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Das Gleichnis vom verlorenen Sohn

Rückkehr

Paul Reding


Fortgehen aus dem Schoß der Familie,
pfeifen auf Geborgenheit und Sicherheit,
das Glück draußen zu fassen kriegen,
mit dem Ererbten großspurig umgehen,
den Gesellschafter markieren,
sich Freude erkaufen, draufzahlen,
bis einem der letzte Pfennig aus der Tasche gezogen.
Und dann ist kein Honigschlecken
mehr in den Slums der Großstädte.
Die sich Freunde nennen, sind lichtscheu,
kennen keine Gesetze.

Die Abfalleimer der Reichen
stillen den Hungernden nicht,
der Dreckfetzen Stoff hält
Kälte nicht ab.
Abgewrackt in der Gosse kriechen,
zugrunde gehen, krepieren,
wenn nicht die Worte eines alternden
Mannes nachklängen, an eine offene Tür
erinnerten, eine Umkehr möglich machten.

Und Arme strecken sich entgegen,
Hände halten fest,
was verloren geglaubt.
Ein alter Mann beginnt wieder aufzuleben,
mit seinem Sohn, mit seinen Söhnen.

(aus: Paul Reding, nebenan ist jericho, Butzon&Bercker, Kevelaer 1976, S.47)

 

  
Arbeitsanregungen:
  1. Vergleichen Sie den Gedichttext mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn.

  2. Vergleichen Sie den Gedichttext mit Franz Kafkas Parabel »Heimkehr«.
     

   
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