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Friedrich Schiller: Maria Stuart - 1. Akt

Szene I,6

 
 
 
Die Handlung der Szene I,6 (6. Auftritt) im 1. Akt von Schillers Drama »Maria Stuart« spielt in einem Zimmer im Schloss Fotheringhay.

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Mortimer überreicht Maria Stuart einen Brief ihres Onkels, des Kardinals von Lothringen, der ihn als geheimen Vertrauten Marias ausweist. Er berichtet ihr von seiner wechselvollen Entwicklung seit seinem Besuch in Rom. Fasziniert von den prunkvollen Darstellungen katholischer Glaubenssätze und der prachtvollen katholischen Liturgie allerorten, sei sein protestantisches Bekenntnis in den Grundfesten erschüttert worden. Zudem habe er in Frankreich persönlichen Kontakt zu Marias Onkel, dem Kardinal von Guise, bekommen, der ihn endgültig zum katholischen Glauben bekehrt habe. Von ihm sei er an Jesuiten gelangt, die Priester für ihre (in England streng verbotene und von Elisabeth I. verfolgte) Mission ausbildeten. Bei dem in der Verbannung lebenden englischen Bischof Lesley habe er ein erstes Bildnis Marias gesehen, das ihn nebst dem ihr auferlegten Märtyrertum in Bann gezogen habe. Die Informationen, die er über ihre Person erhalten habe und über die er auch kraft eigener Studien verfüge, lasse keinen Zweifel daran, dass Maria die rechtmäßige Anwärterin auf den englischen Thron sei, der zur Zeit von der "Bastardtochter" Heinrichs VIII. usurpiert sei. Dass Maria der Obhut seines eigenen Onkels Amias Paulet unterstellt worden sei, habe ihn zur Überzeugung gebracht, dass er auf Grund dieser göttlichen Fügung zum Retter Marias auserkoren sei. So habe er sich mit dem Kardinal beraten und gemeinsam mit diesem kurzerhand einen Plan zur Befreiung Marias ausgearbeitet. Um diesen in die Tat umzusetzen sei er zehn Tage zuvor nach England zurückgekehrt. Zugleich enthüllt er Maria, dass das Gericht einen Schuldspruch über sie gefällt habe, den allerdings zu bestätigen, Elisabeth noch listig verzögere. Maria Stuart, die offenbar mit einer solchen Entwicklung gerechnet hat, glaubt sich damit für immer im Gefängnis. Sie kann sich trotz der klaren Einwände, die Mortimer vorbringt, nicht vorstellen, öffentlich hingerichtet zu werden. Vielmehr steigt in ihr die Angst auf, sie könne Opfer eines Meuchelmords werden, mit dem sich Elisabeth ihrer entledigen könne. Sie vertraut auch wenig auf die von Mortimer so leidenschaftlich vorgetragene Befreiungsaktion, von deren tragischem Scheitern sie nach Lage der Dinge und den Erfahrungen der Vergangenheit überzeugt zu sein scheint. Befreiung erwartet sie nur von Elisabeth selbst, die wiederum nur von Graf Leicester dazu bewegt werden könne. Mortimer ist von dieser Rolle und Wertschätzung Leicesters durch Maria sichtlich überrascht. Sie übergibt ihm ein Schreiben mit einem Bild von sich und fordert ihn auf, mit Leicester Kontakt aufzunehmen. Als Hannah Kennedy zurückkehrt und das Eintreffen Amias Paulets mit Lord Burleigh ankündigt, entfernen sich Mortimer und Kennedy schnell durch eine Seitentüre.

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