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Gotthold
Ephraim Lessings Aneignung der Katharsis-Lehre von
Aristoteles stellt
im Rahmen seiner
Dramentheorie den Kern seiner Wirkungstheorie der Tragödie dar. Sie mündet in
der Funktionalisierung der Katharsis für die Ziele bürgerlicher
Moralerziehung. Damit grenzt er sich von der moraldidaktischen
Funktionsbestimmung der Literatur ab, wie sie Gottsched (1700-1766)
vertreten hatte. (vgl.
Literaturtheorie der Aufklärung im Überblick)
Lessings Konzept fußt auf zwei Säulen, nämlich
- der zeitgebunden empfindsamen Aneignung der antiken Affektenlehre
und
- der christlich-humanitären Umdeutung des aristotelischen
Mitleidsbegriffs in Anlehnung an Rousseau (Mitleid als Quelle aller
sozialen Tugenden
(vgl.
Text 1)

vgl.
Dramentheorie des Aristoteles
(384-322 v. Chr.)
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