Das Zeitunglesen besitzt heute allen gegenteiligen
Äußerungen zum Trotz immer noch Bedeutung im Leben der Jugendlichen.
Darauf weist der folgende Artikel aus dem Journalistik Journal hin, der
in der Zeitschrift medien+erziehung 3(2008) abgedruckt worden ist.
Zeitunglesen hoch im Kurs
Trotz verlockender Fluten von Informationen in den
neuen Medien ist die Zeitung für Jugendliche ein unverzichtbares
Informationsmedium geblieben. Wie Karola Graf-Szczuka, Professorin
für Medien und Psychologie an der Unternehmer-Hochschule BiTS in
Iserlohn anhand aktueller Studien aufzeigt, lesen 44 Prozent der
Jungen und 51 Prozent der Mädchen im Alter von zwölf bis 19 Jahren
regelmäßig die Tageszeitung. Sie gilt vor allem bei 18- und
19-Jährigen als wichtiger Themenlieferant für Gespräche im
Bekanntenkreis. Welche Faktoren aber führen dazu, dass manche
Jugendliche häufiger als andere zur Zeitung greifen? Zunächst ist
das Leseverhalten der Eltern entscheidend. Jugendliche aus
Haushalten, in denen die Zeitung als alltägliches Element integriert
ist, greifen auch öfters nach ihr. Sie haben außerdem bestimmte
Leserituale entwickelt und lesen die Zeitung immer zur selben Zeit,
am selben Ort und in gewohnter Reihenfolge. Doch nicht alle
Jugendlichen, die aus einem zeitungsfreundlichen Elternhaus kommen,
zeigen zwangsläufig Interesse für das Medium. Auch bestimmte
Persönlichkeitsmerkmale wie Wissbegierde und Leistungsorientierung
sind Voraussetzung, damit sie eine starke Bindung zur Zeitung
entwickeln. Gerade in dieser Entwicklungsphase möchten sich die
jungen Leserinnen und Leser durch Fachwissen im Freundeskreis oder
bei Lehrkräften auszeichnen.
Journalistik Journal (aus: merz, 3(2008). S.3)
Arbeitsanregungen:
Arbeiten Sie die Gründe heraus, die im Text dafür genannt werden,
dass Jugendliche zur Zeitung greifen.
Erweitern Sie die vorstehende Argumentationen nach dem Muster und
fahren Sie fort, indem sie die entsprechenden Thesen und Argumente des
Textes erläutern und ausbauen:
Wenn die Zeitung einen festen Platz im
Alltagsleben einer Familie hat, dann greifen auch die Jugendlichen eher
zur Zeitung. Das könnte der Fall sein, wenn die Zeitung mehr oder
weniger täglich von Eltern und Kindern als Informationsmedium genutzt
wird, etwa um sich über das Kino- und/oder Fernsehprogramm zu
informieren, die Kleinanzeigen zu studieren oder um über bestimmte
Ereignisse in Politik, Sport oder Gesellschaft zu lesen. Erhöht wird ein
solches Interesse von Jugendlichen an der Zeitung sicher noch mehr, wenn
etwas, was in einer Zeitung steht, öfter auch zum Gesprächsthema der
Familienmitglieder untereinander wird.
Aber auch bestimmte Rituale erleichtern Jugendlichen den Zugang zur
Zeitung....