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Aspekte der Erzähltextanalyse: Wohmann, Denk immer an heut Nachmittag

Texterfassung mit Annotationen

Parallelkonspekt

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren ● Gabriele Wohmann [ Denk immer an heut Nachmittag
Text Aspekte der Erzähltextanalyse Texterfassung mit Annotationen Inhaltsangabe Strukturskizze Erzähltechnische und sprachliche Mittel RaumgestaltungInterpretation  ] Bausteine Der Antrag ...   Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch
 

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Den Text annotieren und in einem Parallelkonspekt erfassen

DieKurzgeschichte»Denk immer an heut Nachmittag« von Gabriele Wohmann wird nachfolgend in einem ▪ Parallelkonspekt erfasst. Dabei fließen textanalytische und interpretatorische Ideen und Ansätze in die ▪ Annotationen mit Randnotizen vorgenommen werden, in den ▪ Konspekt ein, der die Grundlage der hier vorgenommenen ▪ Sinnkonstruktion bzw. Deutung des Textes darstellt.

Dabei soll damit aber nicht unterstellt werden, dass es nur diese Lesart des Textes gibt, die plausibel gemacht werden kann.

I. Bahnfahrt durch Gratte

Erzählte Zeit: halbe Stunde Bahnfahrt (von Gratte nach Laurich). spätnachmittags kurz vor Feierabend

"triste" Gegenwart wird vom Vater zu schöner Erinnerung umgedeutet

gesellschaftliche Verhältnisse in Gratte: ärmlich, proletarisch

Kind = neutrale Bezeichnung, nicht Sohn oder Tochter
- schaut nach draußen, will sich festhalten, rutscht ab, Handschuhe (=Winter, Kälte)

Vater will die Realitätswahrnehmung des Kindes bestimmen und will sich vergewissern, ob das Kind seine Deutung übernimmt.

Vater spricht von sich in der dritten Person.

Koffer = Symbol für die bevorstehende Trennung

II. Der Wald von Laurich

abweisend-ekliger Charakter von Gratte, kein Fluchtpunkt oder Punkt der Sehnsucht

Kind empfindet den Wald als kalt, abweisend, 

während Vater Wald als zukünftiges Freizeitterrain anpreist

Kind empfindet gegenüber dem Rad fahrenden Jungen eine klare Abneigung: fett, schwitzendes bläuliches Gesicht, vom Ehrgeiz verunstaltet - Vater findet Spaß an dem Jungen. sieht Chance darüber mit dem Kind ins Gespräch zu kommen

Kind "blockt" ab und Vater reagiert erstmals vorwurfsvoll und enttäuscht

Kind nimmt mit innerer Genugtuung wahr, dass ihm  Tränen kommen (glaubt damit beim Vater mehr erreichen zu können) - Perspektive des Kindes durch dessen Augen hindurch gesehen/erzählt wird.

Vater reagiert gekränkt und wechselt zu Imperativen und dem "moralischen Zeigefinger" durch Verweis auf die nicht mehr vorhandene (gestorbene?) Mutter.

Vater "vergleicht" den "schwächelnden" Sohn mit dem Rad fahrenden Jungen.

Vater "konstruiert" Kommunikation zwischen dem Jungen und dem Kind, appelliert an Konkurrenz und Kameradschaft.

III. Ankunft am Internat in Laurich

Nach dem Verlassen der Bahn gehen Vater und Sohn auf das Internat zu

Kind enttäuscht vom Anblick des Internatsgebäudes 

Vater färbt das Ganze schön,
aber äußert auch, tief sitzendere Enttäuschungen: Sohn soll "allmählich Spaß am Sport" bekommen, "richtige Muskeln", ein Mann werden (erstmals wird das Geschlecht des Kindes genannt)

IV. Der Sportplatz am Internat

Drahtzaun = Gefängnis

Ball, plump und dunkel = kranker Vogel


Vater nimmt erstmals körperlichen Kontakt mit seinem Sohn auf.

Wärme = Nähe zum Vater;
Das Kind ist emotional hin- und hergerissen, aber verharrt in seiner abweisenden Unnahbarkeit, die alle möglichen positiven Sichtweisen versperrt.

Ball als Symbol der Realitätsflucht, d.h. auch der Flucht vor der Preisgabe bzw. Veränderung seines eigenen Verhaltens.

Vater bleibt seiner Linie treu: Imperative, Umdeutung der Realität zur schönen Erinnerung, moralische Argumentation, ...

Kind kann sein Spiel nicht mehr weiterspielen. 

Ball fällt zurück und damit beendet er die Realitätsflucht des Kindes, die sich als vollkommen haltlos entpuppt (gegorene, von Würmern geschwollene Pflaume)

Das Kind kann seine egozentrische Perspektive aufgeben und sich für eine Neudefinition der Vater-Sohn-Beziehung öffnen.

(aus: Gabriele Wohmann, Ländliches Fest, Erzählungen, Darmstadt: Luchterhand, S.118-121)

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 02.10.2020

 
 

 
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