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Von der Poesie

»Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz (1654-1699)


 
 

Geht wo ein Schul-Regent1 in einem Flecken2 ab,

 

Mein Gott! wie rasen nicht die Tichter um sein Grab;

 

Der Tod wird ausgefiltzt, daß er dem theuren Leben

 

Nicht eine längre Frist, als achtzig Jahr, gegeben;

5

Die Erde wird bewegt, im Himmel Lerm gemacht.

 

Minerva3, wenn sie gleich in ihrem Hertzen lacht,

 

Auch Phöbus4 und sein Chor, die müssen, wider Willen,

 

Sich traurig, ohne Trost, in Flor5 und Boy6 verhüllen.

 

Mehr Götter sieht man offt auf solchem Zettel stehen,

 

Als Bürger in der That mit zu der Leiche gehen.

 

(aus: Friedrich Ludwig Rudolph von Canitz, Gedichte, hrsgg. v. Jürgen Stenzel, Tübingen 1982)

1 Schuldirektor
2 kleiner Ort
3 röm. Göttin (gr. Name Athene), u. a. Schutzgottheit der Dichter, Göttin der Kunst und Hüterin des Wissens 4 Beiname des gr. Gottes Appollon, u. a. Gott der schönen Künste
5 Trauerflor
6 ?
 

 

 
   
   Arbeitsanregungen:

Interpretieren Sie das Gedicht von »Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz (1654-1699)

  1. Geben Sie den Inhalt des Gedichtes wieder.
  2. Welche Aussageabsicht steht hinter dem Gedicht?
  3. Zeigen Sie, welche sprachlich-stilistischen Mittel der Autor zur Gestaltung der Aussage des Gedichtes  verwendet.

  

 
  
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