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Dekonstruktivistisches Modell

Überblick

 
 
  Der auf die Sprachphilosophie »Jaques Derridas (*1930- 2004) zurückgehende Dekonstruktivismus hat auf die Literaturwissenschaft einen nachhaltigen Eindruck geltend machen können. »Dekonstruktion nennt sich dieses "Interpretationsmodell“, weil es darum geht, "jede angenommene bedeutungsmäßige Einheit des Textes eben zu dekonstruieren.“ (Steinmetz 1996, S.478) Die daraus gezogenen Schlussfolgerungen, dass ein Text "weder seinen Sinn in sich selber hat noch eine Bedeutung, die im vorausgeht" und "daher auch nicht auf einen authentischen oder ursprünglichen Sinn hin entziffert werden" kann (Bogdal 1996, S.152) macht die Unterschiede zu hermeneutischen Ansätzen, insbesondere auch dem werkimmanenten Ansatz, besonders deutlich.
 

Die dekonstruktivistische Extremposition negiert jede feste Bedeutung eines Textes und zielt im Kern auf "die Demonstration ständiger, nicht abzuschließender Bedeutungsveränderung und – erweiterung". (Steinmetz 1995, S.478) Die damit konstatierte unendliche und prinzipiell unabgeschlossene Bedeutungsvielfalt von Texten hat insbesondere die werkimmanente Interpretationspraxis kräftig erschüttert.

Der literaturwissenschaftliche Dekonstruktivismus zeichnet sich durch nachfolgende Merkmale und Annahmen aus.
  • Zeichen gehen der Bedeutung voraus
  • Ausdruck, Bedeutung und Wirklichkeitsbezug eines Textes werden erst im Zuge der Lektüre hergestellt
  • Jede Lektüre ist einmalig
  • Revision der vorangehenden durch die neue Lektüre ("diskontinuierliche Umstrukturierung" (Derrida))
  • Interne Heterogenität von Texten

Ebenfalls antihermeneutisch fundiert setzt sich der kontextuelle Ansatz zwar von "den exzessiven Tendenzen des Dekonstruktivismus" (Steinmetz 1995, S.478) ab, macht sich aber dennoch wesentliche Erkenntnisse daraus zu eigen.

 
      
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