Das Drama im Literaturunterricht

Grundpositionen der Dramendidaktik

Dramenunterricht und Medienunterricht

 
 
 

Die allgemeinen Bedingungen, unter denen sich Literaturunterricht bzw. der Dramenunterricht an den Schulen entfalten soll, hat vor allem immer wieder die Behandlung von dramatischen Texten in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. In der Dramendidaktik hat man darauf auf dreierlei Weise zu antworten versucht (vgl. Payrhuber 1998, S. 647):

  • Ausgehend von der Überlegung, dass der herkömmliche dramatische Text ähnliche Strukturen aufweist, wie andere "dramatische Formen" wie z. B. das Hörspiel, der Film oder auch das Fernsehspiel, plädierte man auf der Grundlage eines erweiterten Textbegriffs dafür, herkömmliche dramatische Texte in den Kontext anderer "dramatischer Werke" zu stellen und im Unterricht als einen Typ des Dramatischen neben anderen zu behandeln. (Müller-Michaelis 1971/21975) Der Dramenunterricht sollte dabei einem Konzept folgen, das die strukturelle Beschreibung von gattungs- bzw. textsortenspezifischen Strukturen zu leisten und entsprechendes Strukturwissen zu vermitteln hatte. (vgl. Bogdal/Kammler (2002, S.183ff.)

  • Von der tatsächlichen Mediennutzung und den Medienpräferenzen der Jugendlichen vor und nach der Schule ausgehend sahen andere (z. B. Stocker 1972, auch Stocker 1976a oder Renk 1978/31986) einen Dramenunterricht, der sich vor allem um medial vermittelte "dramatische Formen" kümmerte und dabei auch triviale Produkte in die unterrichtliche Behandlung einfließen ließ.

  • Der ideologiekritischen und gesellschaftskritischen Betrachtung am Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts konnte der Dramenunterricht ohnehin nicht standhalten, da man in ihm eine Manifestation des bürgerlichen Literaturkanons sah. Didaktiker wie Ivo (1969), Ide (1970) oder das Bremer Kollektiv (1971) forderten daher den gänzlichen Verzicht auf die schulische Dramenbehandlung und ihre Substitution durch Massenliteratur, die durchaus auch trivial sein durfte.

 

 
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