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Barock 1600 - 1720

Der Ordo-Gedanke in der Barocklyrik

Ivo Braak (1979)


Ein der Grundvoraussetzungen für das Verstehen barocker Dichtung ist die Vergegenwärtigung des stets wirksamen Ordo-(Ordnungs-)gedankens: [...]
So werden Mensch, Dichtung, Wiss, systematisiert, in eine ´feste Ordnung eingefügt, auf einen bestimmten Platz innerhalb der weltlichen Hierarchie gestellt, zwischen ihnen bestehen nur graduelle Unterschiede; deshalb kann der Gelehrte zugleich Dichter, der Wissenschaftler zugleich Künstler, der Mensch zugleich Dichter und Wissenschaftler sein. Ebenso vorgegeben durch bestimmte Muster - in der Bibel, der gr., röm. und nlat. Dichtung - sind die Dichtungsformen, die Bilder und Embleme, nach denen mit mehr oder weniger Geschicklichkeit gedichtet wird, d.h. Dichtungsgebilde hergestellt, kombiniert werden, denn Dichten gilt als lehr- und lernbar. Nicht subjektiver Gefühlsausdruck, Originalität im modernen Sinne machen Wert und Qualität eines Gedichts aus, sondern der Grad der Fähigkeit, aus vorgegebenem Material mit größtem Kunstverstand und oft geradezu raffiniertem Geschick neue Gedichte zu kombinieren. [...]
Barocke Lyrik ist öffentlich. Nicht inspirativ wird gedichtet, sondern im Auftrage, ausgebreitet vor aller Augen, gerückt ins Wahrnehmbare und ins Repräsentative: rhetorische Grundhaltung und theatralische Gebärde des Barockzeitalters.
  

(aus:  Braak 1979, S.12)
     

 
   Arbeitsanregungen:
  1. Erläutern Sie, was der Autor unter der Vergegenwärtigung des Ordo-Gedankens in barocker Lyrik versteht.
  2. Zeigen Sie dies an verschiedenen Beispielen auf (s. Textauswahl)
     
 
                      
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