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Induktive Argumente

Argumente aus der Autorität


  Argumente, die eine Aussage unter Heranziehung einer bestimmten Person, Institution oder Schrift als Autorität begründen, sind induktive Argumente. Man bezeichnet sie als Argumente aus der Autorität. (vgl. Argumente stützen) Werden im umgekehrten Fall Aussagen dadurch angegriffen, dass man kritisiert, diese sei von einer Nicht-Autorität behauptet worden, spricht man von einem Argument gegen den Mann.

Das Argument aus der Autorität lässt sich wie folgt darstellen:

X behauptet p.
Also: p ist wahr.

Dieses Argument lässt sich auf zwei Arten paraphrasieren:

Paraphrase 1 Paraphrase 2 (Form des statistischen Arguments)
X ist im Hinblick auf p eine Autorität.
X behauptet p.
► Also: p ist wahr.
Die meisten Aussagen von X im Hinblick auf p sind wahr.
p ist eine Aussage von X.
► Also: p ist wahr

Es ist offensichtlich, dass frühere wahre Behauptungen einer Autorität nicht garantieren können, dass von dieser Autorität neu aufgestellte Behauptungen ebenfalls zutreffend sind. Es spricht eben nur manches dafür und macht sie damit u. U. wahrscheinlich.

Fehlschlüsse beim Argument aus der Autorität

Gerade die Argumente aus der Autorität sind häufig Quelle von Fehlschlüssen:

Fehlschluss Beispiel
  1. Die Autorität wurde falsch zitiert oder missverstanden.
Ärztliche Diagnosen werden in eine falsche Therapie umgesetzt.
  1. Die Autorität besitzt in dem bestimmten Themengebiet keine Kompetenz.
Ein Professor der Archäologie äußert sich unter Angabe seines akademischen Grades über makroökonomischen Ursachen der Wirtschaftskrise.
  1. Die Autorität genießt hohe Popularität ist aber im in Frage kommenden Themengebiet nicht kompetent.
Franz Beckenbauer wirbt für ein bestimmtes Mobilfunknetz.
  1. Die Autorität macht Aussagen über Dinge, über die sie keine eigenen Erfahrungsdaten haben kann.
Ein religiöser Führer will den genauen Willen Gottes kennen.
  1. Verschiedene Autoritäten widersprechen sich in einer bestimmten Frage.
Bei der Suche nach den Ursachen der Klimakatastrophe gibt es gegensätzliche Gutachten.

(vgl. Bayer 1999, S.136f.)

Vorausgesetzt, man versucht die vorstehenden Fehlschlüsse zu vermeiden, ist gegen das Argument aus der Autorität grundsätzlich nichts einzuwenden und daher widerspricht es keineswegs partnerzentriertem partnerschaftlichen Argumentieren. Wer jedoch annimmt, dass moderne, demokratisch verfasste Gesellschaften gegen die oben dargestellten Fehlschlüsse gefeit sein müssten, sieht sich getäuscht. "Schule und Medien vermitteln", so betont Bayer, "ein entweder extrem spezialistisches oder - häufiger - nur oberflächliches Wissen über fast alles und jedes, so dass man über viele Themen ungefähr Bescheid weiß und sich informiert und zugleich desorientiert fühlt. Hier ist der Rückgriff auf Autoritäten ein bequemer Ausweg: Aus dem unübersichtlichen Wust schulisch und medial vermittelter Informationen wählt man oft nicht in selbständiger und sachbezogener Argumentation, sondern nach Autorität und Übereinstimmung aus." (Bayer 1999, S.136f.)

 
      
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