In
Thomas
Manns Roman »Buddenbrooks«
repräsentiert •
Thomas Buddenbrook (1826-1875)
In Kürze:
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1826 -1876
-
ältester Sohn von
•
Elisabeth Buddenbrook, geb. Kröger (ca. 1803 - 1871)
und •
Johann Buddenbrook, der Jüngere, Konsul (ca. 1800 - 1855)
-
Bruder von •
Antonie
Buddenbrook, verh. Grünlich, Permaneder (1827-?),
•
Christian Buddenbrook (1828-?)
und •
Clara Buddenbrook (1838-1864)
-
verheiratet mit
•
Gerda Buddenbrook (geb.
Arnoldsen), mit der er den Sohn •
Hanno
Buddenbrook (1861-1877) hat
-
Mit sechzehn Jahren wird
Thomas Lehrling im väterlichen Geschäft (II, 5).
-
Während eines Aufenthalts
in Amsterdam, wo er in einer Firma arbeitet (III, 15), erleidet er eine
Lungenblutung (IV, 7) und kehrt nach seiner Genesung nach Hause zurück.
Dort tritt in er in das Geschäft seines Vaters, Konsul
•
Johann Buddenbrook, der Jüngere, (ca. 1800 - 1855),
ein.
-
Nach dem Tod seines
Vaters, des Konsuls •
Johann Buddenbrooks, des Jüngeren, (ca. 1800 - 1855),
übernimmt Thomas ab 1855 als Inhaber die Firma, die zu dieser Zeit sehr
erfolgreich ist und ein Kapitalvermögen von 750.000 Reichsmark besitzt.
Thomas will unter seiner Leitung die Million erreichen. (V, 1).
-
Nach dem Tod seines
Onkels •
Gotthold Buddenbrook (1796 - 1856)
übernimmt Thomas Buddenbrook von ihm das Amt des niederländischen
Konsuls. Er wird als junger Mann wegen seines Verantwortungsbewusstseins
geschätzt, zeigt aber durchaus auch geschäftliches Durchsetzungsvermögen
und Bereitschaft zum Risiko. (V, 3).
-
Über
seinen Habitus und die Art sich zu kleiden, die vielen in der
Stadt offenbar bis hin zum Lebensstil im Allgemeinen den Gedanken an
einen englischen »Dandy
aufkommen lässt, munkelt man in der Stadt: "Ein bißchen prätentiös,
dieser Thomas Buddenbrook, ein bißchen … anders: anders auch als seine
Vorfahren. Man wußte, besonders der Tuchhändler Benthien wußte es, daß
er nicht nur seine sämtlichen feinen und neumodischen Kleidungsstücke –
und er besaß deren ungewöhnlich viele: »Pardessus,
»Röcke,
Hüte, Westen, Beinkleider und Krawatten – ja auch seine Wäsche aus
Hamburg bezog. Man wußte sogar, daß er tagtäglich, manchmal zweimal am
Tag das Hemd wechselte und sich das Taschentuch und den à la
Napoleon III. ausgezogenen Schnurrbart parfümierte. Und das alles
tat er nicht der Firma und der Repräsentation zuliebe – das Haus »
Johann Buddenbrook« hatte das nicht nötig –, sondern aus einer
persönlichen Neigung zum Superfeinen und Aristokratischen. [...] an
Konsul Buddenbrook war »ein bißchen was Gewisses« [...]“ (V,8 -
S.294/176)
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Im Frühjahr 1857 heiratet
er •
Gerda Arnoldsen,
Tochter eines zu großem Reichtum gekommenen Amsterdamer Kaufmanns, die
eine große Mitgift mitbringt, und zieht mit ihr in die Breite Straße.
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1861 wird der Sohn des
Paares, •
Hanno
Buddenbrook (1861-1877), geboren.
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Nach dem Tod von Senator
James Möllendorpf setzt sich Thomas Buddenbrook in der Wahl gegen seinen
Konkurrenten, Hermann Hagendorn, durch und wird in den Senat gewählt.
(VII, 3., 4.)
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In der Folgezeit lässt er
ein neues repräsentatives Haus in der Unteren Fischergrube bauen, muss
mit seiner Firma aber empfindliche wirtschaftliche Rückschläge
einstecken. Der Bankrott einer Frankfurter Firma kostet ihn 1866 20.000
Taler und der Ausfall einer Kornente, einem riskanten
Spekulationsgeschäft, das er mit dem hoch verschuldeten Junkers Ralf
Maiboom auf dessen nächste Getreideernte abgeschlossen hat, von dem er
ausgerechnet am Tag des Firmenjubiläums (7. Juli 1868) erfährt, lässt
ihn zusehends an seinem kaufmännischen Geschick und seinen
charakterlichen Fähigkeiten zweifeln. (VIII, 5.)
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Nach dem Tod der Mutter,
der Konsulin • Elisabeth Buddenbrook, geb. Kröger (ca. 1803 - 1871),
(IX,3) soll das Elternhaus verkauft werden. Auch die Firma Buddenbrook
ist wirtschaftlich nicht mehr für die Zukunft aufgestellt, auch wenn sie
noch immer einen Kapitalstock von 600.000 Mark besitzt.
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1874 wirkt Thomas
Buddenbrook im Alter von 48 Jahren vorzeitig gealtert und angesichts der
geschäftlichen Aussichten und seiner einander fremd gewordenen Beziehung
zu seiner Frau mehr und mehr depressiv. (VIII, 7.; X, 5)
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Thomas Buddenbrook
beschäftigt sich in dieser Zeit mit der Philosophie »Arthur
Schopenhauers (1788-1860) und erlebt dabei eines Nachts eine Vision,
in der ihm der Tod als Befreiung aus dem Gefängnis vorkommt, indem sich
sein Ich befindet. (X, 5).
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All dies veranlasst ihn,
sein Testament aufzusetzen. In Begleitung seines Bruders Christian sein
reist er im September nach Travemünde, um sich physisch und psychisch zu
regenerieren.
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Im Januar 1876 stirbt
Thomas Buddenbrook an den Folgen einer Zahnentzündung und einer
misslungenen Zahnextraktion. (X, 7)
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Nach dem frühzeitigen und
überraschenden Tod von Senator •
Thomas Buddenbrook (1826-1875)
wird die Firma Buddenbrook von dem noch von ihm selbst eingesetzten
Vermögensverwalter Stephan Kistenmaker aufgelöst und das repräsentative
Haus in der Unteren Fischergrube wird verkauft. (XI, 1.)
(Quelle u. a.
Literaturlexikon online)
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
09.06.2025
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