilfe schaffen könnte.
  • Welche krankheitsbedingten, persönlichen und gesellschaftlichen Ursachen gibt es dafür, dass HIV-infizierte Kinder in öffentlichen Einrichtungen immer wieder ausgegrenzt werden?

  • Welche Möglichkeiten haben die Betroffenen selbst, einzelne, Institutionen und der Staat der Ausgrenzung von kranken Kindern entgegenzuwirken?

FAQ's: Häufig gestellte Fragen

 


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In aller Kürze
Das Thema ins Visier nehmen

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 16.01.2017

   
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