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Literarische Gattungen

Über Lyrik, epische und dramatische Poesie

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831)


"Begebnisse auszurunden ist die Aufgabe der epischen Poesie, insofern sie eine in sich totale Handlung sowie die Charaktere [...] in Form des breiten Sichbegebens poetisch berichtet und damit das Objektive selbst in seiner Objektivität herausstellt [...].
Die andere umgekehrte Seite [...] zur epischen Poesie bildet die Lyrik. Ihr Inhalt ist das Subjektive, die innere Welt, das betrachtende empfindende Gemüt, das, statt zu Handlungen fortzugehen, vielmehr bei sich als Innerlichkeit stehen bleibt und sich deshalb auch das Sichaussprechen des Subjekts zur eigenen Form und zum letzten Ziel nehmen kann [...].
Die dritte Darstellungsweise, die dramatische Poesie endlich verknüpft die beiden früheren zu einer neuen Totalität, in welcher wir ebenso sehr eine objektive Entfaltung als auch deren Ursprung aus dem Inneren von Individuen vor uns sehen, so dass sich das Objektive somit als dem Subjekt angehörig darstellt [...]."

(aus: Georg Friedrich Wilhelm Hegel: Vorlesungen über die Ästhetik III, in: Hegel; Werke in 20 Bänden, Bd.15, Frankfurt/M. 1970, S.321ff., zit. n. Voßkamp 1992, S.255)

  
 
   Arbeitsanregungen:
  1. Worin sieht  Hegel die Funktion seiner drei geschichtsphilosophisch begründeten "Darstellungsformen" der Dichtkunst?
  2. Welche Einwände lassen sich gegen diese Position auf dem Hintergrund anderer nicht-normativer Ansätze machen?
     
                
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