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Traditionelle Parabel: Textauswahl

Das Pferd und der König

»Johann Gottfried Herder (1744-1803)

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
Literatur Autorinnen und Autoren Literarische Gattungen Erzählende Texte Strukturen erzählender Texte Formen erzählender Texte Überblick Traditionelle Epik und moderne Montageepik Fabel ▪  Gleichnis Kurzgeschichte Parabel ▪ Quickie: So interpretiert man eine Parabel Häufig gestellte Fragen Didaktische und methodische Aspekte Überblick Typen der ParabelÜberblickBild- und Sachbereich: Von der traditionellen zur modernen Parabel [ Traditionelle Parabel Überblick Allgemeine Merkmale Idealistische Überhöhung der Parabel Themen Erzähler und Leser Bild- und Sachbereich Textauswahl Bausteine ] Moderne Parabel Abgrenzung von anderen Textsorten Sprachliche Gestaltungsmerkmale Schulische Interpretation von Parabeln Textauswahl Bausteine Dramatische Texte Lyrische Texte Literarische Zweckformen Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Literaturunterricht Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 

Bausteine 

Das Pferd und der König
»Johann Gottfried Herder (1744-1803)

Kin-Tsong, der König von Tsi, hatte ein schönes Pferd. welches er besonders liebte. Durch ein Versehen des Stallmeisters starb das Pferd; der König ward darüber so zornig, dass er eine Lanze ergriff, den Knecht damit zu durchbohren.

Glücklicherweise war Yan-Tse gegenwärtig, der ihm also zusprach: "Prinz, bald wäre dieser Mensch des Todes gewesen, ohne von der Größe seines Verbrechens überzeugt zu sein."

"Überzeuge ihn also", sprach Kin-Tsong.

Darauf ergriff Yan-Tse die Lanze, wendete sich zum Verbrecher und sprach:

"Kind des Unglücks! siehe, das sind deine Verbrechen; höre sie sorgsam. Zuerst bist du schuld am Tode des Pferdes, dessen Verpflegung dir der König aufgetragen hatte. Du musst also sterben. Für andre bist du schuld, dass der König mein Herr wegen des verstorbnen Pferdes sich so entrüstet hat, dass er selbst Hand an dich legen wollte. Siehe, das ist ein neues Verbrechen, größer als das vorige. Endlich muss es das ganze Land mit allen umliegenden Gegenden erfahren, dass der König mein Herr um eines Pferdes willen einen Menschen getötet hat; dadurch verliert er seinen guten Namen, Siehe, du Unglückssohn, das ist dein größtes Verbrechen; so viel andre Dinge ziehet es nach sich! Erkennest du es?" -

"O lass ihn gehen!" rief der König. "Um seinetwillen will ich meinen guten Namen nicht verlieren. Ihm sei vergeben."

 

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Dieses Werk (Das Pferd und der König von Johann Gottfried Herder, das durch Gert Egle gekennzeichnet wurde, unterliegt keinen bekannten urheberrechtlichen Beschränkungen.

Bausteine 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 03.11.2020

     
   
   Arbeitsanregungen:

Interpretieren Sie diese Parabel.

  • Untersuchen Sie, wie Kin-Tsong und der Yan-Tse auf den Tod des Pferdes reagieren.
  • Wie argumentiert Yan-Tse und welche Gründe hat er dafür?
  • Welche Botschaft gibt der Weise Alexander?
  • Warum entscheidet sich der König am Ende gegen eine Bestragung?
  • Vergleichen Sie diese Parabel hinsichtlich ihrer Merkmale mit dem Prototypen / der Parabel ...
  • Hat diese Parabel und ihre Bedeutung auch heute noch eine Botschaft, die für Sie persönlich oder die Gesellschaft als Ganzes von Relevanz sein könnte?

 

 
 
 

 
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