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Barock 1600 - 1720

Vanitas, carpe diem und memento mori

Der Mensch in bipolarer Spannung


Die Literaturepoche des Barock stellt eine vergleichsweise einheitlich beschreibbare Epoche dar, die zwischen dem ganz und gar weltanschaulich-konfessionell geprägten Reformationszeitalter und der mehr von der Philosophie herkommenden Aufklärung liegt.

Zwischen Carpe diem und Memento mori: fortuna et vanitas (lat. = Glück und Nichtigkeit)

Wer an Barock denkt, der erinnert sich u. U. schnell an prunkvoll-überladene Kirchen mit ihren "Barockengeln" oder an gewaltige Schlossanlagen, die in ihrer Pracht kaum mehr zu übertreffen zu sein scheinen. Barock, so scheint es, war Lebensgenuss pur. Und doch stellen die Freude am Leben und der Lebensgenuss, der prunkvoll-repräsentative Lebensstil der Adeligen an den barocken Höfen, die mehr auf Schein als Sein ausgerichtete Mode und die Begeisterung für Schmuck und Zierde selbst in den einfachsten Dorfkirchen nur eine Seite barocken Lebensgefühls dar. Der Grundsatz des Carpe diem, was so viel bedeutet wie: pflücke den Tag, nutze den Tag, steht dafür und bringt zum Ausdruck, dass das vielfach bedrohte und kurze Leben möglichst intensiv genutzt und gelebt werden sollte.

Auf der anderen Seite - und immer in antithetischer Spannung dazu - steht das Wissen des Menschen im Barock um die Vergänglichkeit allen irdischen Daseins. Sein besonderes Verhältnis zum Tode entspringt aus dem Lebenshunger einer von Krieg und Seuchen geprägten Zeit. Das Memento mori ("Gedenke des Todes") hat daher seinen Ursprung nicht in "einer völligen inneren Ausrichtung auf das Jenseits, einer aufrichtigen Askese und Verachtung des Diesseits" (Frenzel, 1966, Bd. 1, S.116)

 

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