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Dispositiv

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Fachbereich Deutsch
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Aus dem Werkzeugkasten der Diskursanalyse

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In eine verständliche Sprache "übersetzt", bezeichnet der • Begriff des Dispositivs, so Ziegler (2019, S.61), "die Gesamtheit aller Vorentscheidungen, innerhalb derer sich unser Leben entfaltet." Es stehe als "das Epizentrum einschränkender und machtvoller Vorgaben"  "wie eine unsichtbare Hand hinter allen sichtbaren und empfundenen Zwängen" und speise sich aus einem "Netzwerk von Institutionen, Traditionen und Wissensformationen" (ebd., S.93)

Oder, "stark vereinfacht kann man sich ein Dispositiv als eine Reihe von sprachlichen wie auch außersprachlichen Maßnahmen vorstellen, mit denen das in den Diskursen gespeicherte ›Macht-Wissen‹ in die ›Wirklichkeit‹ übersetzt wird." (Eggler 22023, S.38, Kindle Edition) Dabei kann das ›Macht-Wissen‹ sich in sozialen, administrativen oder architektonischen Maßnahmen niederschlagen, kann z. B. als • Disziplinardispositiv in der Schule die Sitzordnung im Klassenzimmer oder auch die Schuluniform betreffen.

So wie der • Diskurs als diskursive Praxis zu verstehen ist, ist auch das • Dispositiv als heterogenes Ensemble • diskursiver und nicht-diskursiver Praxen zu verstehen, die gemäß der • strategischen Funktion des Dispositivs dazu dienen, historisch bestimmte soziale Verhältnisse auf der Grundlage einer bestimmten Perspektive auf die soziale Wirklichkeit durch unterschiedliche Regulierungen zu "ordnen". (vgl. Hoffarth 2012, S.208)

Wenn man das Dispositiv von dieser Seite her betrachtet, gerät auch seine "produktive Kraft" (vgl. ebd.) in den Blick, weil dadurch die »Hervorbringungs- und Formierungsweise des modernen Individuums als • Subjekt« (Bührmann/Schneider 2008: 30)" ( ebd.) sichtbar gemacht werden kann.

Diese "Hervorbringungsweisen" produzieren, formen und ordnen das Subjekt. Indem sie damit Handeln ermöglichen oder verunmöglichen können, sind die Praktiken, die mit der Konstituierung des Subjekts als solches zu tun haben, stets auch dafür da, dass seine • Sozialdisziplinierung und die der anderen Subjekte funktioniert. (vgl. ebd.)

Mit welchen Fragestellungen bestimmte Dispositive analysiert werden, lässt sich nicht ohne Weiteres in einem allgemeinen Katalog allgemeingültig festlegen und muss von Fall zu Fall entwickelt werden. Dennoch kann man sich an bestimmten Fragestellungen aus einem methodologisch durchkonzipierten • Vorschlag zur Dispositivanalyse orientieren.

Das panoptische Dispositiv

Das so genannte "panoptische Dispositiv" (Foucault 1976, S.251-292) bzw. das Konzept des Panoptismus hat Michel Foucault in seinem Werk »"Überwachen und Strafen" (dt. 1976) entwickelt. in dem er sich mit der Entwicklung der modernen Strafsysteme im Europa des frühen 18. Jahrhunderts, vornehmlich in Frankreich und England beschäftigt. Es ist neben dem Sexualitätsdispositiv eines der prägnantesten "Beispiele konkreter Konstellationen des Macht-Wissens" (Kammler 2014, S.306)

Es beruht darauf, dass die Individuen, ohne dass dies ihnen sichtbar und daher in irgendeiner Weise sinnlich oder anderswie zugänglich ist, permanent überwacht werden, sich aber dennoch ständig überwacht fühlen. (vgl. Bublitz 2014, S.275) Diese ständige "Antizipation und Imagination der Beobachter" führt zu einer dauernden "Selbstdisziplinierung der Individuen" (ebd.).

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 07.08.2026

  

 
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