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Die Figur des Derwischs Al-Hafi in Lessings Nathan der Weise

Aspekte und Textstellen zur Charakteristik Al-Hafis


 

 
FAChbereich Deutsch
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Literarische Charakteristik

Zur literarischen Charakteristik Al-Hafis in Lessings Drama »Nathan der Weise«  lassen sich die folgenden Aspekte und Textstellen heranziehen: 

  • muslimischer Bettelmönch (Derwisch), der in der Vorgeschichte des Dramas (story) von Saladin zu seinem Schatzmeister gemacht wurde mit der Begründung "Ein Bettler wisse nur, wie Bettlern / Zumute sei." (I,3

  • leidenschaftlicher Schachspieler (I,3, II,9)

  • hat sich trotz seines bis dahin selbstlosen Weltflüchtigkeit als Bettelmönch durch die Übernahme des Amtes von Saladin geschmeichelt gefühlt und gehofft, im Dienst und Auftrag Saladins Armut und Not erfolgreich bekämpfen zu können (I,3

  • unterhält eine Freundschaft zu einem Juden (Nathan)

  • sieht seine Hoffnungen angesichts Größe der sozialen Probleme, der leeren Kassen Saladins und der machtwillkürlich erpressten Mittel (Tribute), mit denen Saladin zu Geld kommt,  in seinen Hoffnungen getäuscht  (I,3); übt deutliche Kritik an Machtausübung, Verschwendung und Anmaßung Saladins

  • hofft wegen seiner Freundschaft mit Nathan, bei diesem Kredit für seinen Sultan zu finden (I,3); Nathan lehnt ab

  • entschließt sich sein Amt als Schatzmeister des "kleinen Schatzes" niederzulegen und am indischen Ganges sein Leben als Bettelmönch wieder aufzunehmen (I,3, II,9)

  • teilt Saladin gegen den Willen Sittahs mit, dass die Schwester Saladins mit den von ihm erhaltenen Zuwendungen schon längere Zeit allein die Kosten der Hofhaltung im Palast bestritten habe (II,2)

  • versucht Sittah und Saladin in ihrem Bestreben zu Geld zu kommen, von Nathan abzulenken, von dem er weiß, dass er dem Sultan keinen Kredit gewähren will (II,2)

  • vermutet, dass Nathan seine Meinung hinsichtlich der Kreditgewährung an Saladin geändert hat und warnt ihn noch einmal davor (II,9)

  • verabschiedet als »klassischer Aussteiger« von Nathan an den Ganges, wo er sein alternatives Leben als Bettelmönch in seiner parsischen Glaubensgemeinschaft, den Ghebern, leben will (Hang zum Fatalismus); fordert Nathan auf, ihn dorthin zu begleiten (II,9)

  • geprägt von einer "vernunftbestimmten Situations- und Individualethik, die eines utopischen Ideals und einer transzendenten Heilsgewissheit entbehren kann" (Barner u.a. 1987, S.332); Maxime: "Warum man ihn recht bittet, / Und er für gut erkennt, das muss der Derwisch." (I,3)

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 11.08.2018

     
    
   Arbeitsanregungen:

Zur Charakterisierung einer dramatischen Figur können im dramatischen Text verschiedene Techniken verwendet werden.

  1. Untersuchen Sie die oben aufgeführten Textstellen und ordnen Sie diese den verschiedenen Charakterisierungstechniken zu.

  2. Charakterisieren Sie die Figur des Al-Hafi in Lessings Drama »Nathan der Weise«.
     

 
     
 

 
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