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Lessing: Nathan der Weise - Wichtige Motive

Das Motiv der Gottergebenheit


Das Motiv der Gottergebenheit gehört zu den wichtigsten Motiven von Lessings Drama "Nathan der Weise".

In diesem Zusammenhang sind folgende Textstellen von Belang:

  • Recha spricht im Dialog mit Daja darüber, dass ihr bei aller Bewunderung der von Daja ihr immer wieder präsentierten christlichen Heldengeschichten die ihr von Nathan gelehrte Ergebenheit in Gott weitaus mehr bedeutet hat (III, 1 V 1590)

  • In der Ringparabel ist die Forderung nach Gottergebenheit einer der zentralen Eckpunkte des Richterspruchs, wenn Nathan den Richter ausführen lässt: "Es strebe von euch jeder um die Wette,/ Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag/ Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,/ Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,/ Mit innigster Ergebenheit in Gott/ Zu Hilf'!" (III,7 V 2043-2048, Hervorh. d. Verf.)

 

Für Leisegang (1931/1984, S. 118) ist Nathan "über das Judentum innerlich hinausgewachsen, hat alle Vorurteile der positiven Religion abgelegt und ist nur noch Vertreter ihres vernünftigen Gehaltes, zu dem vor allem die Ethik echter Nächstenliebe gehört." Bedeutsam sei aber vor allem, wie er "auf diese Höhe des Menschtums" gelangt sei, nämlich "nicht durch seine Vernunft, nicht durch Nachdenken, nicht durch Spekulation, überhaupt nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Führung der Vorsehung, nicht durch seinen Willen, sondern durch den Willen Gottes." Dabei handelt es sich nach Ansicht Leisegangs bei Nathans Gottergebenheit nicht "um ein Gehorchen, ein Sichunterwerfen unter den Willen Gottes" oder um "ein Zerbrechen des eigenen Willens", sondern "um ein von Gott hervorgebrachtes Wollen. er will; aber nur dann, wenn er sicher ist, dass Gott auch will und sein Wille der Wille Gottes ist. Es wird also vorausgesetzt, dass dass menschlicher Wille und göttlicher Wille identisch sein können und in diesem Falle identisch waren." (ebd.) So kommt Leisegang zum Schluss, dass "Nathans Weisheit, seine Gottergebenheit, seine Weltüberlegenheit" "von dem Augenblick seiner Umkehr, dem Augenblick des Durchbruchs der Vernunft und der Aufnahme des göttlichen Willens in seinen eigenen Willen" (ebd. S.122) herrührt, den er nach den Vorgängen nach dem Judenpogrom in Gath, bei dem seine Familie von Christen ermordet wird (vgl. IV,7 V3037ff.), vollzieht.

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 08.09.2014

  
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