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Die Öffentlichkeit interessiert sich bisher hauptsächlich für kahlgeschorene Männer, die Flüchtlingsheime anzünden und Hatz auf Ausländer und Andersdenkende machen. (1)_______ belegen Umfragen, (2)_______ bei Frauen rechtes Gedankengut genauso verbreitet ist. (3)_______ sind zur Zeit mehr als 95% der Gewalttäter aus dem rechten Spektrum Männer. (4)_______ schon heute ist ein Drittel der rechtsextremen Szene weiblich. (5)_______: Der Anteil von "Skin-Bräuten" in gewaltbereiten Jugendgruppen steigt, so die Beobachtungen des brandenburgischen Verfassungsschutzes. Wer sind diese Frauen? Heimchen am Herd, die für ihre Führer Plätzchen backen? "Keineswegs", sagt die Sozialpsychologin Gudrun-Axeli Knapp: "Viele Frauen in der rechten Szene passen nicht in das Nazi-Klischee von gestern".(6) _______ die "Deutsche Frauen Front", eine militante Neonazi-Gruppe mit eigener Zeitschrift ("Die Kämpferin"). (7)_______ fordern die radikalen Frauen, bei gewalttätigen Einsätzen der Männer dabeisein zu dürfen. Eine Leserbriefschreiberin in einem Rechtsaußen-Blatt: "Das Kämpfen liegt den arischen Frauen im Blute." ( ) Gudrun-Anneli Knapp warnt (8)_______, rechte Frauen zu unterschätzen. Eine ähnliche Meinung vertritt Sonja Balbach. Die Journalistin hat Frauen und Mädchen interviewt, die sich selbst als "rechts" bezeichnen. (9)_______ kam heraus: "Das Wunschfrauenbild der rechten Männer und das Selbstverständnis der rechten Frauen ist unterschiedlich." (10)_______ eine 19-jährige Friseurin, Mitglied der rechtsextremen Gruppe "Deutsche Nationalisten". Sie fordert (11)_______ Gleichberechtigung wie "ganz normale" Frauen auch: "Heim, Herd und Wiege, das ist doch alles Müll." (12)_______ sehen die politischen Ziele der jungen Frau so aus: "Die ganzen Asylbetrüger müssen fort, und wir würden hier überhaupt alles wieder in Ordnung bringen." Was also tun gegen weiblichen Rechtsradikalismus? Sonja Balbach plädiert dafür, die ganz normalen Wünsche dieser Frauen nach einem Arbeitsplatz und gesellschaftlicher Anerkennung ernst zu nehmen, ohne ausländerfeindliche Einstellungen und Gewaltbereitschaft zu verharmlosen. Ilse Ridder-Melchers, Gleichstellungsministerin in Nordrhein-Westfalen, sagt, man habe sich zu lange auf Sozialarbeit für gewalttätige Jungen konzentriert. (13)_______ soll in Bochum demnächst ein erstes Projekt für rechtsradikale Mädchen starten. (aus: brigitte 19/1994, S.86) |
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