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Übung zur Argumentation: Wie sich Jugendliche über Gott und die Welt informieren

Typen jugendlicher Zeitungsnutzer


Bis 2008 war die Welt für viele Zeitungsmacher einigermaßen in Ordnung, was die Anzahl der jugendlichen Leser von Tageszeitungen anbelangte. Zwar war schon damals klar, dass die Tageszeitungen im Mediencocktail der Jugendlichen eine immer geringere Rolle spielten und spielen würden (vgl. z. B. JIM-Studie 2006, vgl. Zukunft der Zeitung: Forschungsergebnisse zur Zielgruppe Jugend 2007)  Dennoch konnte noch gesagt werden, dass die Tageszeitungen vor allem bei 18- und 19-Jährigen als wichtiger Themenlieferant für Gespräche im Bekanntenkreis waren. Das hat sich bis heute aber grundlegend verändert: Die Zeitungen befinden sich in der Gunst der jungen Leute seit etwa 2008 im freien Fall. (→Wie sich Jugendliche über Gott und die Welt informieren)

Vor etwa 10 Jahren (2007) konnte man die folgenden Typen jugendlicher Zeitungslesern ausmachen:

  • Die Zeitungsfans: Klassische Zeitungsleser aus einem zeitungsfreundlichen Elternhaus, die viele Interessen haben, allgemein wissensdurstig sind, gerne über Politik und Themen aus der Zeitung reden und auch Freunde haben, die gerne Zeitung lesen. Zeitungsfans sind dazu eher männlich als weiblich.

  • Die Zeitungsinteressierten sind in ihrer Freizeit aktiv, interessieren sich für Jugendkultur und Sportereignisse und nutzen alle Medien, die ihnen zur Verfügung stehen. Sie sind auch darüber hinaus wissbegierig, bei ihnen steht soziales Engagement hoch im Kurs und sie legen Wert auf eine klare politische Meinung. Sie lesen zwei- bis dreimal in der Woche Zeitung.

  • Die Zeitungsmuffel, mehr Mädchen als Jungen, leben in Haushalten, wo oft keine Zeitung abonniert ist. Sie lesen ohnehin vergleichsweise wenig und nutzen vor allem das Fernsehen und das Radio. Ihre Interessen sind nicht sehr vielfältig, sie zeigen sich nicht sonderlich wissbegierig und finden, dass man auch ohne Zeitung auf dem Laufenden sein kann. Wenn überhaupt einmal etwas in Zeitungen gelesen wird, dann in den Rubriken Sport oder Vermischtes.

  • Die Zeitungsverweigerer, ganz überwiegend Mädchen und Hauptschülerinnen halten im Grunde gar nichts von Zeitungen, denen sie auch in ihren Haushalten, wo gewöhnlich keine Tageszeitung zu finden ist, nicht begegnen. Wofür sie sich interessieren ist vergleichsweise wenig: Mode, Sport, Diskos, Klatsch und Tratsch, was sie als ausgesprochene Soapfans regelrecht kultivieren. Darüber hinaus zeigen sie sich aber wenig interessiert an anderem.
    (vgl. Zukunft der Zeitung: Forschungsergebnisse zur Zielgruppe Jugend 2007)

Die Studien lieferten darüber hinaus wichtige Erkenntnisse darüber, wovon es letzten Endes abhing, dass junge Leute zur Tageszeitung greifen oder nicht.

  • An erster Stelle stand dabei das Vorbild der Eltern. Da, wo Eltern selbstverständlich Zeitung lasen, machten dies auch die Kinder eher.

  • Wer von den Jugendlichen Zeitung las, tat dies nach einem bestimmten Leseritual, zur gleichen Zeit, am selben Ort und in gewohnter Reihenfolge.

  • Aber natürlich folgten auch damals schon nicht alle Kinder dem elterlichen Vorbild beim Zeitunglesen. Es hing auch von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen ab, ob sich ein junger Mensch der Zeitungslektüre zuwandte. Eher wissbegierige und leistungsorientierte junge Leute vorneweg, die sich auch in ihrem Freundeskreis und in der Schule bei den Lehrkräften auszeichnen wollten. (vgl. Journalistik Journal, aus: merz, 3(2008) S.3) Jugendliche Zeitungslektüre war schon immer auch Selbstdarstellung, und ist es im Übrigen für viele erwachsene Zeitungsleser eben auch.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 01.12.2016

 


   Arbeitsanregungen:
  1. Arbeiten Sie die Gründe heraus, die im Text dafür genannt werden, dass Jugendliche zur Zeitung greifen.

  2. Erläutern Sie die dargestellten Informationspräferenzen mit eigenen Beispielen.

  3. Sammeln Sie Argumente Pro und Contra Zeitunglesen.

  4. Visualisieren Sie den Text.
     

                            
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