▪
Literarische Charakteristik
▪
Didaktische und methodische Aspekte
▪
Überblick
▪
Aspekte der Schreibaufgabe
•
Überblick
•
Gesellschaft und Charakter
▪
Merkmale der Schreibform
▪
Formen
▪
Arbeitsschritte
▪
Literarische Charakteristik in einem erzählenden Text
•
Quickie für Eilige:
Keine Zeit und trotzdem zum Schreibziel
•
Überblick
•
Beispiele
(Musterlösungen)
•
Bausteine
•
Textauswahl
•
Die Familiengeschichte der Buddenbrooks
•
Genealogischer
Überblick (Stammbaum) der Lübecker Familie Buddenbrooks
•
Die literarische Charakteristik einer Figur mit der
Tabellenmethode systematisch erarbeiten
Die •
Figurencharakterisierung von •
Johann Buddenbrook, sen. (1765 - 1842)
in Thomas Manns Roman
Buddenbrooks wird vom Erzähler auf
verschiedenen •
Ebenen
vorgenommen. Sie erfolgen entweder •
implizit
oder • explizit
durch den Erzähler selbst oder durch die Figur selbst oder andere Figuren, und zwar ebenso
entweder • implizit oder
• explizit.

Ganz überwiegend
wird •
Johann Buddenbrook, sen. (1765 - 1842)
auf der •
Ebene des
Erzählers von diesem explizit charakterisiert. Er beschreibt
seine äußere Gestalt, erzählt, wie er sich gegenüber den anderen
Personen
verhält und was und wie er spricht. Die Charakterisierung des
Seniorchefs der Familie Buddenbrook erfolgt dabei in •
auktorialem Erzählverhalten mit einem •
olympischen point of view und ist auf die •
Außensicht
der Figur beschränkt. Dem entspricht auch die
Tatsache, dass die erzählte Zeit bis zum Tod von Johannes
Buddenbrook d. Älteren das Geschehen vorwiegend im dramatischen
Modus dargeboten wird, das noch nicht zu jenem monologischen und
subjektiven Erzählen tendiert, das erst im weiteren Romanverlauf an
Bedeutung gewinnt. Was er denkt und fühlt, trägt er sozusagen
auf der Zunge und muss aus seinen in direkter Rede wiedergegebenen
Äußerungen erschlossen werden, in der er sich nur in wenigen Fällen
selbst thematisiert. Aber auch andere Figuren halten sich mit
charakterisierenden Urteilen über ihn zurück, nur einmal äußert sein
Sohn, der Konsul, dass es sein Vater offensichtlich die Religion
nicht so ernst nimmt und die religiösen Überzeugungen anderer nicht
sonderlich respektiert. (vgl. S.10/2) Erzähltechniken
(Darbietungsweisen, Darbietungsformen des Erzählens) wie erlebte
Rede und innerer Monolog, die bei der Darstellung der nachfolgenden
Hauptfiguren der Handlung häufig verwendete Mittel der Introspektion
des Erzählers bei der Figurendarstellung sind, finden sich in der
dargestellten Lebenszeit von Johann Buddenbrook d. Ä. nicht. Was den
Seniorchef der Fa. und das Familienoberhaupt beschäftigt, wird auch
im Falle der Auseinandersetzung des Vaters mit seinem ungeliebten
Sohn •
Gotthold (1796 - 1856) nicht
aus der Innensicht des Vaters erzählt, der die eigentlich
vielschichtige Angelegenheit wie eine getroffene
Geschäftsentscheidung einfach "abgehakt" und keine Anzeichen einer
tiefergehenderen Reflexion zeigt, worauf sein ihm vom Erzähler
explizit charakterisierend zugeschriebener Hass auf den
erstgeborenen Sohn (S.55/30) eigentlich herrührt. Die Verarbeitung
seiner offenbar erheblichen posttraumatischen Belastungsstörung nach
dem Tod seiner von ihm geliebten ersten Frau Josefine im Kindbett
werden jedenfalls nur in den Kategorien einer Geschäftshandlung
thematisiert, die jeden Skrupel oder Einspruch des Gewissens, wie
ihn der Konsul •
Johann Buddenbrook (ca. 1800 - 1855),
sein Sohn aus zweiter Ehe, zeitweise artikuliert, als "christliche
und phantastische Flausen" (S.46/25) abtut und erst zufrieden ist,
als dieser, so wie er selbst, die brisante Familienangelegenheit
nicht moralisch ("Eine Familie muß einig sein, muß zusammenhalten
[...]" (S.48/26), sondern wie ein Gewinn- und Verlustgeschäft
behandelt. (vgl. S.ebd.)
Auf der •
Figurenebene äußert sich •
Johann Buddenbrook, sen. selbst nur über sich und seine
Ansichten selten. Er gibt in der kurzen Kontroverse über den Garten
der Buddenbrooks vor dem Burgtor mit seinem Sohn zu verstehen, dass
er sich, soweit der Grund und Boden ihm gehört, das Recht
herausnimmt, die "freie Natur" nach seinem eigenen Belieben nach den
Regeln barocker Gartenbaukunst zurechtzuschneiden und signalisiert
damit, dass für ihn das Eigentum die Grundlage aller
gesellschaftlichen Regeln darstellt. Auch seine charakteristische
Sprechweise (•
Figuralstil) charakterisiert ihn
• implizit
auf der
•
Figurenebene. So spricht er gerne Französisch, plattdeutschen
Dialekt aber auch die hochdeutsche Standardsprache, wobei er immer
wieder einmal, auch mitten im Satz zwischen den verschiedenen
sprachlichen Varietäten wechselt. Französisch ist seine Lieblings-
und "Salonsprache", Hochdeutsch die Sprache, die bei ihm zum
Kommunikationsbereich geschäftlicher außer- und innerfamiliären
Angelegenheiten gehört, und Plattdeutsch die Sprache, die er
vornehmlich im engeren Familienkreise dann spricht, wenn das, was er
sagt, unter stärkerer emotionaler Beteiligung erfolgt.
"Dialektschwächen" (S.21/8) haben in den anderen
Kommunikationsbereichen jedenfalls, so die allgemeine
gesellschaftliche Norm des gehobenen Bürgertums nichts zu suchen.
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Literarische Charakteristik
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Literarische Charakteristik in einem erzählenden Text
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Genealogischer
Überblick (Stammbaum) der Lübecker Familie Buddenbrooks
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Die literarische Charakteristik einer Figur mit der
Tabellenmethode systematisch erarbeiten
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
22.04.2024