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Kindheit und frühe Jugend Friedrich Schillers (1767-73)

Überblick

 
 
Im Dezember 1766 wird Friedrich Schillers Vater auf eigenen Wunsch in die Residenz- und Garnisonsstadt Ludwigsburg versetzt. Die Familie zieht infolgedessen in die ca. 5.000 Einwohner große Stadt um, deren öffentliches Leben vom Hof des Herzogs Carl Eugen und seinem Heer bestimmt ist. Für die Familie bedeutet der Wechsel "von der idyllischen Weltabgeschiedenheit" Lorchs (Safranski 2004., S.26) mitten hinein in das städtische Treiben der Residenzstadt, mehr als nur einen weiteren Umzug. Der Vater, Johann Caspar Schiller, hofft hier in der Nähe des Hofes endlich wieder für seine Dienste vom Herzog regelmäßig bezahlt zu werden und bekommt als Kompaniechef im Range eines Hauptmanns neue Aufgaben. Zugleich bietet sich ihm auch ein gesellschaftliches Umfeld, mit dem sich der soziale Aufsteiger sicherlich besser identifizieren kann, als mit der bäuerlich geprägten Gesellschaft der kleinen Landgemeinde in der Nähe von Schwäbisch-Gmünd. Das "schwäbische Potsdam" wartet doch mit einigen Vergünstigungen auf, die der Herzog seinen Offizieren gewährt, wenngleich die Standesunterschiede zwischen adeligen und nichtadeligen Offizieren weiterhin betont und auch gelebt werden. Seine Ehefrau, Dorothea, zieht mit den Kindern ganz selbstverständlich mit und führt in Ludwigsburg wie zuvor auch den Haushalt. Sie umsorgt jetzt drei Kinder,  nachdem Luise Dorothea Katharina im Januar 1766 (23.1.) in Lorch dazugekommen ist. Dem siebenjährigen Friedrich und seiner zwei Jahre älteren Schwester Christophine dürfte der Wegzug von Lorch schwerer gefallen sein. Wenn man das Paradies nicht religiös auffasst, "sondern als einen geliebten Ort, wo Landschaft und Menschwerk harmonisch ineinander gehen, wo Schmerzen, Kummer, Krankheit, Traurigkeit immer wieder aufgelöst werden im Schimmer der Schönheit ringsum, die sich im Gang der Jahreszeiten wandelt; dazu guter Boden, klares Wasser und reine Luft. Bedenkt man ferner die Geborgenheit des Kindes, von dem wir sprechen, so war der Wegzug von Lorch wie die Vertreibung aus einem Paradies; vielleicht aus dem einzigen, in dem Friedrich Schiller für längere Zeit gelebt hat." (Lahnstein 1981, S. 27)  Sieht man von dieser persönlichen Sichtweise ab, bringt der Umzug nach Ludwigsburg einen "jähe(n) Wechsel von der Natur in die Kultur"  (Safranski 2004., S.26). Ohne den Umzug überzubewerten - Kinder können dies wohl leichter wegstecken, als man glaubt - ist der erneute Verlust von Freunden und von Heimat, was die beiden Kinder Friedrich und Christophine ja schon in der Zeit vor Lorch kennen lernen, eine psychische Belastung, die erst verarbeitet werden will.
In Ludwigsburg ziehen die Schillers Anfang des Jahres 1767 in ein neu errichtetes Haus, das dem Hofbuchdrucker Christoph Friedrich Cotta d. Älteren gehört. Von hier aus geht Friedrich Schiller auf die Lateinschule (→Bildung mit schwarzer Pädagogik: Lateinschule in Ludwigsburg)
Das →Familienleben in Ludwigsburg folgt dabei den schon seit Lorch bewährten Mustern.

© Gert Egle, teachSam - 18.03.07

     
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