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Tragödie

Formen


Man kann die Dramengattung Tragödie in sechs Hauptformen einteilen. Dabei ist die Trennung dieser Formen nicht immer eindeutig und Mischformen sind durchaus möglich. Insbesondere der Begriff Schauspiel als Form der Tragödie ist sehr unscharf geblieben.
 
Tragödie

Griechische Tragödie 

  • Aischylos, Sophokles

  • noch keine Tragik im späteren Sinne unbedingt nötig

Klassische Tragödie

  • Wichtige Prinzipien:

    • Stilreinheit ( = Einhaltung der drei Einheiten)
    • Stiltrennung ( = keine Vermischung mit komischen Elementen)
  • schließt an römische (Seneca) und griechische Tragödie an
  • Beispiele
    • römischem Vorbild folgend: Dramen des Barock, z.B. Andreas Gryphius, Gottsched "Sterbender Cato" (1732)
    • griechischem Vorbild folgend: Schiller, Die Braut von Messina (1803), Kleist, Penthesilea (1806/07), Hauptmann, Atridentetralogie (1940/44)

Gemischte Tragödie

  • Prinzip der Stilmischung

    • Tragisches mit Komischen
    • Staataktionen mit Szenen aus dem Volk
    • Ablehnung der Einheiten des Orts und der Zeit
    • Vers- und Prosasprache verbunden
  • schließt an Volksdramatik, bes. an Shakespeare an
  • Beispiele: Goethe, Goetz von Berlichingen (1773), Büchner: Dantons Tod (1835), Woyzeck (1836)

Historisches Ideendrama

  • tragischer Konflikt zwischen menschlicher Entscheidungsfreiheit und geschichtlichem Zwang

  • Verbindung von antikem Schicksalsgedanken mit geschichtlichem Stoff
  • Beispiele: Schillers ethische Entscheidungsdramen Don Carlos (1787), Wallensteins Tod (1800), Maria Stuart (1801)

Bürgerliches Trauerspiel

  • Tragisches spielt sich in der bürgerlichen Sphäre ab

  • Übergang von der gehobenen und gebundenen Rede zur Prosa (Prosatragödie)
  • Beispiele: Lessing, Miß Sara Sampson (1755), Emilia Galotti (1772); etwas sozialkritischer: Lenz, Die Kindesmörderin, Die Soldaten; Schiller: Kabale und Liebe (1784)

Soziales Drama

  • Entlarvung der Scheinheiligkeit der bürgerlichen Welt

  • Vorläufer: Büchner, Woyzeck (1836); dann: Gerhart Hauptmann, Vor Sonnenaufgang (1889), Die Weber (1892)

Schauspiel

  • Nebenform der Tragödie (mitunter aber auch einfach Ersatzwort für Drama)

  • Überwindung der tragischen Situation
  • Lösung und Rettung deuten sich am Schluss an
    • als Versöhnung (z.B. Lessing, Nathan der Weise (1779), Goethe, Iphigenie (1787)) oder
    • als Ausgleich im Scheitern (z.B. Goethe, Torquato Tasso (1790), Schiller, Wilhelm Tell (1804)) an 

(vgl. Ivo Braak, Poetik in Stichworten, 1969, S.232-239)

       
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