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Exposition im geschlossenen Drama

Gegenstandsbereiche


Im Rahmen der Exposition im Drama der geschlossenen Form werden verschiedene Informationen vergeben:

Vom Standpunkt der Rezeption durch den Zuschauer betrachtet fällt der Exposition die Aufgabe zu, das Verständnis für die nachfolgende Bühnenhandlung durch den Zuschauer vorzubereiten und vorzustrukturieren. Daher besitzt die Exposition 

  • eine informativ-referentielle Funktion und
  • eine phatische Funktion 
    (= Aufmerksamkeitsweckung und Einstimmung des Zuschauers in die fiktive Spielwelt (vgl. Pfister 1977, S.124)

Die Exposition stellt die Phase dar, in der die auktoriale Rezeptionslenkung am deutlichsten sichtbar werden kann. Zwar ist darin die auktoriale Funktion der Figurenrede prinzipiell offenkundiger, aber auch gerade deshalb künstlerisch so überformt, dass dies aber nicht ohne weiteres entdeckt werden kann und soll. In der Exposition wird darüber hinaus der Charakter der dramatischen Rede als "mehrfach adressierter Äußerung" (Wunderlich) besonders deutlich erkennbar. Denn der eigentliche Adressat der dramatischen Rede in dieser Phase ist das Publikum. Die spielinterne Kommunikation, das was auf der Bühne "geschieht", bleibt dieser Funktion untergeordnet. Das bedeutet auch, dass für die Figuren der fiktiven Spielebene die Expositionsphase eben nur sehr bedingt eine informativ-referentielle Funktion besitzt. So durchschauen die handelnden Personen in der handlungsinternen Exposition den futurischen Bezug und Sinn ihrer Aussagen bestenfalls zum Teil, während das Publikum "gleichsam absichtslos unterrichtet" werden kann (vgl. Bickert 1969, S..109)

       
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