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Traditionelle Parabel: Textauswahl

Wenig und viel

»Clemens Brentano (1778-1842)

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
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Bausteine 

Wenig und viel
Clemens Brentano (1778-1842)

Parabel

Ein Sohn nahm von seinen Eltern Abschied und bat seinen Vater, er sollte ihm viel mit auf die Reise geben; die Stiefmutter aber war sehr geizig und bat den Vater, er möge ihm wenig mitgeben. Der Vater liebte seinen Sohn und seine Frau und wollte gern beiden ihre Bitte gewähren. Er sprach daher zu seinem Sohn: "Lieber Sohn, weil du nun in die Fremd ziehst und ich nicht weiß, ob ich dich jemals wieder sehen werde, so will ich dir wenig und viel zu einem Zehrpfennig mitgeben. Glaube wenig, höre viel; rede wenig, sieh viel; lehre wenig, lerne viel; schreib wenig. lies viel; vertrau auf wenig, versuche viel; streite wenig, erdulde viel; fürchte wenig, vermeide viel; lass dich wenig reizen, erfahre viel; hoffe wenig, erringe viel; hasse wenig, bedecke viel mit christlicher Nächstenliebe; schließe wenig, bedenke viel; belache wenig, verschweige viel; lass dich wenig betrüben, tröste viel; befehle wenig wenig, arbeite viel; sündige wenig, am besten gar nicht, bete viel, am besten immer!" Diesen Lehren kam der Jüngling treulich nach, und wenn er gleich wenig gute Tage hatte, so kam er doch mit viel Nutzen nach Haus, so dass die Seinen wenig Verdruss und viel Freunde an ihm erlebten.

 

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Dieses Werk (Wenig und viel, von Clemens Brentano, das durch Gert Egle gekennzeichnet wurde, unterliegt keinen bekannten urheberrechtlichen Beschränkungen.

Clemens Brentano, der einer der wichtigsten Ideengeber der literarischen Epoche der ▪ Romantik war, die er in ihren unterschiedlichen Phasen wesentlich mitgestaltete, war der Bruder von »Bettina von Arnim (1785-1859), einer bedeutenden Schriftstellerin der »deutschen Romantik, und ein Enkel der Schriftstellerin und »Sophie von La Roche (1730-1897), die zur Zeit der ▪ Aufklärung im Stil der »Empfindsamkeit schrieb und »Salonnière als  einen sehr bekannten literarischen Salon betrieb; in seiner Lyrik, die als seine bedeutendsten Werke betrachtet werden, kommt immer wieder seine "aufbrechende existentielle Angst und verzweifelte Suche nach übergreifenden Ordnungen und Bindungen" (Harenbergs Lexikon der Weltliteratur, Bd. I, S.459) zum Ausdruck. Während sich noch die Aufklärung darauf konzentriert hatte, "für das bürgerliche Individuum im Medium der Literatur ein Modell von Subjektivität und Identität zu entwerfen, das durch Abgrenzungen gegen innere und äußere Natur bestimmt war", brachten die Romantiker "archaische Wunsch- und Triebstrukturen zum Sprechen (...), die im Rationalitätsdiskurs blinde Flecken geblieben waren." (Stephan, Kunstepoche, 1989, S.175)

Bausteine 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 03.11.2020

     
   
   Arbeitsanregungen:

Interpretieren Sie diese Parabel.

  • Untersuchen Sie den Bildbereich der Parabel und arbeiten Sie dabei heraus, welche unterschiedlichen Vorstellungen über das Viel und das Wenig bei den Figuren bestehen? Wie löst der Vater den Konflikt, in dem er sich sieht?
  • Wie gestaltet sich der Sachbereich der Parabel?
  • Vergleichen Sie diese Parabel hinsichtlich ihrer Merkmale mit dem Prototypen / der Parabel ...
  • Hat diese Parabel und ihre Bedeutung auch heute noch eine Botschaft, die für Sie persönlich oder die Gesellschaft als Ganzes von Relevanz sein könnte?

 

 
 
 

 
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