Aufgaben zur Textanalyse,
die hier als ▪ Teil der Interpretation von
literarischen Texten angesehen werden, sind wichtige ▪
kognitiv-analytisch ausgerichtete Zugänge
und ▪
Methoden des Literaturunterrichts
(Spinner
2010, S.207ff., 32019, S.234ff.) Textanalyse ist dabei
zunächst einmal"ein Sammelbegriff für verschiedene philologische Verfahren,
die unterschiedlichen Zwecken dienen" (Abraham
1996a, S.62) angesehen werden kann. Als "didaktische
Analyse" (ebd.,
S.63) erhält sie im kognitiv-analytisch ausgerichteten Literaturunterricht
ein besonderes Profil als "zerlegende Untersuchung eines Textes – auch eines
Textauszugs oder eines ganzen Textkorpus´ – auf seine Beschaffenheit
und/oder Sinnhaftigkeit hin." (ebd.)
Bei der
(didaktischen) Textanalyse, wir sprechen weiter nur von
Textanalyse, "werden mithilfe von textanalytischen Kategorien
zentrale Textelemente auf den Ebenen von Inhalt und Form
isoliert und funktionale Zusammenhänge zwischen diesen Elementen
bestimmt. Anders als durch ein vorbegriffliches Vorgehen können
die Schüler so zentrale Elemente literarischer Texte in
reflektierter und systematischer Weise erfassen (vgl.
Leubner / Saupe 2016, S. 88–99)" (Leubner/Saupe/Richter
2016, S.77, Kindle-Version)
Die
textanalytischen Verfahren, die im Literaturunterricht zum
Einsatz kommen, orientieren sich im Allgemeinen an den ▪
Methoden der Literaturwissenschaft
zu Textanalyse und Interpretation. Die Folge von Teiloperationen,
die bei der Textanalyse durchgeführt werden, können dabei
gewöhnlich je nach Erkenntnisinteresse(n) unterschiedlich
ausfallen. (Abraham
1996a, S.63)
Dabei werden vor allem im
gymnasialen Bereich und in der Sekundarstufe II einzelne Konzepte der
Literaturwissenschaft, z. B. im Bereich der Erzähltheorie, immer
wieder einmal neue Ansätze zum Unterrichtsgegenstand gemacht.(vgl. Spinner 2010,
S.208)
Das Problem ist allerdings, dass im Bereich der schulischen Analyse
literarischer Texte "ein Konsens über ein
fachwissenschaftlich begründetes und didaktisch reflektiertes
Begriffsinstrumentarium noch nicht gefunden ist." (Leubner/Saupe/Richter
2016, S.252, Kindle-Version)
Dies betrifft
auch die Bedeutung so zentraler Begriffe wie
Analyse
und
Interpretation. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird häufig
kaum ein Unterschied gemacht und wenn doch, je nach Kontext bzw.
Kommunikationssituation darüber entschieden. Auch in den
Fachwissenschaften herrscht Durcheinander. Dennoch halten
auch hier manche aus guten an einer Unterscheidung fest. So
grenzen
Köppe/Winko (2008,
S.13 f.) "Analyse und Beschreibung einerseits und der Interpretation
literarischer Texte andererseits" voneinander ab. Zwar ist auch ihnen
bewusst, dass es über die Bedeutung der Begriffe keinen Konsens gibt, dennoch
halten sie an dieser Unterscheidung fest, "da sie
es erlaubt, eine komplexe literaturwissenschaftliche Tätigkeit nach
bestimmten Kriterien zu differenzieren und damit klarer beschreibbar zu
machen. Textanalysen gelten als eher neutral gegenüber den spezifischen
Rahmenannahmen eines literaturtheoretischen Ansatzes, für Interpretationen
dagegen wird der Grad der Abhängigkeit von solchen Rahmenannahmen als hoch
angesetzt."
Im
kognitiv-analytisch orientierten Literaturunterricht geht die
Analyse der Interpretation in der Regel selbstverständlich
voraus und wird nicht nur bei Schreibaufgaben im
Leistungsraum
zum Gegenstand eines zwar gut gemeinten, aber oft eben schlecht
gemachten kleinschrittigen Fragenkatalogs zur Analyse eines
Textes oder eines didaktisch fein aufeinander abgestimmten
Fragenkatalogs (Leit- und Detailfragen) bzw. von ▪
Relevanzinstruktionen, die
Abraham
(1996a, S.76) als
Inszenierung eines Frage–Antwort–Spiels
ansieht, dem er den Namen "Textverhör" gegeben hat. Das
Textverhör macht den Prozess der Analyse seiner Ansicht nach
"zum Herausprozessieren einer 'Wahrheit' aus dem Text"
(ebd.,
S.78). Die Schreibrolle, die den Schülerinnen und Schülern bei
solcher
"methodischen Zwangsarbeit" einnehmen sollen, sei "die Rolle des Inquistor"
(ebd.).
Schon die Fragenkataloge, denen sie dabei häufig folgen sollen, stellen, so
Abraham weiter "Anstiftungen zum Textverhör dar"
(ebd.,
S.79). Ziel dieses inquisitorischen Frage–Antwort–Spiels, das
methodisch die didaktische Textanalyse umsetzt
ist es. dem Text eine
Art Geständnis über die von ihm zur Gestaltung seiner Aussagen
eingesetzten Mittel abzuringen. (vgl.
Scheffer
1992, S.60, zit n.
ebd.)
Auch wenn die
Kritiker zu recht darauf aufmerksam machen, dass
"herkömmliche Textanalyse- und Interpretationsaufsätze über
Literatur [...] schreib- und korrekturmethodische Schauplätze
einer falschen Reduktion ästhetischer Erfahrung und
literarischer Urteilsbildung [sind]"
(ebd.,
S.112) haben kognitiv-analytische Ansätze bei der Textanalyse
auch heute noch ihren festen Platz im Literaturunterricht und
haben sogar im Rahmen der Kompetenzorientierung wieder an
Bedeutung gewonnen. Und in deren Gefolge haben sind
dementsprechend auch die Gräben, die zwischen der so genannten •
"Literaturwissenschaftsdidaktik"
(Köster 2015,
S.60 unter Bezugnahme auf
Pflugmacher
2014, S. 157f.) und der so genannten
"Literaturdidaktik" (ebd.)
trotz grundlegender konzeptioneller Gegensätze, wohl nicht mehr
so tief. Während sich jene im Prinzip an den Kategorien und
Methoden der Literaturwissenschaft und damit an
kognitiv-analytischen Formen des Literumgangs orientiert,
akzentuiert diese die Bedeutung ästhetischer Erfahrung. In der
schulischen Praxis ist man dabei ohnehin wohl eher pragmatisch
und flexibel mit diesen beiden Ansätzen umgegangen.
Die Könnensbeschreibungen
der ▪
KMK-Bildungsstandards
Deutsch (▪
BISTA-AHR-D 2012) für
den ▪
Kompetenzbereich
▪
Sich
mit literarischen Texten auseinandersetzen geben
angesichts dieser Sachlage bei den
diesbezüglichen ▪
Standards für das ▪
grundlegende und das
▪
erhöhte Niveau sowie bei den einschlägigen Ausführungen zum
▪
untersuchenden Erschließungsverfahren literarischer Texte
keine Kategorien und die dahinter stehenden
literaturwissenschaftlichen und literaturdidaktischen Konzepte
vor.
Kognitiv-analytische Aufgaben zur Textanalyse zielen darauf, die
•
literarästhetische Rezeptionskompetenz der Schülerinnen und
Schüler zu fördern. Dabei ist es didaktisch von Vorteil, wenn
die Schülerinnen und Schülern, selbst darüber zu entscheiden
können, "welche Analysekategorien sie für die Texterschließung
nutzen, die Kategorien selbstständig auf bestimmte Textstellen
anwenden und zudem die Ergiebigkeit dieser Anwendung
reflektieren." (Leubner/Saupe/Richter
2016, S.78f., Kindle-Version)
Allerdings ist dies hohe
Kompetenzniveau wohl für viele Schüler*innen kaum zu erreichen.
Sie verfügen nämlich nicht unbedingt über das dafür nötige
metakognitive Wissen,
das sie zum Erkennen der jeweils passenden und
zugleich auch für die jeweils konkrete Analyse geeigneten
Kriterien bzw. Kategorien benötigen.
In jedem Fall
sollte die ▪
schulische Analyse und Interpretation der
"Werkzeugkasten-Fraktion" (Vogt
2011, S.10) verbunden sein, die ihre allgemeinen Begriffe,
Kategorien und Unterscheidungen kompakt und in einer Ordnung, die
sich sich den vergangenen Jahrzehnten als praktisch und gut handhabbar
erwiesen hat, flexibel verwendet. Dabei muss man nicht davor
zurückschrecken, diese aus verschiedenen Quellen oder
wissenschaftlichen Schulen zusammenzustellen. (vgl.
ebd.). Dieses durchaus eklektische Vorgehen passt, da
ist Vogt voll und ganz zuzustimmen, in die "innerhalb der deutschen
Literaturwissenschaft [...] in den letzten Jahren doch immer stärker in
diese vernünftige Richtung eines entspannten Methodenpluralismus" (ebd.,
S.11) gegangene Entwicklung
Dessen
ungeachtet zeichnen sich gute Kategorien der Textanalyse dadurch
aus, dass sie möglichst einfach sind und auf eine Mehrzahl
von Texten angewendet werden können. Sie sollten sich auf den
Inhalt und Strukturen des jeweiligen Textes beziehen. Wenn zudem
die Form des Textes untersucht werden soll, dann ist es
didaktisch angezeigt, nur Kategorien, ggf. mit entsprechenden ▪
Relevanzinstruktionen
versehen, auszuwählen, die im Allgemeinen oder auch
in Bezug auf den jeweiligen Text für die Kohärenzbildung und die
Sinnkonstruktion besonders wichtig erscheinen. Wenn Kategorien
darüber noch für verschiedene Gattungen und mediale Formen (z.
B. Film) passen, um so besser. In jedem Fall ist die Auswahl
bestimmter Kategorien für die schulische Analyse und
Interpretation literarischer Texte auch eine Aufgabe
wohlbegründeter didaktischen Reduktion.
Textanalyse im Literaturunterricht ist nicht zwangsweise nur
kognitiv oder lehrerzentriert
Gerade in der Auseinandersetzung mit offenen
Unterrichtskonzepten und den Verfahren des ▪
handlungs- und
produktionsorientierten Unterrichts (vgl. auch: ▪
Operative Verfahren ▪
Textproduktive
Verfahren ▪ Bildnerisches und musikalisches Gestalten zu
literarischen Texten ▪ Darstellendes Spiel und szenische
Interpretation) wird einem auf die Textanalyse
ausgerichteten Unterricht vorschnell der Vorwurf gemacht, er sei
grundsätzlich einseitig kognitiv, lehrerzentriert,
detailfixiert, formalistisch und überfordere die Schülerinnen
und Schüler und verbaue zudem emotionale Zugänge zur Literatur
und jede Form subjektiven Textverstehens (vgl. Leubner/Saupe/Richter
2016, S.253, Kindle-Version,) Wird diese Form des unterrichtlichen Literaturumgangs
hingegen auf der Höhe der zeitgemäßen Literaturdidaktik
inszeniert, dann sollte auch kognitiv-analytische Verfahren
ihren Beitrag "zu einem (auch) emotional begründeten und (auch)
subjektiven Textverstehen" leisten "und den Schülern eine
möglichst selbstständige Arbeit ermöglichen" können. (ebd.)
Das Rahmenkonzept des untersuchenden Erschließens
Im ▪
Konzept des untersuchenden Erschließens literarischer Texte,
das zu den ▪
kognitiv-analytischen Methoden
der ▪
Textinterpretation in der Schule
zählt, werden die unterschiedlichen Aspekte der Textanalyse in
der Sekundarstufe II zusammengebracht.
Der Begriff des
untersuchenden
Erschließens, auf den wir auf teachSam immer wieder
zurückgreifen, um die Komplexität entsprechender Schreibaufgabe bei der
▪
schulischen Textinterpretation darzustellen, ist ein zentrales Konzept
für die Analyse und Interpretation literarischer Texte in der
Schule.
So wie es auf
teachSam verwendet wird, geht es auf die
Einheitlichen Prüfungsanforderungen in
der Abiturprüfung Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom
01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002) zurück. Auch unter dem Blickwinkel
der diese ablösenden ▪
Bildungsstandards hat es unseres Erachtens als Konzept nicht
ausgedient.

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Die im Mind Map
dargestellten Aufgaben zur Analyse literarischer Texte werden in
verschiedenen • Aufgabenformaten
umgesetzt.
Methoden der Textanalyse im Literaturunterricht (Kaspar H.
Spinner)
Für
Spinner (2010,
32019, S.234ff.) zählen zu den wichtigsten kognitiv-analytischen
Methoden der Textanalyse im Literaturunterricht die •
Stilanalyse, die strukturalistische bzw.
• semiotisch-strukturalistische Analyse, die
Analyse von Leitmotiven
und Dingsymbolen, die Kommunikationsanalyse, die
Erzählanalyse, die
Figurencharakterisierung und die Inszenierungsanalyse.

Analyse von
Leitmotiven und Dingsymbolen
Leitmotive und Dingsymbole können die Kohärenzbildung bei der ▪
Sinnkonstruktion
eines literarischen Textes wirksam unterstützen und den Aufbau eines
mentalen Modells des Textes als
▪
Brückeninferenzen oder ▪
elaborative Inferenzen steuern, wollen aber als solche erst
einmal auf der Textebene erkannt sein. Das bedeutet aber auch, dass
ihre Deutung nicht als Voraussetzung für das Verstehen eines Textes
anzusehen ist.
Bei der Analyse von Leitmotiven und Dingsymbolen soll sich in
einem gelenkten Verfahren die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und
Schüler daher auf bestimmte ▪
Motive und Dingsymbole
in einem literarischen Text richten. Dabei können sie nicht nur
lernen, ob und welche symbolische Bedeutung solche Elemente für den
Text und darüber hinaus haben können, sondern können ggf. auch
erkennen, welche Veränderungen, Umdeutungen bestimmte Motive und
Dingsymbole in einem Text erfahren, wenn sich z. B. ihre zunächst
positiv besetzte Bedeutung allmählich in ihr Gegenteil wandelt.
(vgl. Spinner 2010,
S.208f,, 32019, S. 235f.)
Kommunikationsanalyse
Die
Kommunikationsanalyse, Fragen also wer mit wem unter Berücksichtung
ihrer gegenseitigen Beziehung was mit welcher Absicht ▪
kommuniziert, ist vor allem in der ▪
Dramendidaktik bei
der ▪ Analyse der
Kommunikation von Figuren im ▪
Drama und bei erzählenden
Texten mit längeren Passagen szenischer Darstellungen eine wichtige
Methode des Literaturunterrichts geworden.
Dabei ist die
Unterscheidung des sogenannten Inhalts- und Beziehungsaspekts als
zwei verschiedene Modalitäten in der Kommunikation, die auf
Paul Watzlawick (1921-2007)
(1967) berühmte »Axiome
zurückgeht, grundlegend.
Dazu kommen aber
auch die ▪
kommunikationspychologischen Modelle Friedemann Schulz von Thuns
(▪
Kommunikationsquadrat,
▪
"Inneres Team" und situationsgerechte Kommunikation),
die kommunikationsbezogenen Ansätze der ▪
Transaktionsanalyse oder natürlich auch die
▪
Sprechaktanalyse der linguistischen
▪ Pragmatik
zum Zuge kommen und für die Analyse der Kommunikation zwischen
Figuren literarischer Texte wichtige Erkenntnisse vermitteln, die
sich auch in der Anschlusskommunikation gut verwenden lassen.
In den komplexen
Kommunikationsmodellen für die ▪
Kommunikation in
dramatischen Texten und ▪
für die epische
Kommunikation wird der ganze Bereich sichtbar, der zur Analyse
der Kommunikation in diesen Gattungen gehört-

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Erzählanalyse
Die Analyse von ▪ erzählenden
Texten, Fragen also ach dem ▪ "Wie" oder dem
▪ "Was" von
Erzählungen, umfasst ▪ die Darstellungsebene und die Ebene
des Dargestellten in einem erzählenden Text (vgl.
Fludernik 2006, S.34), die ▪
in der
Literaturwissenschaft mit unterschiedlichen Begriffen bezeichnet
werden.

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Der ▪
Werkzeugkasten verschiedener Kriterien zur ▪
schulischen Erzähltextanalyse bzw. schulischen Interpretation
erzählender Texte ist im Rahmen der ▪
Methoden
des Literatunterrichts bestückt mit Kategorien aus verschiedenen
Ansätzen der ▪
literaturwissenschaftlichen Erzähltextanalyse. Diese lassen sich auf der
Basis allgemeiner literaturdidaktischer Überlegungen und auf der Grundlage
des ▪
didaktischen Prinzips der Reduktion
zu einem für die unterschiedlichen Jahrgangsstufen und
Kompetenzniveaus geeigneten Repertoire zusammenstellen
(z. B. ▪
ABC der schulischen Erzähltextanalyse).
Bei der Auswahl der Kategorien aus dem Werkzeugkasten empfiehlt es
sich ohnehin aus literaturdidaktischen und an der Praxis sowie den
Zielen des Literaturunterrichts orientierten Gründen, wie
Bode (2005,
S.243) ▪allgemein
empfiehlt, ein "großzügigerer" Umgang mit gemischten
Analysekonzepten, die nicht in letzter Konsequenz voneinander
abgegrenzt werden müssen. Entscheidend ist dabei die heuristische
Funktion komplementär verwendeter Kategorien. Dies gilt insbesondere
auch für den ▪
literaturdidaktischen Umgang mit den Konzepten der Erzählertypologie.
In der Praxis werden die Kategorien im schulischen Umgang mit
Literatur über einen längeren Zeitraum hinweg an unterschiedlichen
erzählenden Texten erworben und für die Analyse, die ▪
Sinnkonstruktion
und die Kommunikation über die Texte verwendet, die bei der ▪
schulischen
Erzähltextanalyse in verschiedenen Jahrgangsstufen und auf
verschiedenen ▪
Kompetenzniveaus
der ▪
literarischen Kompetenz angemessen sind.
Wie ein Text in der
Schule dabei analysiert und interpretiert wird, hängt dabei auch
davon ab, ob die unterrichtlichen Prozesse
produkt- oder
prozessorientiert ablaufen sollen.
Was in den
▪
Werkzeugkasten
schulischer Erzähltextanalyse und -interpretation gehört, kann für die verschiedenen Jahrgangsstufen im
Rahmen der Kompetenzentwicklung natürlich unterschiedlich sein.
Entsprechende ▪
Kriterienkataloge der schulischen
Erzähltextanalyse sind z. B. ▪
für die Sekundarstufe I (vgl.
Leubner/Saupe (2006, S.154, 32012) entwickelt worden.

-
-
-
Figurencharakterisierung
-
Inszenierungsanalyse
Um möglichen
Schwierigkeiten beim Erwerb und der Förderung von Analysefähigkeiten
entgegenwirken zu können (vgl.
ebd.,
S.211), sollte man sich dabei an bestimmten Maximen orientieren:
-
Fachtermini seien,
zumindest in den unteren Jahrgansstufen für das Erkennen "der
Gemachtheit von literarischen Texten" (ebd.,
S.212) zwar nicht zweitrangig, aber oft auch keine Voraussetzung, um
bestimmte sprachliche Phänomene zu beschreiben. Allerdings nimmt natürlich die Wissenschaftsorientierung des
Literaturunterrichts in den höheren Jahrgangsstufenauch immer mehr
zu, so dass auch der Erwerb einer verbindlichen Beschreibungssprache
bei dem Verfassen von Metatexten Voraussetzung einer rationalen und
transparenten Verständigung über vor allem im
Leistungsraum
schulischen Lernens wird. (vgl.
Köster
2015, S.60)
-
Die Kategorien, die
bei der Textanalyse zum Einsatz kommen, sollten nach und nach an
geeigneten Texten erworben werden und zum Aufbau eines sukzessiv
erweiterbaren Repertoires (Werkzeugkasten) zur Analyse von Aspekten
wie z. B. Satzbau, Wortwahl, Zeit- und Raumstrukturen, Motiven,
Dingsymbolen u. ä. führen. Kritisch zu sehen sei dabei eine Praxis,
einfach vorgefertigte, mit x-beliebigen Beispielen versehene
Merkmalskataloge vorzugeben, die bei der Analyse eines Textes
einfach abgearbeitet werden. Allerdings ist hier einzuräumen, dass der kompetenzorientierte
Literaturunterricht in der Anwendung von Merkmalskatalogen mit ihrem
hohen Transferpotenzial auf Texte eine besonders ausgeprägte Form
der Verbindung von Wissen und Können sieht, das sich dazu auf
unterschiedlichen Kompetenzniveaus formulieren lässt.
-
Eine Überfrachtung
mit Analysebegriffen sei zu vermeiden. Stattdessen solle man lieber
immer wieder auf schon eingeführte Begriffe zurückgreifen.
-
Zudem sollte von
überhöhten Ansprüchen an die Stilanalyse auch in Schreibaufgaben für
das Abitur (was natürlich auch sonst für
Leistungsaufgaben in höheren Jahrgangsstufen zutrifft) abgesehen
werden, weil es meist genüge, "wenn Schülerinnen und Schüler in
einem Text Stellen finden, die für eine analysierende Betrachtung
interessant sind, und ihre Beobachtungen durch das
verknüpfende Herstellen von Zusammenhängen nachvollziehbar darlegen"
(Spinner
2010, S.212, Hervorh. d. Verf.) und stützen können. Jedes übermäßige "Zerpflücken von
Texten" (ebd.)
erweist sich hier als kontraproduktiv, setzt die Motivation zur
weiteren eigenständigen Analyse herab und mindert die
volitionale Bereitschaft,
sich analytisch oder auch auf andere Weise auf literarische Texte
überhaupt einzulassen.
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
24.07.2024
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