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Zeichensetzung

Anführungszeichen

 

Die direkte Redewiedergabe wird in geschriebener Sprache üblicherweise mit einem Wiedergabeindex versehen, der Anfang und Ende des wörtlich Wiedergegebenen markiert.
Das wichtigste Mittel zur Markierung sind die Anführungszeichen, deren Verwendung mit bestimmten Regeln der Zeichensetzung  verbunden sind.
Grundsätzlich gilt: Eine wörtlich wiedergegebene Äußerung wird in Anführungszeichen eingeschlossen. Wenn die direkte Rede in einem übergeordneten Satz unterbrochen wird, werden alle Teile der direkten Rede in Anführungszeichen eingeschlossen.
Anführungszeichen sind für für bestimmte Textsorten bis heute unverzichtbar. So gehört es bei journalistischen Darstellungsformen selbstverständlich dazu, wirklich Gesagtes in Anführungszeichen zu setzen, um es als originale und authentische Wiedergabe zu markieren.
Beim wörtlichen Zitieren gehört das korrekte Setzen von Anführungszeichen zu den Grundfähigkeiten, denn Textpassagen, die in anderen Werken im Wortlaut verwendet werden, müssen aus urheberrechtlichen Gründen, wegen herrschender wissenschaftlicher Konventionen und nicht zuletzt aus Gründen allgemeiner Redlichkeit wortgetreu wiedergegeben werden. Andernfalls handelt es sich um ein Plagiat.
In epischen Texten wird von dieser allgemein gültigen grammatischen Signalisierung der direkten Rede sehr häufig Gebrauch gemacht. Daneben hat sich jedoch in der modernen Literatur mehr und mehr durchgesetzt, auf die Anführungszeichen als Wiedergabeindizes zu verzichten. (→ Beispiel, →Verzicht auf Markierung als Stilmittel)

Regeln und Hinweise:
(Hervorhebungen der betroffenen Satzzeichen durch Farbe und Fettdruck geschehen nur zur Verdeutlichung)

1. Anführungszeichen stehen vor und nach etwas wörtlich Wiedergegebenem.
Beispiele
2. Anführungszeichen stehen vor Überschriften, Titeln von Büchern, Filmen, Videos, Musikstücken, Namen von Zeitungen u. ä. (→Besonderheiten beim Zitieren: Anführungszeichen)
Beispiele
  • In der "Süddeutschen Zeitung" vom 01.12.08 stand unter dem Titel "Die Obsönität des Bösen" eine Kritik zur Aufführung von Elfriede Jelineks "Rechnitz (Der Würgeengel)", die von Christine Dössel  verfasst worden ist.

  • Der Kommentar "Gnade bringt keine Punkte“ von Frank Spehring, erschienen am 24.05.04 im "Nordwest-Anzeiger",  befasst sich mit den Wirkungen von so genannten Ego-Shooter-Spielen.

  • Die Uraufführung von Friedrich Schillers Erstlingsdrama "Die Räuber" am Mannheimer Nationaltheater ließ den Autor wie einen Kometen am deutschen Theaterhimmel aufsteigen. Und Goethe? Er hasste die "Räuber", hielt das Drama für verkorkst, auch wenn man den "Räubern" und ihrem Dichter sonst Lobeshymnen widmete.

  • Im "Spiegel" war im November 2008 zu lesen, dass der Film "Der Mann, der niemals lebte" auf der Roman-Vorlage des "Washington Post"-Journalisten David Ignatius beruht und neben Leonardo DiCaprio, Russel Crowe auch Altmeister Ridley Scott ("Blade Runner") die Hauptrollen spielen.

  • In der "Zeit" vom 27.11.2008 wird berichtet, dass die Kräutermischung Spice zur neuen Modedroge wird.

  • Die Finanzkrise hat jetzt auch die Fußballprofis erwischt. Nach Angaben des Wochenmagazins "Der Spiegel" vom 17.11.2008 hat z. B. der spanische Nationalspieler Sergio Ramos durch die Pleite der US-Investmentbank Lehmann Brothers rund drei Millionen Euro verloren.

3. Mit Anführungszeichen können Wörter oder Textteile hervorgehoben werden (z.B. Fachwörter, Sprichwörter).
Beispiele
  • "Eile mit Weile!" sagt das bekannte Sprichwort.

  • Wie für vieles andere gilt auch für die Zeichensetzung der Spruch "Aller Anfang ist schwer",

  • Der Begriff "Schuluniform" ist für manche schon negative besetzt, da der Begriff Uniform in Deutschland noch häufig mit Erinnerungen an Diktaturen wie im Nationalsozialismus und der DDR in Verbindung gebracht werden. Da hören sich die Begriffe "Schulkleidung" oder "Schul-Sweatshirt" dagegen doch ziemlich unbelastet an.

  • Der Schüler brachte zu seiner Entschuldigung vor, er habe damit niemanden beleidigen, sondern "nur" seine Meinung sagen vollen.

4. Wenn man etwas innerhalb einer Anführung anführt, wird dies durch halbe Anführungszeichen (') kenntlich gemacht.
Beispiele
  • In seinem Buch "Das gekaufte Paradies Tourismus im 21. Jahrhundert" aus dem Jahre 2001 führt der Autor Hans W. Opaschewski zur soziologischen Theorie des Tourismus von Hans-Joachim Knebel aus: "Nach Knebel gilt die Rolle des Touristen als 'eine der totalsten, aller dem sozial, psychisch und physisch offen stehenden Rollen', d. h. für den Touristen gibt es während der Urlaubszeit kein Entrinnen aus der Rolle des Touristen: "Der Tourist wird von den anderen, wo immer er auftaucht, schon weitem als solcher erkannt' (Knebel 1960. S. 100).

  • "Heute Abend kommt 'Wetten dass' im Fernsehen", sagte sie.

  • Thorsten beklagt: "Der Lehrer benutz ständig 'Killerprasen' wie 'Das bringt doch nichts!', wenn wir mit ihm über die Sache reden wollen.

5. Wenn Satzzeichen wie Punkt, Frage- oder Ausrufezeichen zu dem gehören, was wörtlich wiedergegeben wird, werden sie vor das abschließende Anführungszeichen gesetzt.
Beispiele
  • Der Roman "Wo warst du, Adam?" von Heinrich Böll (1917-1985), der im Jahre 1972 den Literaturnobelpreis erhalten hat, ist im Jahr 1951 erschienen.

  • Mit dem Ruf "Halt! Stehenbleiben oder ich schieße!" gab der Polizeibeamte eine klare Vorwarnung ab, ehe er von der Schusswaffe Gebrauch machte.
     

6. Kürzere Anführungen werden gewöhnlich ohne Doppelpunkt geschrieben, längere können einen Doppelpunkt vor der Anführung haben.
Beispiele
  • Das Drama, mit dem Friedrich Schiller auf einen Schlag in aller Munde war, heißt "Die Räuber".

  • Der vollständige Titel des neuen Buchs des Autors der Erlebnisgesellschaft lautet: "Die beste aller Welten. Wohin bewegt sich die Gesellschaft im 21. Jahrhundert?".
     

7. Der Begleitsatz behält sein normales Satzzeichen, d. h. Die Satzzeichen des Begleitsatzes müssen so sein, wie sie auch ohne die Anführung gesetzt werden müssten.
Beispiele
  • Was heißt auf Italienisch "Haus"? - Was heißt auf Italienisch: "Wir möchten gerne einen trockenen Rotwein aus der Toskana"?

  • Wer hat den Film "Der mit dem Wolf tanzt" gesehen?

Auch wenn die Anführung auf ein Fragezeichen oder ein Ausrufezeichen endet, wird am Ende des Begleitsatzes ein Punkt gesetzt.
Beispiele

  • Ich interessiere mich für die Wirkung Axel von Ambessers Stück "Wie führe ich eine Ehe?".

  • Ich ignoriere fortan einfach dein "Das klappt doch nicht!".

Treffen im angeführten und im Begleitsatz jeweils Ausrufe- oder Fragezeichen aufeinander, müssen beide gesetzt werden.
Beispiele

  • Wie fandest du den den Film "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?"?

  • Ich habe keine Lust mehr auf dieses andauernde "Tu dies, tu das!"!
     

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