Wenn
• Dispositive identifiziert, analysiert und beschrieben werden,
geht es im Allgemeinen darum zu untersuchen, "wie und gemäß welcher Imperative die Macht
»Wissensapparate bildet, organisiert und in Umlauf bringt.« (VL
1975/76 43) [Foucault]" (Kammler
2014, S.306)
Wissenschaftlich betrachtet kann man zwischen der
Analyse von
Dispositiven
und der Dispositivanalyse unterscheiden.
Analysen von Dispositiven
untersuchen bestimmte Dispositive (z. B. das
Dispositiv des
"guten" Urlaubers, das
Sexualitätsdispositiv, das
Disziplinardispositiv in der Schule, das
Selbstinszenierungspositiv in sozialen Netzwerken, das
Dispositiv des "gesunden" Menschen etc.) gegenstandsbezogen, d. h. ohne einen "strikt methodologischen
Anspruch" (Kumiega
2012, S.27).
Dazu identifiziert man im Rahmen eines bestimmten
Forschungsansatzes bestimmte Dispositive und gegebenenfalls auch
Hilfsdispositive,
die als
Teilelemente eines Gesamtdispositivs aufgefasst werden
können. (vgl. Dreesen/Kumiega/Spieß
2012 S.16)
Dazu ein paar Beispiele (vgl.
Kumiega 2012, S.27):
-
Die »Gender
Studies untersuchen Gen(om)-Dispositive oder auch Geschlechterdispositive.
-
Im Rahmen der Gouvernmentality Studies, die Mechanismen des
Regierens (Rationalitäten, Technologien etc.) und
Sich-selbst-Regierens in den sozialen Beziehungen untersuchen, arbeitet man mit dem
Führungs- oder Regierungsdispositivbegriff.
-
In den
Medienwissenschaften geht es um Medien-, Fernsehen- oder
auch Kino-Dispositive.
-
In der interdisziplinär aufgestellten, postfoucaultschen
»Kritischen
Diskursanalyse »Teun
van Dijks (geb. 1943) und »Siegfried
Jägers (1937-2020), die aus marxistischer Perspektive an den
Diskursbegriff von Foucault anschließt spricht man von
dem Rassismus-Dispositiv oder Stadtteil-Dispositiv.