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Die Formen und die Ausdrucksqualitäten der erlebten Rede prägen in hohem Maße das erzählerische Profil eines Autors. (vgl. Vogt 1990, S.166) "Thomas Mann [...] verwendet die erlebte
Rede sorgsam dosiert als intensivierende Technik der Bewussteinswiedergabe
und -erkundung - oder gelegentlich auch zur indirekten Charakterisierung
und Ironisierung seiner Figuren." Bei der personalen Monoperspektive Franz
Kafkas soll die erlebte Rede die personale Sicht der Figur über den
ganzen Text hinweg als Leitperspektive etablieren. Sie
"untergräbt" den Erzählerbericht und dient damit zur
Perspektivierung der Selbst- und Welterfahrung der Figur. Bei
Robert Musil fungiert die erlebte Rede als Medium intellektueller
Selbsterfahrung. Sie ist ein Mittel erzählerischer Ideologiekritik in
einem satirischen Gesellschaftspanorama. In ihrer meist begrifflichen und
essayistischen Form überlagert sie den Erzählerbericht
multiperspektivisch.
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