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Erweiterte Argumentation

Gegenargumentation


Unter Gegenargumentation kann man Verschiedenes verstehen. Handelt es sich um etwas Strittiges, das zu einer argumentativen Auseinandersetzung führt, kann damit z. B. zweierlei gemeint sein:
  • Jeder Beitrag, der bei einer Pro-Contra-Konstellation von der jeweiligen Gegenseite vorgebracht wird.

  • Gänzlich oder teilweise gegensätzliche Argumentationen, die mehr oder weniger direkt aufeinander Bezug nehmen.

In diesem Zusammenhang untersuchen wir die zweite Gruppe und betrachten diese unter dem Blickwinkel des allgemeinen Argumentationsschemas der erweiterten Argumentation. Wir unterscheiden dabei die grundsätzlich ablehnende, antithetische (Gegen-)Argumentation und die teilweise ablehnende bzw. teilweise zustimmende (Gegen-)Argumentation.

Die grundsätzlich ablehnende, antithetische Gegenargumentation

Wird die in der vorangehenden Argumentation aufgestellte These bestritten, indem man eine direkte Gegenthese, auch Antithese genannt, aufstellt, dann beschreitet man den Weg einer antithetischen (Gegen-) Argumentation.

Dabei werden – je nach Bedarf – alle anderen Elemente der erweiterten Argumentation (Argument, Beleg/Beweis, Beispiel, ggf. Schlussfolgerung) für diese Art der Gegenargumentation ausgeführt.
Mit der antithetischen (Gegen-)Argumentation bestreitet man also eine zuvor (von der Gegenseite) aufgestellte Behauptung einschließlich ihrer untergeordneten Glieder grundsätzlich und versagt ihre jegliche Zustimmung.

Beispiel:

  • Rauchen verursacht Krebs.

  • Das Rauchen verursacht keinen Krebs.

Die teilweise ablehnende/teilweise zustimmende Gegenargumentation

In einer argumentativen Auseinandersetzung kann man sich im Grundsätzlichen jedoch auch einig sein. In einem solchen Fall

  • teilt man die übergeordnete Behauptung / These, ist aber mit den dafür vorgebrachten Argumenten nicht einverstanden oder

  • hält das, was zu deren Stützung angebracht wird, für unrichtig.

Hier ist also nicht die übergeordnete These strittig, sondern das, was zu ihrer Begründung angeführt wird. Bei der teilweise ablehnenden Gegenargumentation, die man mit Fug und Recht auch teilweise zustimmende Argumentation nennen könnte, kann u. a.

  • ein unrichtiges, bzw. nicht für gültig gehaltenes Argument bestritten,

  • ein mangelhafter Beweis oder Beleg kritisiert,

  • ein untaugliches Beispiel angegriffen werden.

Für die Praxis der Argumentation, z.B. im mündlich geführten Diskussion, aber auch im Zusammenhang mit schriftlichen Erörterungen (z. B. Texterörterung) ist es wichtig, zu erkennen, welches Element einer vorangegangenen Argumentation bei der Gegenargumentation aufgegriffen wird, wo also die jeweilige Gegenargumentation ansetzt.

 

     
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