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Intertextualität

Texte als Knotenpunkte im Netz verschiedener Diskurse (Michel Foucault)

Grundlagen der Textanalyse und InterpretationAntihermeneutische Modelle

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
LiteraturAutorinnen und Autoren Literarische Gattungen Literaturgeschichte Motive der Literatur Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Überblick Hermeneutische Modelle Antihermeneutische Modelle Überblick Dekonstruktivistisches Modell [ Intertextualität Überblick • Literaturdidaktische Bedeutung Der Text als Mosaik von Zitaten (Julia Kristeva) Texte als Knotenpunkte im Netz verschiedener Diskurse (Michel Foucault) Intertextualität und kulturelles Gedächtnis ] Kontextuelles Modell • Sonstige Modelle Literatur und Stil Textauswahl Literaturunterricht Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 

 

Grundlagen der Textanalyse und Interpretation
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Hermeneutische Modelle
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Werkinterpretation
Rezeptionsästhetisches Modell
Intertextualität
Überblick
Literaturdidaktische Bedeutung
Markierungen und Referenzsignale
Aspekte einer systematischen Beschreibung

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Intertextuelle Lektüre
Intertextuelles Schreiben

 ▪ Zugänge zu literarischen Texten
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Theoriegeschichtlich ist der Begriff der • Intertextualität zunächst mit der • Theorie der Dekonstruktion verbunden, die »Jacques Derrida (1930-2004) in seiner "Grammatologie" (1967/51994) entwickelt hat. Danach ist im Gegensatz zu den Annahmen »Ferdinand de Saussures (1857-1913) und des sprachwissenschaftlichen »Strukturalismus ein »Signifkant nicht mit einem eindeutigen »Signifikat verknüpft, sondern die Sprache und der Sinn werden durch das Spiel der Signifikanten bestimmt. Sinn entsteht dabei erst durch die Bewegung in der Zeichenkette, in Verschiebungen und durch Differenzen (vgl. Welsch 1996, S. 255), durch ein Netz von textlichen Verweisen auf andere Texte (vgl. Derrida 1986a, S. 77) (vgl. Vögel 1998)

Neben dem dekonstruktivistisch fundierten • Ansatz von Julia Kristeva ist es vor allem die »Diskursanalyse »Michel Foucaults (1926-1984), die die »poststrukturalistische Auffassung von Intertextualität begründet und weiterentwickelt hat.

Dabei steht der • Diskursbegriff im Zentrum, den Foucault in seinen Schriften selbst freilich "bewusst uneinheitlich verwendet hat" (Köppe/Winko (2008, S.99), indem er "eine weite, unklare und eine engere, wissensoziologische Begriffsverwendung" (ebd.) vorgab.

Titzmann (1991, S.406, zit. n. ebd., S.101) hat als kleinsten gemeinsamen Nenner für den mittlerweile inflationär verwendeten Begriff "Diskurs" folgende Definition formuliert, die wir hier in der Fassung von Köppe/Winko (2008, S.101) wiedergeben:

"Unter »Diskurs« wird ein »System des Denkens und Argumentierens« verstanden, das durch einen gemeinsamen »Redegegenstand«, durch »Regularitäten der Rede« und durch »Relationen zu anderen Diskursen« bestimmt ist."

Daraus folgt, so Köppe/Winko (2008, S.101), dass Diskurse "also keine Einzeltexte oder Textgruppen (sind), sondern Komplexe, die sich aus Aussagen und den Bedingungen und Regeln ihrer Produktion und Rezeption in einem bestimmten Zeitraum zusammensetzen." Ob ein Text zu einem Diskurs gehört oder nicht, hängt dabei davon ab, ob er die Regeln des Diskurses befolgt und "zum spezifischen Thema des Diskurses Wissenselemente" beiträgt. (Baasner 2005, S,137)

Diskursanalytisch gesehen sind TexteKnotenpunkte« im Netz verschiedener Diskurse" (Köppe/Winko (2008, S.102), die keine festen Grenzen haben und nicht auf eine außertextliche Wirklichkeit verweisen, "sondern auf Sprache, mithin auf andere Texte und Diskurse" (ebd.), die allein den (intertextuellen) Kontext darstellen, den die Diskursanalyse berücksichtigt. Literarische Texte haben in einem Diskurs "nichts spezifisch Literarisches, sondern sind beliebige Texte, die sich einem Thema widmen." (Baasner 2005, S.143)

Entsprechend geht es bei der Diskursanalyse auch nicht darum, quasi über die Hintertüre "durch Einbettung in einen geeigneten Kontext »die Bedeutung« eines Textes interpretativ zu erschließen." (Köppe/Winko 2008, S.104)

Stattdessen ordnet die literaturwissenschaftliche Diskursanalyse "die Inhalte literarischer Texte in thematisch verbundene Kontexte ein und bestimmt so ihre Abhängigkeit oder ihre Abgrenzung von vorhandenen Diskursen". (Baasner 2005, S.146)

Indem Texte bzw. "Textpassagen durch die Identifikation relevanter Diskurse in einen erhellenden historischen Bezug gestellt werden und Verbindungen aufgezeigt, die zwischen Figuren, Bildern oder Handlungselementen in einem oder mehreren literarischen Texten und zeitgenössischen diskursiven Einheiten bestehen" (ebd.), lässt sich "z. B. die Abhängigkeit der literarischen Texte von bestimmten zeitgenössischen Diskursen belegen." (ebd.)

 

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 17.02.2025

    
 

 
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