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Partnerschaftliches Argumentieren

Grundprinzipien

Konsensmodell oder Sieg-Niederlage-Modell


Die Partnerorientierung beim Argumentieren kann an einem Konsensmodell oder an einem Sieg-Niederlage Modell orientiert sein. (→Stufen der Konflikteskalation)

Partnerschaftliches Argumentieren ist - aller Strittigkeit des Argumentationsthemas zum Trotz - prinzipiell am  Konsensmodell orientiert und geht von folgenden Prinzipien der partnerschaftlichen Argumentation aus:

  • Einverständnis (Konsens) und Kompromiss sind Idealziele des partnerschaftlichen Argumentierens. Allerdings kann eine partnerschaftlich geführte Auseinandersetzung auch damit enden, dass Standpunkte gegeneinander abgegrenzt werden.

  • Um die Idealziele zu erreichen, soll der Gesprächspartner im Rahmen der argumentativen Auseinandersetzung überzeugt werden.

  • Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, den anderen als Gesprächspartner mit eigenen Vorstellungen, Auffassungen und Meinungen zu akzeptieren.

  • Bei der Argumentation kommen dabei alle jene Typen der Argumentation und Argumentationsstrategien zum Zuge, die den anderen nicht um jeden Preis überreden oder mundtot machen sollen oder ihm gar gegen seine ausdrücklich artikulierten Interessen eine andere Meinung suggerieren sollen. Der rhetorische Giftschrank bleibt zu. Davon unberührt bleiben dabei alle partnerschaftlich fundierten Verfahren, mit denen man den Standpunkt des Gegenübers in einer Argumentation erschüttern kann. Dazu gehören natürlich alle Verfahren, die

    • die Richtigkeit seiner Argumente bestreiten oder

    • die Genauigkeit seiner Argumente bezweifeln.

    Sofern diese Verfahren den →realistischen Anforderungen an Alltagsargumentationen entsprechen oder, im Idealfall, den »Regeln der kritischen Argumentation, sind sie also als partnerschaftliches Argumentieren einzuordnen.

  • Besonders wichtig für das partnerschaftliche Argumentieren ist aber auch  die Bereitschaft, den anderen überhaupt zu Wort kommen zu lassen,  und die Bereitschaft und  Fähigkeit, dem anderen zuzuhören.

Frank R. Pfetsch (1994, S. 2) hat für die zivile Konfliktbearbeitung 7 Prinzipien formuliert, die auch für das partnerschaftliche Argumentieren wichtige Anregungen geben können. (→Stufen der Konflikteskalation) Diese Prinzipien sind:

  1. "Suche nach Lösungen, die allen Parteien einen Vorteil bringen.

  2. Suche nach Lösungen, die sicherstellen, dass keine Partei ihr Gesicht verliert.

  3. Trenne persönliche von sachlichen Problemen.

  4. Überzeuge deinen Gegner vom Vorteil einer Lösung und von dem Schaden, der mit einer anderen Verhandlungslösung verbunden sein kann.

  5. Suche bei festgefahrenen Verhandlungen nach informellen Gesprächen.

  6. Suche bei komplexen Entscheidungsmaterien diejenigen aus, die am ehesten die Zustimmung erhalten und damit einer Lösung zugeführt werden können.

  7. Sind mehrere Güter gleichzeitig strittig, versuche ein Gut mit einem anderen aufzurechnen (Paketlösung)."

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.12.2016

vgl. auch:

 

      
   
   Arbeitsanregungen:
  1. Zeigen Sie die Bedeutung der Prinzipien einer partnerschaftlichen Kommunikation an geeigneten Beispielen auf.

  2. Welche der Prinzipien ziviler Konfliktbewältigung erscheint Ihnen besonders wichtig? - Sortieren Sie die Prinzipien nach Ihrer Bedeutung für Sie selbst. Begründen Sie Ihre Entscheidungen.
     

 
      
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