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Text III,1
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Friedrich Schiller: Maria Stuart - 3. Akt

Szene III,1

 
 
Die Handlung der Szene III,1 (1. Auftritt) im 3. Akt von Schillers Drama »Maria Stuart« spielt im Park von Schloss Fotheringhay.

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< II,9

Maria Stuart und ihre Amme Hanna Kennedy befinden sich im mit Mauern umschlossenen Park von Fotheringhay. Unter den wachsamen Augen ihrer im Hintergrund agierenden Bewacher, die jeden Kontakt mit anderen Personen unterbinden, genießt Maria Stuart fast wie ein Kind die ihr gewährte Gunst, sich einmal unter freiem Himmel aufzuhalten. Die freudige Erregung beschleunigt ihren Tritt, so dass die Amme alle Mühe hat, ihr zu folgen. Dem räumlichen Hinterherhinken entspricht das emotionale. Maria verleiht ihren Gefühlen und ihren so lange unterdrückten Bedürfnissen nach Bewegungsfreiheit, frischer Luft und Natur mit hymnischen, gereimten und metrisch strukturierten Versen Ausdruck. Aus ihr spricht reine Lebenslust, die den Augenblick trotz aller Einschränkungen genießen und sich im Anblick der fernen Berge an der Grenze zu Schottland Träumereien hingeben will. Und den Blick an die vorüberziehenden Wolken geheftet, die sie nach Frankreich ziehen wähnt, wünscht sie sich ebenso frei zu sein wie diese. Trotz eines mahnenden Zwischenrufs ihrer Amme fährt sie beim Betrachten eines kleinen Fischerbootes fort von einer Flucht zu träumen. Da Kennedy ihre hymnischen Träumereien erneut unterbricht, schildert ihr Maria Stuart in nüchternen Worten die Motive für ihre ausgelassen euphorische Stimmung. Sie hält die ihr gewährte Vergünstigung für einen ersten Schritt in einem von Leicester eingefädelten Plan, ihr schrittweise zur Freiheit zu verhelfen. Und offen spricht sie aus, dass sie darin einen Ausdruck seiner Liebe sehe. Hanna ist sich dagegen nicht sicher, was das Ganze zu bedeuten hat. Die Tatsache freilich, dass man Maria ja gerade tags zuvor das Todesurteil verkündet hat, lässt sie vermuten, dass man ihr diesen Moment der Freiheit ebenso gewähre wie Kerkerhäftlingen, denen für kurze Zeit vor ihrer Hinrichtung die Ketten abgenommen werden. Maria aber lässt diese düsteren Gedanken nicht an sich heran und fährt fort, während die ersten Jagdhörner der herannahenden Jagdgesellschaft zu hören sind, von ihrer unbeschwerten Vergangenheit zu träumen.

> III,2

 

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