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Dispositiv

Strategische Funktion

« Antihermeneutische ModelleDiskursanalytisches Modell Einzelne Begriffe und Konzepte (Foucault)

 
Fachbereich Deutsch
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Aus dem Werkzeugkasten der Diskursanalyse

Ein • Dispositiv im Sinne »Michel Foucaults (1926-1984) besteht • definitionsgemäß aus einer großen Zahl an höchst heterogenen Elementen, wie Diskurse, Institutionen, wissenschaftliche Aussagen und philosophische Lehrsätze und  vernetzt diese miteinander. Entscheidend ist aber vor allem, dass die Vernetzung dieses Ensembles eine strategische Funktion hat. Und darauf richtet sich auch der Fokus bei der Dispositivanalyse und der an der Untersuchung bestimmter Dispositiven interessierten Analyse von Dispositiven.

Die strategische Funktion eines Dispositivs besteht darin, Machtstrukturen zu errichten, zu festigen, zu hinterfragen und ggf. zu verändern. (vgl. Gille 2012, S.169).

Dispositive können daher als machtstrategisch bezeichnet werden, weil sie "spezifische Strategien zur Vereinheitlichung heterogener Elemente darstellen", die am Ende zu "Dispositiven der Macht" (ebd., S.275) werden. Wo Macht und Wissen zusammenwirken, bilden sich "machtstrategische Verknüpfungen von Diskursen und Praktiken" (Fink-Eitel 1989, S.80) und ihre Verschränkung miteinander führt dies zu "• Macht-Wissens-Komplexen", die Foucault als ›Dispositive‹ bezeichnet.

Die • Macht, von der hier die Rede ist, ist dabei weder zentralistisch noch statisch zu verstehen, sondern als eine "netzartige Struktur" die nicht mit Repression gleichzusetzen ist, sondern durchaus auch ihre • produktiven Seiten hat. (vgl. Gille 2012, S.169, unter Bezugnahme auf Foucault 1978, S.119f.; vgl. Bublitz 2014, S.274)

Es ist also eine Macht gemeint, die niemand "besitzen" kann und die nicht "personalisiert an Machtsymbole" (Bublitz 2014, S.274) gebunden ist. Sie ist streng genommen auch kein "System", nicht einmal eine "Struktur", auch wenn gerade der Strukturbegriff (s.o.) angesichts der Schwierigkeit das Wesen der Foucaultschen Macht auf einen Begriff zu bringen, immer wieder verwendet wird.

Macht ist für Foucault genauso wenig ein "zentralisierter Regierungsapparat oder allgemeines Herrschaftssystem" (ebd.) sondern eine, wenn man so will, in dem Netz der Elemente des oben genannten ›heterogenen Ensembles‹ "zirkulierende Kraft" (ebd.), die ihre Wirkungen unter bestimmten historischen Kräfteverhältnissen in einer stets "komplexe(n) strategische(n) Situation" (ebd.) entfaltet. Viel anschaulicher wird der Gedanke auch nicht unbedingt, wenn die Macht im Anschluss an die Terminologie Foucaults als ›Programm‹ oder sogar ›Diagramm‹ bezeichnet, was, so Foucault ausdrücken soll, dass es sich um "eine Gestalt politischer Technologie" handelt, "die man von ihrer spezifischen Verwendung ablösen kann und muß" (Foucault 1976, S.264, zit. n. Wolf 2014, S.283. die 

Was sie für Foucault ist, lässt sich so Bublitz (2014, S.274) am wohl ehesten begreifen, wenn man sie als •"dezentriertes, substratloses Operieren" versteht. Die produktive Seite der Macht besteht dabei darin, das sie auf alles einwirkt, "was bildet und formt, wovon Individuen abhängig sind." (ebd.)

[ Dispositiv Überblick Der Begriff des Dispositivs Strategische Funktion Fragestellungen zur Analyse Dispositivanalyse und Analyse von DispositivenEinzelne Dispositive ]

Aus dem Werkzeugkasten der Diskursanalyse (Foucault)

Allianzdispositiv der Souveränitätsmacht

Alltags- und bildungssprachlicher Diskursbegriff

Akteure

Analyse von Dispositiven

Archäologische Methode zur Analyse der Wissensordnungen (Episteme)

Archäologisches Vorgehen

Archiv

Aussage(n)

Aussagensystem

Ausschlussmechanismen

Autor

Biopolitik

Biomacht

Diskursbegriff

Diskursexterne Ausschlussprozeduren

Diskursive Praktiken

Diskursiver Wandel

Diskursive Ereignisse

Diskursive Formation

Diskursspezifisches Wissen

Diskurs über Geschlechterbinarität

Dispositiv

Dispositivanalyse

Dispositive der Macht

Dispositiv vom "guten" Amerikaner

Disziplinarmacht und Disziplinargesellschaft

Einzeltextanalyse

Episteme

Genealogie
Gesagtes und Ungesagtes

Gesetzesmacht

Gouvernementalität

Grunddimensionen des diskursiven Regelsystems

Hermeneutischer Zirkel

Horizontverschmelzung

Juridisch-diskursive Machtkonzepte

Klassifikationen

Kontrollgesellschaft

Materialität von Aussagen

Macht-Wissens-Komplexe

Macht und Herrschaft

Medialiät der Diskurse

Normalisierungsmacht

Oberfläche

Polymorphe Techniken der Macht

Praxen

Produktive Seite der Macht

Repressionshypothese

richtiges/falsches Bewusstsein

Sagbarkeitsregeln

Schicht des konstitutiven historischen Wissens

Schwelle der Epistomologisierung

Souveränitätsmacht

Wissen und Ideologie

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 07.08.2026

  

 
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