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Gouvernementalität

Überblick

« Einzelne Begriffe und Konzepte (Foucault) Macht und WissenFoucaults Verständnis von Macht

 
Fachbereich Deutsch
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Aus dem Werkzeugkasten der Diskursanalyse

teachSam-YouTube-Playlist: Michel Foucault und die Macht

Philipp Sarasin: Foucaults Wende ("Foucault Revisted") (YouTube 41:53)

 

 
Gouvernementalität


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Gouvernementalität Mit dem Neologismus, bestehend aus Regieren (gouverné) und Geisteshaltung (mentalité) schafft Foucault ein Konzept zur Analyse der Machtmechanismen, welche die die Subjekte betreffenden Techniken des Regierens in den Fokus rückt. Er selber definiert die G. erstens als »die aus den Institutionen, den Vorgängen, Analysen und Reflexionen, den Berechnungen und den Taktiken gebildete Gesamtheit, welche es erlauben, diese recht spezifische, wenn auch sehr komplexe Form der Macht auszuüben, die als Hauptzielscheibe die Bevölkerung, als wichtigste Wissensform die politische Ökonomie und als wesentliches technisches Instrument die Sicherheitsdispositive hat. Zweitens (…) die Tendenz oder Kraftlinie, die im gesamten Abendland unablässig und seit sehr langer Zeit zur Vorrangstellung dieses Machttypus geführt hat, den man über alle anderen hinaus die ›Regierung‹ nennen kann. Schließlich, denke ich, daß man unter ›Gouvernementalität‹ den Vorgang oder vielmehr das Ergebnis des Vorgangs verstehen sollte, durch den der mittelalterliche Staat der Gerichtsbarkeit, der im 15. und 16. Jahrhundert zum Verwaltungsstaat wurde, sich nach und nach ›gouvernementalisiert‹ hat.«(VL 1977/78, 162f.). Der Machttyp der Regierung zielt nicht nur auf die klassisch politischen Formen, sondern auf alle, welche die Führung von Menschen bzw. von →Seelen mit einer gewissen Kontinuität verfolgen, z.B. die →Pastoralmacht und die →Biomacht. Foucault stellt explizit fest, dass die Gesellschaft der Regierung nicht die Gesellschaften der Souveränität oder der Disziplin ersetzt, sondern »wir es mit einem Dreieck zu tun (haben): Souveränität, Disziplin und gouvernementale Verwaltung.«(VL 1977/78, 161) Es dreht sich also nicht um eine Ablösung der Machttechniken, sondern um jeweilige Einführungen weiterer Ebenen, sich wandelnder Ziele und besonderer Instrumente. »Die Pastoral, die neue diplomatisch-militärische Technik und schließlich die Polizei sind, denke ich, die drei großen Stützpunkte, von denen ausgehend sich dieses grundlegende Phänomen in der Geschichte des Abendlandes, nämlich die Gouvernementalisierung des Staates, vollziehen konnte.« (VL 1977/78, 165) Zur G. Vgl. insbesondere Lemke 1997 sowie Bröckling/Krasmann/Lemke (Hg.) 2000. Die KDA untersucht die G. insbesondere in Studien zur Biomacht/Biopolitik. Vgl. auch VL 1977/78, sowie Jäger, M./Jäger, S. 2007, 253-274. Vgl. Foucault Handbuch, 260-263. C. P. " (Jäger/Zimmermann (Hg.) 2010, S.93-94, kindle Edition) 

 

Von der Disziplinargesellschaft zur Kontrollgesellschaft

"Foucaults Ausführungen zur Disziplinargesellschaft erscheinen angesichts vielfältiger gesellschaftlicher Veränderungen zur Beschreibung der Belange komplexer, postmoderner Gesellschaften erweiterungsbedürftig. Disziplinargesellschaften, die Foucault dem 18. und 19. Jh. zuordnet und die zu Beginn des 20. Jh.s ihren Höhepunkt erreichen, werden demnach, so die Diagnose des französischen Philosophen »Gilles Deleuze (1925-1995), durch sog. Kontrollgesellschaften abgelöst (Deleuze 1993a, 255). Betont wird hier, dass sich die ehemals disziplinierenden Instanzen und Institutionen, die als Einschließungsmilieus fungierten und alle Individuen gewissermaßen aus einem ›Guss‹ formten, in der Krise wenn nicht gar Auflösung befänden und durch situationsspezifische Anpassungs- und Selbstregulierungsformen oder wie Pablo de Marinis und Christian Papilloud im Anschluss an die Ausführungen von Gilles Deleuze zu »Kontrollgesellschaften« formulieren, durch Modulationen abgelöst werden. Diese gleichen, wie Deleuze ausführt, »einer sich selbst verformenden Gussform, die sich von einem Moment zum anderen verändert« (ebd., 256)." (vgl. Bublitz  2014b, S.392, Kindle Edition)

"Im Gegensatz zu Deleuzes Konzept der Kontrollgesellschaft geht Foucault von sich überlagernden historischen Typen der Machtausübung und ihnen entsprechenden Disziplinar-, Normalisierungs- und Sicherheitstechnologien aus."  vgl. Bublitz  2014b, S.393, Kindle Edition)

[ Gouvernementalität Überblick ]

 

Aus dem Werkzeugkasten der Diskursanalyse (Foucault)

Allianzdispositiv der Souveränitätsmacht

Alltags- und bildungssprachlicher Diskursbegriff

Akteure

Analyse von Dispositiven

Archäologische Methode zur Analyse der Wissensordnungen (Episteme)

Archäologisches Vorgehen

Archiv

Aussage(n)

Aussagensystem

Ausschlussmechanismen

Autor

Biopolitik

Biomacht

Diskursbegriff

Diskursexterne Ausschlussprozeduren

Diskursive Praktiken

Diskursiver Wandel

Diskursive Ereignisse

Diskursive Formation

Diskursspezifisches Wissen

Diskurs über Geschlechterbinarität

Dispositiv

Dispositivanalyse

Dispositive der Macht

Dispositiv vom "guten" Amerikaner

Disziplinarmacht und Disziplinargesellschaft

Einzeltextanalyse

Episteme

Genealogie
Gesagtes und Ungesagtes

Gesetzesmacht

Gouvernementalität

Grunddimensionen des diskursiven Regelsystems

Hermeneutischer Zirkel

Horizontverschmelzung

Juridisch-diskursive Machtkonzepte

Klassifikationen

Kontrollgesellschaft

Materialität von Aussagen

Macht-Wissens-Komplexe

Macht und Herrschaft

Medialiät der Diskurse

Normalisierungsmacht

Oberfläche

Polymorphe Techniken der Macht

Praxen

Produktive Seite der Macht

Repressionshypothese

richtiges/falsches Bewusstsein

Sagbarkeitsregeln

Schicht des konstitutiven historischen Wissens

Schwelle der Epistomologisierung

Souveränitätsmacht

Wissen und Ideologie

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 07.08.2026

  

 
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