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Literarische Charakteristik
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Didaktische und methodische Aspekte
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Überblick
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Aspekte der Schreibaufgabe •
Überblick •
Gesellschaft und Charakter
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Merkmale der Schreibform ▪
Formen
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Arbeitsschritte
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Literarische Charakteristik in einem erzählenden Text
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Quickie für Eilige:
Keine Zeit und trotzdem zum Schreibziel
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Überblick
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Beispiele
(Musterlösungen)
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Bausteine
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Textauswahl
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Die Familiengeschichte der Buddenbrooks
•
Genealogischer
Überblick (Stammbaum) der Lübecker Familie Buddenbrooks
•
Die literarische Charakteristik einer Figur mit der
Tabellenmethode systematisch erarbeiten
In •
Thomas
Manns Roman • »Buddenbrooks« können
zur • Analyse und Interpretation der Figur von
Monsieur •
Johann Buddenbrook, sen. (1765 - 1842)
u. a.
folgende Textstellen herangezogen werden:
(Textgrundlage: Ungekürzte Ausgabe, veröffentlicht im Fischer Taschenbuch Verlag,
Frankfurt/M. 1989, 46. Aufl.: Mai 1999)
|
S. |
|
|
8 |
Äußere Erscheinung |
|
12 |
Weltanschauung, Lebensgewohnheiten... |
|
26 |
Begeisterung für Napoleon Bonaparte |
|
28 |
Disput mit seinem Sohn Jean über die französische
Julimonarchie |
|
30 |
Begeisterung für französischen Gartentypus |
|
43-49 |
Gespräch mit Sohn Johann, dem Konsul, über die
Forderungen von Gotthold |
|
54 |
"Wunderliche" Eintragungen in der
Familienmappe, Gedanken von Jean B. |
|
70f. |
Beim Tod seiner Frau Antoinette:
Reflexionen
über Leben und Tod; Tod und Begräbnis |
|
77 |
Nachlass |
Textanalyse
Der Sohn des
Gründers der Getreidefirma Johann Buddenbrook
• Johann Buddenbrook, sen. (1765 - 1842)
ist zu Beginn des Romans 70 Jahre alt (S.8).
-
leitet gemeinsam
mit seinem Sohn •
Johann Buddenbrook, der Jüngere, Konsul (ca. 1800 - 1855)
als Teilhaber die Fa. Buddenbrook, deren Seniorchef er ist. In
geschäftlichen Dingen zeigt sich sein Sohn allerdings das eine
oder andere Mal entschlossener als er, Vorteile zu Gunsten der
Firma zu ergreifen, wenn sie sich bieten (S.46/25)
-
kleidet sich noch
in diesem Alter nach der Mode seiner Jugend und trägt noch immer
keine langen Hosen. (S.8), bei feierlichen Anlässen setzt er
eine "gepuderte Perücke" auf (S.43/23)
-
"war kein
beschränkter Kopf" (S.12/4);
-
"Er hatte ein
Stück von der Welt gesehen, war anno 13 vierspännig nach
Süddeutschland gefahren, um als Heereslieferant für Preußen
Getreide aufzukaufen, war in Amsterdam und in Paris gewesen"
(S.12/4);
-
als "aufgeklärter
Mann" hält er "bei Gott nicht alles für verurteilenswürdig, was
außerhalb der Thore seiner giebeligen Vaterstadt lag." (S.12/4)
-
Als seine
8jährige Enkelin •
Antonie (Tony) (1827-?)
offenbar auf Geheiß des Großvaters einen Teil des Katechismus
aufsagt und dabei kurzfristig ins Stocken gerät, macht er sich
einen Spaß daraus, "sich über den Katechismus moquieren zu
können." (S.8/1) Im Übrigen macht er sich, sehr zum Unbehagen
seines Sohnes, offenbar häufiger "über das Heiligste" (S.10/2)
lustig. Zugleich verwehrt er sich allerdings dagegen wie die
anderen der älteren Generation als "herzlose Spötter" (S.46/25 )
angesehen zu werden, wenn er den Jüngeren vorwirft "den Kopf
voll christlicher und phantastischer Flausen ... und ...
Idealismus" (S.46/25) zu haben. Tonys
irrational-metaphysische als vermeintliches Wissen ausgegebene
Erklärung für den Zusammenhang der Art des Donners und eines
möglichen Blitzeinschlags, die sie offenbar von Ida Jungmann
hat, erklärt er schlicht für stupide, solche "Verdunkelung
der Kinderköpfe" (S.12/4)
-
"in
gesellschaftlicher Beziehung, war er mehr als sein Sohn, der
Konsul, geneigt, strenge Grenzen zu ziehen und Fremden ablehnend
zu begegnen" (S.12/4), was sich auch in seiner ablehnenden
Haltung gegenüber Ida Jungmann zeigt, die mit ihren
"aristokratischen Grundsätzen" (S.12/4) zwar seine Vorstellungen
gesellschaftlicher Konventionen durchaus teilt, aber als
"Preußin" (S.13/4) mit ihrer "fremdartige(n) Aussprache" (S.13/4)
ihn heimlich spöttisch schmunzeln lässt (ebd.)
-
spricht oft nur
französisch oder plattdeutschen Dialekt (S.12/4), vor allem wenn
er sich über etwas ärgert ("Er verfiel vor Verdruß in den
Dialekt" (S.28/14) oder sonst wie emotional reagiert;
seinen Sohn Johann, der ihn "siezt", spricht er in der
französischen Fassung seines Namens als "Jean" an;
-
in erster Ehe ab
1795 mit Josefine Buddenbrook, der Tochter eines Bremer
Kaufmanns (S.54/29) verheiratet, die er offenbar "in rührender
Weise" (S.54/29 ) (»L'année la plus heureuse de ma vie«,) liebt. Sie verstirbt schon 1796 an den Folgen
der Geburt des gemeinsamen Sohnes
•
Gotthold Buddenbrook (1796 - 1856),
dem er den Tod der Mutter als "Mord" (S.55/ ) anlastet, und ihn
von Anfang an "als den ruchlosen Zerstörer seines Glücks"
"ehrlich und bitterlich" (S.55/30) hasst
-
in zweiter Ehe
verheiratet mit •
Antoinette Buddenbrook, geb.
Duchamps (? - 1842), Tochter "einer
reichen und hoch angesehenen Hamburger Familie" (S.55/30), die
großväterlicherseits aus einer französisch-schweizerischen
Familie (S.8 stammt; die Heirat mit ihr erfolgt aus
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Überlegungen (vgl.
S.54/29); als Ehefrau bereitet sie "ihm niemals ein großes
Glück, niemals einen großen Schmerz" und hält es "aber viele
lange Jahre mit klugem Anstand bei ihm" (S.70/39) aus; die
Eheleute, so sieht es ihr Sohn der Konsul später, leben ihre
lang anhaltende Ehezeit "respektvoll und aufmerksam [...]
nebeneinander" (S.55/30)
-
Aus der 2. Ehe
mit •
Antoinette Buddenbrook, geb.
Duchamps (? - 1842) gehen der Sohn •
Johann Buddenbrook, der Jüngere, Konsul (ca. 1800 - 1855)
und die Tochter Olly ("Die in Frankfurt")
hervor.
-
wohnt gemeinsam
mit der Familie seines Sohnes, des Konsuls •
Johann Buddenbrook, der etwa
acht Jahre alten Klothilde, der Tochter seines besitzlosen
Neffens aus Rostock, (S.13/5) und der als Erzieherin der Kinder
von dem Konsul und seiner Frau gegen den Unmut des Vaters
engagierten und im Haus lebenden Ida Jungmann, einer verwaisten
jungen Frau und Tochter eines Gasthofbesitzers aus Marienwerder
(S.11f./4f.) zu Beginn des Romans in einem Haus in der
Mengestraße. Über dessen Eingang steht in altertümlichen
Lettern: »Dominus providebit.« (Gott wird es in seiner Weitsicht
richten). Das 1682 errichtete weitläufige Haus (S.21/10) mit
Vorder- und Hinterhaus, das vordem der "ehemals so glänzenden
Familie" (S.22/10 ) Ratenkamp gehört hatte, die nach dem
finanziellen Ruin ihrer Fa. Ratenkamp & Komp. "verarmt" und
"heruntergekommen" (ebd.) inzwischen fortgezogenen war,
haben die Buddenbrooks etwa bei Romanbeginn im Jahr 1835
erworben, und feiern im Oktober 1835 die Einweihung des neuen
Hauses mit zahlreichen Gästen aus der erweiterten Familie und "
guten Hausfreunden" aus der Stadt Lübeck (S.32/17). Zum Haushalt
gehören ferner einige Dienstmädchen und Mägde sowie die Köchin
Trina (S.13/4), die die bürgerlichen Hausherrinnen der
Buddenbrooks von aller Hausarbeit entlasten.
-
Zum Familienleben
der Buddenbrooks, die "ordnungsgemäß jede zweite Woche [...]
zusammenkommt (S.11/3), gehört auch Hausmusik, bei der er von
seiner Schwiegertochter der •
Konsulin
Elisabeth Buddenbrook, geb. Kröger (ca. 1803 - 1871)
am Harmonium begleitet Flöte spielt (S.36/19)
-
ist nicht bereit,
seinem Sohn
aus erster Ehe,
•
Gotthold Buddenbrook (1796 - 1856)
die von diesem geforderte Entschädigungssumme für seinen Anteil
am neuen Haus der Buddenbrooks zu bezahlen (S.18/8f.; S.46/25;
er sieht ohne jeden Selbstzweifel dessen Ansprüche mit der ihm gewährten 100.000
Couranttalern als Mitgift zu der von ihm streng verbotenen
Hochzeit mit "Mamsell Stüwing" und der Aussicht auf die gleiche
Summe im Erbfall als abgegolten an.
-
hat »Napoleon
Bonaparte (1769-1821) in Paris "unmittelbar vor der
russischen Kampagne" bei der Truppenparade im Schlosshof der »Tuilerien
in Paris gesehen (S.26/14) und bewundert ihn, ganz im Gegensatz
zu seinem erstgeborenen Sohn aus zweiter Ehe, dem Konsul
•
Johann Buddenbrook, der Jüngere, (ca. 1800 - 1855)
-
Von "praktischen
Idealen", die der Konsul bei dem "Bürgerkönig" »Louis
Phiilippe (1753-1850) und der französischen »Juli-Monarchie
lobt, hält er dagegen nichts (S.28/15) und kritisiert, dass die
klassischen Bildungsideale und ihre Institutionen wie z. B. das
Gymnasium mehr und mehr einem utilitaristischen, auf den
industriellen Fortschritt und das "Geldverdienen" (S.28/15)
weichen. Während er offenbar weiterhin dafür plädiert, dass die
humanistische Bildung mit dem Unterricht in Latein und
Griechisch eine zentrale Rolle in der höheren schulischen
Bildung spielt, ist sein Sohn •
Johann hingegen
diesbezüglich mehr als skeptisch und betont, dass andere Dinge,
"die zur Vorbereitung auf das praktische Leben" (S.96/S.55)
wichtiger sind.
-
als Anhänger
barocker Gartenkunst, bei der "die Bäume hübsch kegel- und
würfelförmig beschnitten wären" (S.30/15) moniert er sich
darüber, dass der Sohn mit vollem Bedacht den Garten der
Buddenbrooks hinter dem Burgtor verwildern lässt
-
Sechs Jahre nach
dem Einzug in der Mengestraße begleitet er an ihrem Sterbebett
seine Ehefrau •
Antoinette Buddenbrook, geb.
Duchamps (? - 1842), die nach ca.
vierzehntägiger Krankheit im Januar 1842 verstirbt. Der Tod
seiner Frau, der ihn nicht weinen lässt, veranlasst ihn "mit
einem leisten Kopfschütteln auf sein Leben und das Leben im
Allgemeinen" zurückzusehen, "das ihm plötzlich so fern und
wunderlich" (S.70/39) erscheint. (•
Johann Buddenbrooks Gedanken
über Leben und Tod analysieren)
-
Nach dem Tod
seiner Frau wird er zusehends apathisch und sitzt nur noch
"stumm und abwesend im Familienkreise"
(S.70/39), übergibt aber die
Firma offiziell seinem Sohn •
Johann Buddenbrook (ca. 1800 - 1855).
-
Mitte März 1842
verstirbt •
Johann Buddenbrook, sen. (1765 - 1842)
und verabschiedet sich von seinem Sohn und dessen Söhnen.
(S.71/40) •
Gotthold Buddenbrook (1796 - 1856),
mit dem er sich nicht mehr versöhnt, zögert zunächst auf
Aufforderung seines Stiefbruders, •
Johann Buddenbrook (ca. 1800 - 1855).
am Sterbebett zu erscheinen, als er es dann doch tut, ist es
schon zu spät. (S.71/40) Und doch hat
•
Gotthold für sich mit ihm
Frieden gemacht und verzichtet gegenüber seinem Stiefbruder auf
alle weitergehenden Ansprüche.
-
•
Johann Buddenbrook, sen. (1765 - 1842)
wird unter Beteiligung einer großen Zahl von Verwandten,
Geschäftsfreunden und Mitarbeitern der Fa. Buddenbrook sowie der
Lübecker Bürgerschaft im Buddenbrookschen Familiengrab draußen
vor dem Burgtor der Stadt beigesetzt (S.73/41)
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Die Familiengeschichte der Buddenbrooks
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Überblick (Stammbaum) der Lübecker Familie Buddenbrooks
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Die literarische Charakteristik einer Figur mit der
Tabellenmethode systematisch erarbeiten
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
15.05.2024
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