Josef K. hat sich nach längeren Überlegungen entschieden, seinem
Anwalt, dem Advokaten Huld, die Vertretung in seinem Prozess zu
entziehen und begibt sich nach 22 Uhr zu ihm. Als er an dem Haus
ankommt, wird er nicht von Leni, sondern von einem s nicht
vollständig gekleideten, schon älteren kleinen Mann hereingelassen,
der zuvor offenbar gerade noch Leni vor dem Kommen K.s gewarnt hat.
Als er ins Haus eintritt, bemerkt er noch, wie sich die nur spärlich
gekleidete Leni davonmacht. In der Annahme, er habe sie und den
Unbekannten bei sexuellen Handlungen überrascht, fordert er zunächst
von dem Fremden, der sich ihm als Kaufmann Block und und als Klient
des Advokaten vorstellt, später, nachdem beide mit Leni in der Küche
zusammentreffen, auch von ihr Aufklärung über ihr Verhalten und
Verhältnis zueinander. Beide erklären ihm, dass sie kein sexuelles
Verhältnis miteinander haben, können damit aber die Gefühle von
Eifersucht, die sich in K. regen, nur vordergründig besänftigen. Um
sich über den möglichen Nebenbuhler zu erheben, führt er ihn, als
sie auf der Suche nach Leni an dem Bild des Richters vorbeikommen,
das Leni ihm bei seinem ersten Besuch erklärt hat, vor und behandelt
ihn von oben herab, als dieser sich, wie er damals, darin täuscht,
welchen Rang der dargestellte Richter im Gerichtswesen einnimmt. Als
Leni bei ihrem Zusammentreffen vermutet, dass K. eifersüchtig auf
Block ist, sieht sie sich gezwungen, ihm zu erklären, dass seine
Befürchtungen grundlos sind, weil ihr Verhältnis zu Block nur
geschäftsmäßig sein, sie sich ihm, wie sie sagt, nur deshalb etwas
angenommen habe, weil Blick wichtiger Klient des Advokaten sei.
Zugleich macht sie K. eine sexuelle Offerte für die kommende Nacht,
ermahnt ihn aber auch, seinen Prozess nicht zu vernachlässigen. K.,
der über die bevorstehende Kündigung des Advokaten ursprünglich noch
den Rat von Leni einholen wollte, verzichtet darauf und fordert Leni
auf, ihn beim Advokaten, der bettlägerig krank ist, anzumelden.
Während Leni beim Advokaten ist, kommen Block und Josef K. ins
Gespräch. K. ist, nachdem er in Erfahrung bringt, dass Blocks
Prozess schon über Jahre dauert, sehr daran interessiert, Blocks von
Blocks Erfahrungen in dieser Zeit mit dem Advokaten und dem Gericht
zu hören. So erfährt er im Vertrauen, dass Block, obgleich dies
verboten ist, weitere fünf so genannte Winkeladvokaten in seiner
Sache beschäftigt, um keine Chance auszulassen, seinen Prozess nicht
zu verlieren. Seiner Erfahrung nach macht es überhaupt keinen Sinn,
als Privatperson selbstständig beim Gericht Gehör finden zu wollen.
Allerdings sitze er fast jeden Tag im Wartezimmer der Kanzleien auf
dem Dachboden, wo er auch K. bei seinem dortigen Besuch gesehen
habe. Ganz im Gegensatz zu K.s Erinnerung an seinen Besuch dort,
habe die vermeintliche Ehrerbietung der dort Wartenden, die
aufgestanden sind, als er mit dem Gerichtsdiener dort durchs
Wartezimmer gegangen sei, aber nicht ihm, sondern dem Gerichtsdiener
gegolten, zumal alle gewusst hätten, dass er eben auch ein
Angeklagter sei. Zwar kommuniziere man dort nicht miteinander, aber
dennoch verbreite sich unter ihnen ein Aberglaube, der z. B. in
seinem Fall dazu geführt habe, dass man aus der Zeichnung seiner
Lippen geschlossen habe, er werde in absehbarer Zeit verurteilt. In
jedem Fall könnten die Angeklagten gemeinsam bei Gericht nichts
durchsetzen. Natürlich habe auch er, als sein inzwischen schon über
fünf Jahre laufender Prozess erst ein halbes Jahr, wie der der von
K. jetzt, alt gewesen sei, ungeduldig auf Fortschritte gewartet und
gehofft, dass die verschiedenen Eingaben, die der Advokat in seiner
Sache machte, irgendeinen positiven Effekt gezeitigt hätten.
Allerdings seien sie allesamt wertlos gewesen, letzten Endes wohl
auch, weil der Advokat Huld eben doch trotz seines großspurigen
Getues eben nicht der einflussreiche große Advokat sei, für den er
sich immer ausgebe. Die wirklich großen Advokaten blieben für einen
Angeklagten unerreichbar. Als Leni in die Küche zurückkehrt, erfährt
K. , der sich noch immer über sie ärgert, zu seiner Verwunderung,
dass Block im Haus des Advokaten öfters übernachtet. Als er das
monieren will, wird er von Leni darauf aufmerksam gemacht, dass das
nur deshalb geschehe, weil Block nicht die gleiche Vorzugsbehandlung
genieße wie er. Offenbar nehme er alles als viel zu
selbstverständlich, was seine Freunde für ihn täten. Als sie sagt,
sie erwarte als Dank dafür nur, dass er sie lieb habe, gesteht sich
K. dies zwar für einen Moment in seinen Gedanken ein, bleibt aber
weiterhin abweisend. Leni greift daher noch einmal das
Übernachtungsthema auf und erklärt K., dass sie Block nur deshalb
erlaube, im Haus zu schlafen, damit dieser immer parat stehe, wenn
es dem Advokaten, der ihn nicht leiden könne, gerade mal genehm sei,
ihn zu empfangen. Dazu zeigt sie ihm noch das kärglich eingerichtete
und dunkle Dienstmädchenzimmer, das sie ihm zur Verfügung stellt.
K., der gerade erst seine zunächst sehr überhebliche Meinung über
den Kaufmann etwas korrigiert hatte, sieht sich in seiner
ursprünglichen Meinung über ihn bestätigt, reagiert gegenüber Leni
sehr harsch. Er kann den Anblick Blocks nicht mehr ertragen und will
jetzt endlich dem Advokaten persönlich das Mandat entziehen,
um dann auch Leni und Block los zu sein. Seine Erklärung er werde
jetzt dem Advokaten kündigen, bringt Leni gegen ihn auf. Sie kann
aber nicht verhindern, dass er in das Schlafzimmer des Advokaten
geht, das Zimmer von innen absperrt, um Leni draußen zu halten. In
dem Gespräch zwischen ihm und dem Advokaten geht es zunächst um Leni
und ihre zudringliche Art. Der Advokat erklärt K., dass alles mit
seinem Wissen seiner Duldung geschehe. Lenis Verhalten sei darin
begründet, dass sie eben alle Angeklagten schön finde, und das
schließe nun einmal auch Block ein. Als K. ihm daraufhin, das Mandat
entzieht, will ihn der Advokat umstimmen. Seine verschiedenen
Argumente überzeugen K. jedoch nicht. Am Ende erklärt der Advokat,
dass er unter diesen Umständen geradezu bereue, K.s Fall übernommen
zu haben. Er wolle aber noch einen letzten Versuch unternehmen, um
ihn von seinem folgenreichen Schritt abzuhalten. Dazu bedient er
sich des Kaufmanns Huld. Er lässt ihn von Leni zu sich rufen.
Gemeinsam mit Leni demütigt er Block vor den Augen K.s., der sich in
seiner Zuschauerrolle mit seinem Urteil über das, was er zu sehen
bekommt, vor allem gegen Block richtet. Er fühlt sich gerade selbst
entwürdigt, wenn er sieht, dass Block, bei der K. inszeniert
erscheinenden Vorführung, mitspielt und sich als willenloses Objekt
auf den Knien vor Leni und dem Advokaten allen Demütigungen
widerstandslos ergibt. K. lässt sich allerdings auch von diesem
Schauspiel nicht von seiner Entscheidung abbringen.