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Entstehungsgeschichte

Gründe für den Erfolg der Tragödie als Gattung

Dramatische Texte Genres/GattungenTragödie Antike griechische Tragödie

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
Literatur:▪ Autorinnen und Autoren Gattungen Erzählende Texte  Dramatische TexteÜberblick Strukturen dramatischer Texte Genres/Gattungen Überblick Tragödie Überblick Formen Antike griechische Tragödie [ Entstehungsgeschichte Überblick Der Begriff der Tragödie und seine genealogische Bedeutung Der institutionelle kultische Kontext der griechischen Tragödie Orte und Organisation der Aufführungen Gründe für den Erfolg der Tragödie als Gattung ] Rolle des Chores in der griechischen Tragödie Das griechische Theater als Maskentheater Bürgerliches Trauerspiel Komödie Theorie des Dramas Didaktik: Das Drama im Literaturunterricht Methodenrepertoire zur szenischen Erarbeitung von Dramentexten Links ins Internet Textauswahl Bausteine Lyrische Texte Literarische Zweckformen Literaturgeschichte Motive der Literatur Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Literaturunterricht Schulische Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch ANALYSE UND INTERPRETATION EINES DRAMATISCHEN TEXTES
 

Dass sich die ▪ antike Tragödie gemeinsam mit der • Komödie zu den dramatischen Leitgattungen entwickelten, die Tragödie im 5. Jahrhundert gar zur "intellektuellen Leitgattung der griechischen Kultur" (Hose 2012, S.179) avancierte, hat verschiedene Ursachen.

Das Erfolgskonzept der Tragödie beruhte, über den • institutionellen kultischen Rahmen hinweg, skizzierten institutionellen Rahmen hinaus, nach Ansicht von Hose (2012, S.179f.) vor allem auf verschiedenen Erfolgsgaranten:

Zunächst einmal war die Tragödie ein öffentliches Ereignis der Polis, ein kultisch-gesellschaftlicher Event, der die weite Teile der antiken Gesellschaft erfasste.

Tragödienaufführungen waren dazu ein (multimediales) Spektakel mit Sprache, Gesang, Musik, Tanz und hin und wieder einer Bühnenhandlung, das besonders gut ankam.

Die athenischen (männlichen) Bürger waren zudem auf vielfältige Art an dem (agonalen) Wettkampf der Dramen beteiligt. Sie fungierte als • Choregen, die die Finanzierung der Produktion bezahlten, waren •  Chormitglieder (Choreuten) oder auch • Juroren im Dramenwettbewerb. Diese vielfältigen Partizipationsmöglichkeiten sorgten dafür, dass sich die Männer auch über das kultische Staatsfest mit der Politik der Polis identifizierten (vgl. Brauneck 2012, S.19)

Die Tragödien erzählten tief in den Mythen verwurzelte Geschichten, die den Menschen Hilfe und Orientierung zur Erklärung von Welt und Gesellschaft und ihren Beziehungen zu den Göttern lieferten.

Zudem wurden die denTragödien zugrunde liegenden Mythen von den Tragödiendichtern flexibel weiter entwickelt, ohne ihren plot grundsätzlich zu verändern. Dadurch ließen sich ihre Geschichten den jeweils aktuellen Problemen der griechischen Polis entsprechend behutsam aktualisieren.

Was die Tragödie zu Beginn des 5. Jahrhunderts, als sich das Drama allgemein von Athen und den besonderen kultischen Festkontexten löste (vgl. Hose 2012, S.185) und säkularisierte, aber ebenso zu einem Erfolgsmodell machte, ist auch darauf zurückzuführen, dass Dramen als Lesetexte, z. B. in der schulischen Erziehung für Lese- und Schreibübungen verwendet wurden, und darüber hinaus in Textform eine spätere Wiederaufführung, wenngleich mit zum Teil erheblichen Abänderungen, möglich machten. (vgl. ebd., S.184)

Zudem wirkten die Bilderwelten der Tragödie auch auf die Bildende Kunst ein, die auf Vasen, Urnen oder als Relief auf Sarkophagen Motive oder einzelne Szenen aus den Dramen gestaltete.

Und schließlich ging die Tragödie um die Welt, mit anderen Worten: Wanderbühnen sorgten für regen Kulturaustausch und trugen die Stoffe und Muster attischer Dramen zur Zeit des »Hellenismus mit seinen Großreichen »Alexanders des Großen (356-323 v. Chr.) und der nachfolgenden »Diadochen (bis 30 v. Chr.) bis an die Grenzen Indiens. (vgl. ebd., S.185)

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 12.07.2025

 
 

 
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