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Literarische Gattungen

Überblick


Die Einteilungen literarischer Werke in Gattungen ist so beliebt wie umstritten. Dies drückt allein schon die häufig synonyme Verwendung des Begriffs Textsorte aus, der vielen weniger (historisch-normativ) vorbelastet zu sein scheint (vgl. Voßkamp 1992, S.266)

Ausgehend von der »Poetik« des Aristoteles (384-322 v. Chr.) ziehen sich in der deutschen Literatur  über Christoph Gottsched (1700-1766), Johann Gottfried Herder (1744-1803) und Wilhelm Hegel (1770-1831) bis zur Gegenwart die Versuche hin, mit mehr oder weniger normativen Gattungskonzepten klassifikatorisch Ordnung in die Vielfalt literarischer Formen zu bringen.

Grundsätzlich lassen sich nach Wilhelm Voßkamp (1992) zwei verschiedene Gattungskonzeptionen unterscheiden:

Klaus Müller-Dyes (1996) unterscheidet dagegen

Im Literaturunterricht (z.B. bei der Textinterpretation) spielen normative Gattungskonzepte und der Umgang mit historischen Gattungen und systematischen Gattungsbegriffen aus literaturdidaktischen Gründen noch immer die herausragende Rolle. Noch immer ist die Auseinandersetzung mit Gattungsfragen in der Literaturdidaktik und damit auch im Unterricht unverzichtbar, "weil sie den Diskurs im Handlungsfeld [Literatur, d. Verf.] wesentlich bestimmen und ohne ihre Kenntnis eine souveräne Teilhabe daran kaum möglich ist. Nominalistische Definitionsversuche, wie man sie zuweilen in der Literaturwissenschaft antrifft, sind dafür aber nicht nötig." (Abraham/Kepser 22006, S.34)

                       
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