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Die Interpretation einer
Parabel muss von der
Unterscheidung zwischen Bildebene (= auch Bildbereich) und Sachebene (= auch
Sachbereich) als Grundstruktur ausgehen. Dabei macht man sich zu
eigen, dass die Parabel "ihren Sinn nicht in der Geschichte selbst, sondern
in dem was ihr Inhalt bedeutet", hat. (van
Rinsum 1986b, S.14) Dieses Textmusterwissen ist eingebunden "in
Zusammenhänge der kulturellen und bildungshistorischen Tradition" und
"entzieht [..] sich einem spontanen Leserzugang." (Durzak
1986, S.348)

Die Parabel richtet sich im Allgemeinen "an ein verstehendes bzw.
wissendes Publikum" (Schrader), wobei man gut daran tut, sein Augenmerk eher
auf die "historisch bedingte(n) Kommunikations- und
Vermittlungsformen" (Voßkamp
1992, S.286), denn auf normative Setzungen von
Textsortenmerkmalen
zu richten. Einem "kompetenten" Rezipienten allerdings ist die Parabel
"nichts ohne ihre Auflösung, ohne ihren eigentlichen Sinn". (van
Rinsum 1986b, S.15)
Damit ein Rezipient freilich erkennen kann, "dass mit dem Gesagten etwas
anderes gemeint ist, muss in der Parabel etwas enthalten sein, was ihn
darauf aufmerksam macht, dass er es auf eine gedankliche Ebene übertragen
muss." (ebd., S.15). Dies kann auf verschiedene Weise, aber auch in
Kombination miteinander, geschehen:
- auf der Textebene selbst (z. B. durch den Titel, durch mehr oder weniger
explizit ausgedrückte Verweisstrukturen, z.B. Vergleiche in
Robert Musils
Parabel,
Das Fliegenpapier)
- durch das Hintergrundwissen des Rezipienten (sein allgemeines Weltwissen,
seine literarischen Erfahrungen, Vorkenntnisse und sein Textmusterwissen)
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