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Einzelne Dispositive

Das Disziplinardispositiv der Schule und seine Hilfsdispositive

« Diskursanalytisches Modell Einzelne Begriffe und Konzepte (Foucault) Dispositiv

 
Fachbereich Deutsch
Glossar
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Aus dem Werkzeugkasten der Diskursanalyse

Auf Schule und das von ihr vertretene Disziplinarpositiv bezogen hat die Dimension des Raumes eine besondere Bedeutung. »Michel Foucault (1926-1984) hat darauf schon in Bezug auf die Bildungseinrichtungen des 18. Jahrhunderts verwiesen, bei denen man zwar, global betrachtet, annehmen könne, "dass praktisch nicht mehr vom Sex geredet wird." Allerdings genüge der Blick auf die architektonischen Einrichtungen der Internate, auf die Disziplinarreglements und die gesamte innere Organisation um zu erkennen, dass sich dabei alles unaufhörlich um Sex drehe. So seien der Klassenraum, die Form der Tische, die Gewährung von Ruhepausen, die Unterteilung der Schlafsäle (mit Trennwänden oder ohne, mit Vorhängen oder ohne), die für die Überwachung des Zubettgehens und des Schlafes vorgesehenen Regeln eindeutig auf die Sexualität der Kinder bezogen und zwar auf einen Diskurs, der feststellt, "dass diese Sexualität existiert: frühreif, aktiv und permanent." (Foucault 1983/192012, S.34) Um die Erziehung der Zöglinge herum wurde die Sexualität auf zahlreichen Gebieten und von unterschiedlichen Akteuren mit unzähligen Schriften, die Vorschriften, Ratschläge, Beobachtungen, medizinische Anweisungen, klinische Fälle etc. "diskursiviert", den Schülern ein vermeintlich vernünftiger, begrenzter anständiger und wahrer Diskurs über den Sex" aufgezwungen, "eine Art diskursiver Orthopädie". (ebd.)

Schulische Einrichtungen stellen für Foucault mit ihren darin agierenden Personen, "ihrer Hierarchie, ihren räumlichen Anordnungen und ihrem Überwachungssystem" (ebd., S. 50), "Orte maximaler Sättigung" (ebd., S. 51) dar, die "das Spiel der Mächte und Lüste [...] organisieren" (ebd., S. 50f.). Mit ihren "privilegierten Räumen beziehungsweise Riten wie dem Klassenraum, dem Schlafsaal" (ebd., S. 51) werden im Rahmen "neue(r) Regeln" (ebd., S. 51) "für das Spiel der Mächte und Lüste" (ebd.), den Umgang mit Macht und Lust, "die Formen einer nicht-ehelichen, nicht-heterosexuellen und nicht-monogamen Sexualität hervorgerufen und installiert." (ebd.)

Im Klassenzimmer ist das Disziplinardispositiv "vergegenständlicht in Anordnungen von Tischen und Stühlen, Türen, Wänden und Wegen. Der Raum ordnet an, er organisiert die Körper in einer speziellen Formation, er arrangiert den Blick, die Haltung, die Bewegung, den Körper, die Ordnung der Dinge und Subjekte. Das Arrangement ‚Klassenzimmer‘ etwa zielt darauf ab, durch eine bestimmte Ordnung im Raum-Setting und der Zeit-Ökonomie ungewollte Störungen auszuschließen (vgl. Pongratz 1990: 302)." (Hoffarth 2012, S.210)

Daran kann man sehen, dass und wie auch "Gegenständliches Subjektdispositionen hervorbringt, welche unterschiedlich mit dem Vermögen ausgestattet sind, Einfluss auf die Veränderung des Settings zu nehmen, also unterschiedlich mit Macht ausgestattet sind". (ebd.)

Dabei "(installiert) die Disziplinarmacht (...)", wie (Pongratz 1990, S.302) weiter ausführt, besondere Zugriffsformen auf die Individuen, "indem sie sie räumlich einordnet (durch Abschließung, Parzellierung, Zuweisung von Funktionsstellen und Klassifizierung nach Rangplätzen), indem sie ihre Tätigkeiten zeitlich kontrolliert (durch Zerlegung von Operationen und Festlegung von Zeiteinheiten), indem sie sie in finale Zeitreihen einspannt (durch eine definitive Abfolge von Ziel- und Inhaltsvorgaben, durch Übungen und Prüfungen) und indem sie diese Techniken vielfach miteinander verknüpft."

Am Beispiel Raum lasse sich daher erkennen, so Hoffarth (2012, S.210), "inwiefern der Diskurs – etwa über die Erziehung zu gelehrigen Subjekten – sich in den Gegenständen, den Räumen, den Anordnungen der Körper materialisiert. Heterogen, diskursiv, nicht-diskursiv, gegenständlich fördert das Dispositiv Effekte zu Tage. Das Dispositiv ist zu verstehen als ein Bündel von Praxen, das an einem konkreten historischen Moment zu Tage tritt". (Hoffarth 2012, S.210)

Aus dem Werkzeugkasten der Diskursanalyse (Foucault)

Allianzdispositiv der Souveränitätsmacht

Alltags- und bildungssprachlicher Diskursbegriff

Akteure

Analyse von Dispositiven

Archäologische Methode zur Analyse der Wissensordnungen (Episteme)

Archäologisches Vorgehen

Archiv

Aussage(n)

Aussagensystem

Ausschlussmechanismen

Autor

Biopolitik

Biomacht

Diskursbegriff

Diskursexterne Ausschlussprozeduren

Diskursive Praktiken

Diskursiver Wandel

Diskursive Ereignisse

Diskursive Formation

Diskursspezifisches Wissen

Diskurs über Geschlechterbinarität

Dispositiv

Dispositivanalyse

Dispositive der Macht

Dispositiv vom "guten" Amerikaner

Disziplinarmacht und Disziplinargesellschaft

Einzeltextanalyse

Episteme

Genealogie
Gesagtes und Ungesagtes

Gesetzesmacht

Gouvernementalität

Grunddimensionen des diskursiven Regelsystems

Hermeneutischer Zirkel

Horizontverschmelzung

Juridisch-diskursive Machtkonzepte

Klassifikationen

Kontrollgesellschaft

Materialität von Aussagen

Macht-Wissens-Komplexe

Macht und Herrschaft

Medialiät der Diskurse

Normalisierungsmacht

Oberfläche

Polymorphe Techniken der Macht

Praxen

Produktive Seite der Macht

Repressionshypothese

richtiges/falsches Bewusstsein

Sagbarkeitsregeln

Schicht des konstitutiven historischen Wissens

Schwelle der Epistomologisierung

Souveränitätsmacht

Wissen und Ideologie

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 07.08.2026

  

 
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