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Darstellung von Rede und mentalen Vorgängen

Überblick

« Strukturen von Erzähltexten Strukturbegriffe der Erzähltextanalyse  Wie wird erzählt?

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
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Neben der ▪ Darstellung oder Erzählung von Ereignissen gehört die ▪ Darstellung von Rede und mentalen Vorgängen zu den wichtigsten Aspekten bei der Frage nach dem ▪ Wie der Erzählung.

»Gérard Genette (1930-2018) (1972, dt. 1994) spricht in diesem Zusammenhang von "(Re)produktionweisen der Rede und des Denkens in der schriftlichen literarischen Erzählung" (Genette 1994, S.225)

Darbietungsformen des Erzählens in der älteren Erzähltheorie

Die ältere Erzähltheorie (auch ähnlich: traditionelle Erzähltheorie) orientiert sich bei den Darbietungsformen des Erzählens an der auf »Eberhard Lämmert (1924-2015) in seinen "Bauformen des Erzählens" (1953/1955) zurückgehenden • Unterscheidung in Figuren-/Personenrede einerseits und Erzählerbericht andererseits. Diese Unterscheidung wird auch so in den Arbeiten von »Hans-Werner Ludwig (geb. 1934) (z. B. Arbeitsbuch Romananalysen 1982) und »Jochen Vogt (geb. 1943) (z. B. Aspekte erzählender Prosa, 7. neubearb. Auf., 1990) vorgenommen und ist bis bis heute im schulischen Literaturunterricht aus verschiedenen Gründen weit verbreitet. (• Kurzinfo/tabellarische Übersicht)  

Darstellung von Rede und mentalen Vorgängen in der neueren Erzähltheorie

Im Gegensatz zur Verwendung des Begriffs der ▪ Figuren-/Personenrede in der älteren Erzähltheorie, der die äußere und innere Rede, also das, was von einer Figur gesagt und gedacht wird, umfasst, nimmt die neuere Erzähltheorie, wie eingangs erwähnt, auf der Grundlage ihres strukturalistisch motivierten Bestrebens nach möglichst großer kategorialer Differenzierung verschiedenartige Unterteilungen vor. So wird bei den Darstellungsformen z. B. unterschieden zwischen Formen, die zu der ▪ Darstellung/Erzählung von Ereignissen, zur ▪ Darstellung/Erzählung von gesprochenen Worten und zur ▪ Darstellung/Erzählung von Gedanken gehören. Dabei werden die Erzählerrede und Figurenrede als Unterkategorien der Darstellung/Erzählung von gesprochenen Worten und der Darstellung/Erzählung von Gedanken aufgefasst.

Was die Figuren einer Geschichte sagen oder denken, die • Darstellung von Rede und mentalen Vorgängen, kann vom Erzähler bzw. der Erzählinstanz auf unterschiedliche Weise erzählt, dargestellt oder dargeboten werden. Grundlegend für das Verständnis gesprochener Worte oder auch Gedanken ist dabei die Tatsache, dass das eine wie das andere auf die Vermittlung durch den Erzähler zurückgeht.


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Bei der • Darstellung von Rede und mentalen Vorgängen geht die neuere Erzähltextanalyse gewöhnlich von einem Drei-Stufen-Modell der Rede- bzw. Gedankenwiedergabe aus (vgl. Martínez/Scheffel, 10. Aufl. 2016, S. 54ff.; Lahn/Meister 2013, S.199). Im Falle der Erzählung von gesprochenen Worten umfasst dieses Modell der Redewiedergabe die ▪ erzählte Figurenrede, die ▪ transponierte Rede und die ▪ zitierte Figurenrede.

Bei der ▪ Darstellung/Erzählung von Gedanken handelt es sich dabei um Erzählerrede in Form eines nicht autonomen ▪ Bewusstseinsberichts, um ▪ transponierte Rede und zitierte Figurenrede.


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 Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 20.04.2025

   
 

 
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