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Figurengedichte des Barock

Über den gekreuzigten Jesus

Catharina Regina von Greiffenberg (1633-1694)


  Das Figurengedicht der in der protestantischen Mystik verwurzelten geistlichen Lyrikerin »Catharina Regina von Greiffenberg (1633-1694) ist ein so genanntes Kreuzgedicht, hier in einer Druckfassung, wie sie im Barock üblich waren.


(Quelle: »Wikipedia)

In einer modernen Druckfassung, die nicht genau der »Fassung der Handschrift entspricht, liest sich das Gedicht folgendermaßen:

(Catharina Regina von Greiffenberg: Geistliche Sonette, Nürnberg 1662, S. 402-403, http://www.zeno.org/nid/20004881273)

Diese Fassung kann jedoch, wie Verweyen (o. J.) betont, das »handschriftliche Original kaum repräsentieren und erreicht die darin zur Gestaltung kommende "größtmögliche Übereinstimmung zwischen der Textgestalt des Gedichtes, dem Umriß in Kreuzform, und dem Thema des Textes, der Passion Christi am Kreuz und ihrer Erlösungsfunktion für den gläubigen Betrachter" nicht.
In dem Figurengedicht bänden sich, so fährt Verweyen (ebd.) fort, die syntaktischen und metrischen Gliederungen an die vorgegebene Struktur der grafischen Kreuzfigur und vergegenwärtigten als syntaktisch-semantische Teilglieder die Gestalt des gekreuzigten Christus. So werde im Bereich des oberen Kreuzstammes "von der dörner wunden" und den zum Todesschlaf sich schließenden Augen gesprochen. Im so genannten pictura-Teil des Querbalkens folge die Bild-Text-Kombination mit den ausgestreckten Armen und dem tief herabgesunkenen Gesicht bildlichen Darstellungen. Die Reime des Querbalkens seien metrisch von achthebigen, trochäisch bestimmten und dadurch ernst wirkenden Langversen geprägt. während die Kurzverse im Kreuzstamm unterhalb des Querholzes aus vierhebigen Trochäen bestünden und damit den Ernst des lyrischen Sprechens unterstreichen würden und sich auf die Seitenwunde und den gegeißelten Leib bezögen. Letzten Ende könne der betrachtende und meditierende Rezipient des Kreuzgedichts, das "Fleischwerden des 'Wortes'" selbst erfahren.
 

 
   
   Arbeitsanregungen:

Interpretieren Sie das Figurengedicht.

  1. Untersuchen Sie dabei besonders die Formelemente des Gedichts.
  2. Vergleichen Sie die verschiedenen Druckfassungen mit der »Handschrift der Dichterin.

 

 
  
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