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Die Rolle des Chores

Aristoteles und der Chor

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Glossar
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Theaterformen im Überblick

Ob und inwieweit der • Chor sich als Mithandelnder in das dramatische Geschehen eingebracht hat, wie es »Aristoteles (384-322 v. Chr.) in seiner »Poetik fordert, hängt sicherlich von Stück zu Stück ab und hat sich im Zuge der Entwicklung verändert.

Je mehr sich die Handlung der Tragödien auf die Wechselrede der Schauspieler verlagerte, desto mehr wurde der Chor ohnehin in die • Rolle eines mehr oder weniger passiven Beobachters gedrängt, ohne damit, so lässt sich vermuten, seine • Brückenfunktion zum archaisch-kultisch-rituellen Ursprung ganz zu verlieren.

Da dieser Prozess weg vom Chor, hin zu den Schauspielern in der Theaterrealität zu Lebzeiten von Aristoteles längst angekommen war, schenkt Aristoteles wohl auch dem Chor, seiner Funktion und seiner Inszenierung vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit.

Neben seiner für den ▪ dramaturgischen Aufbau mit Parodos, Stasimon, Exodos und Kommons strukturgebenden Bedeutung, betont er vor allem, dass der Chor in der Tragödie nicht situationsentbunden agieren solle.

Dazu heißt es in seiner »Poetik (ca.335 v. Chr.) ausdrücklich: "Den Chor muss man behandeln wie einen Schauspieler. Er soll ein Teil des Ganzen sein und mithandeln - nicht wie bei Euripides, sondern wie bei Sophokles." (Aristoteles, Poetik, Kap. 18, S.59)

Dem gestischen Spiel der Schauspieler aber stand »Aristoteles (384-322 v. Chr.), mehr als skeptisch gegenüber. Er war davon überzeugt,  dass gute Tragödien auch beim Lesen dieselbe Wirkung hätten wie die inszenierten und damit der schauspielerischen Darstellung gar nicht bedürften (vgl. Aristoteles, Poetik, 26. Kap., S.25, S.95),

Der Vorrang der Handlung, des Mythos, wie sie von ihm bezeichnet wurde, gegenüber den Charakteren, die diese Handlungen darstellen (vgl. ebd., S.21ff.) - eine der grundlegenden Konzepte seiner ▪ Tragödientheorie - wird darin deutlich sichtbar.

Dabei ist er sich allerdings auch der Tatsache bewusst, dass die Inszenierung der Tragödie mit dem darstellenden Spiel und der musikalischen Elemente zwar die größte Publikumswirkung besaß, aber mit der eigentlichen tragischen Kunstform nichts zu tun hatten.

Mit diesen Überlegungen verwehrte er sich auch gegen die These, dass die Epik, weil sie ohne jede Inszenierung auskomme, deshalb auf ein gebildeteres Publikum ziele, als die Tragödie, die mit ihrer mimetischen Kunst nur funktioniere, wenn die Schauspieler, "in der Annahme, das Publikum könne nicht folgen, wenn sie nicht von sich aus etwas hinzutun, in ständiger Bewegung" (ebd.) seien.

Wer daraus ableite, die Tragödie bediene deshalb den "vulgären" (ebd.) Publikumsgeschmack und sei aus diesem Grunde auch von geringerem Wert als die Epik, verkenne dazu, dass es im Grunde nur bei schlechten Schauspielern und Tänzern zu "Übertreibungen in den Ausdrucksmitteln" (ebd., S.97) komme, ohne dass dies von der Tragödie als solcher herrühre.

Theaterformen im Überblick

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 05.08.2025

 
 

 
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